Fachwörter

Quellen:

  • Patientenhandbücher der International Myeloma Foundation (IMF) und des Universitätsklinikums Heidelberg, Sektion Multiples Myelom.
  • Diverse Fachartikel von med. Autoren und/oder Fachgesellschaften wie der DGHO bzw. dem Tumorzentrum München sowie med. Fachwörterbücher +
  • Der Bearbeitungsstand, derzeit Januar 2015

 

  • Hochdosischemotherapie Bei einer Hochdosischemotherapie ist der Wirkstoff um das 5 - 7-fache gegenüber einer konventionellen Chemotherapie erhöht. Eine Hochdosistherapie kann in der Regel nur bei gesunden Patienten und bei Patienten bis zu einem bestimmten Alter (derzeit ca. 70 Jahre, Stand 2006) angewandt werden.
  • Hormone Chemische Stoffe, die von verschiedenen Drüsen im Körper erzeugt werden und die Funktion bestimmter Zellorgane regeln.
  • Hyperkalzämie Ein erhöhter Blutkalziumspiegel. Dieser Zustand kann eine Reihe von Symptomen hervorrufen, z.B. Appetitverlust, Übelkeit, Durst, Müdigkeit, Muskelschwäche, Unruhe und Verwirrung. Der Zustand ist bei Myelompatienten häufig, meistens als Folge einer Knochenzerstörung, durch die Kalzium ins Blut freigesetzt wird. Oft mit einer verminderten Nierenfunktion verbunden, da Kalzium für die Nieren giftig sein kann. Aus diesem Grund wird eine Hyperkalzämie wie ein Notfall behandelt, indem intravenös Flüssigkeit zusammen mit Medikamenten eingesetzt wird, die die Knochenzerstörung reduzieren. Zusätzlich erfolgt eine direkte Behandlung des Myeloms.
  • IgG, IgA Die zwei häufigsten Arten des Myeloms. G und A beziehen sich auf den Typ des Eiweißes, das von den Myelomzellen produziert wird. Das Myelomeiweiß, das ein Immunglobulin ist, besteht aus 2 schweren Ketten (z.B. vom G-Typ) kombiniert mit 2 leichten Ketten, die entweder Kappa oder Lambda sein können. Daher haben die zwei häufigsten Arten des Myeloms identische schwere Ketten (IgG Kappa und IgG Lambda). Die Kappa- und Lambda-Leichtketten können auch alleine produziert werden, was entweder zu einem Kappa oder Lambda-Leichtketten (Bence-Jones)-Myelom führt. Der Terminus "schwer" oder "leicht" bezieht sich auf die Grösse und das molekulare Gewicht des Eiweißes, das bei schweren Ketten größer als bei leichten Ketten ist. Da die leichten Ketten kleiner sind, werden sie eher mit dem Harn ausgeschieden, was zu einem Bence-Jones-Protein im Harn führt.
  • IgD, IgE Zwei Arten des Myeloms, die weniger häufiger vorkommen.
  • Immundefizienz Eine Verminderung der Fähigkeit des Körpers Infektionen und Erkrankungen zu bekämpfen.
  • Immunfixation Ein immunologischer Test, der verwendet wird, um Eiweiße im Blut zu identifizieren. Bei Myelompatienten kann damit der Typ des M-Proteins (IgG, IgA, Kappa oder Lambda) identifiziert werden. Da die Methode sehr sensitiv ist, kann damit der exakte Schwer- und Leichtkettentyp des M-Proteins identifiziert werden.
  • Immunglobuline (Gammaglobuline) Ein Eiweiß, das von Plasmazellen produziert wird. Ein essentieller Teil des Immunsystems. Immunglobuline binden an fremde Substanzen (Antigene) und helfen bei deren Zerstörung mit. Immunglobuline sind für die humorale Abwehr verantwortlich und somit für die Infektabwehr von großer Bedeutung. Alle Immunglobuline bestehen aus zwei »schweren« Polypeptidketten (H-Ketten) und zwei »leichten« Polypeptidketten (L-Ketten), die über symmetrisch angeordnete Disulfidbrücken miteinander verbunden sind. Jede der Ketten besteht aus einem Teil, dessen Aminosäuresequenz unveränderlich und für die jeweilige Art charakteristisch ist (konstante Region), und einem Abschnitt, in dem die Aminosäuresequenz für jeden spezifischen Antikörper verschieden ist (variable Region). Die variablen Regionen bilden die Bindungsstellen für die Antigene. Die für die variablen Regionen codierende DNA ist in viele Abschnitte, die beliebig miteinander kombiniert werden können, über das gesamte Genom der Zelle verteilt, sodass Millionen verschiedener Antikörpergene gebildet werden können und somit die Produktion von Antikörpern gegen fast jedes Makromolekül ermöglicht wird. Beim Menschen sind bisher fünf Klassen von Immunglobuline (Ig-Klassen) beschrieben worden, die mit IgG, IgM, IgA, IgD und IgE bezeichnet werden.
  • Immunmodulatoren (IMiDs®) (MM-Therapie) Bei der Immunmodulation wird eine Beeinflussung des Immunsystems durch bestimmte Substanzen erzielt, d.h. es wird die Ausschüttung von tumorfördernden Stoffen gehemmt. Weitere Wirkungsweisen sind: Aktivierung von Immunzellen (T-Zellen und natürliche Killerzellen, die ihrerseits die Tumorzellen angreifen); Wachstumsstopp durch direkten Angriff auf die Tumorzellen; Angiogenesehemmung (Hemmung der Neubildung von Blutgefäßen, welche den Tumor mit Nähstoffen versorgen); Unterdrückung der Freisetzung von tumorfördernden Botenstoffen. Beispiele: Thalidomid, Lenalidomid (Revlimid®), Pomalidomid (Imnovid®)
  • Immunsystem Eine komplexe Gruppe von Organen und Zellen, die Antikörper produzieren, um den Körper gegen fremde Substanzen wie Bakterien, Viren, Gifte und Krebs zu verteidigen.
  • Immunsuppression Eine Schwächung des Immunsystems, die zu einer verminderten Fähigkeit, Infekte und Erkrankungen abzuwehren, führt. Eine Immunsuppression kann beabsichtigt sein, z .B. als Vorbereitung für eine Knochenmarktransplantation, bei der eine Abstoßung des Spendergewebes durch den Empfänger vorgebeugt werden soll. Sie kann auch als Nebenwirkung auftreten, z.B. im Rahmen einer Chemotherapie.
  • Immuntherapie Eine Behandlung, die die natürlichen Abwehrvorgänge des Körpers gegen Krebs stimuliert. Wird auch biologische Therapie genannt.
  • Induktionstherapie Die 1. Therapie, die bei einem neu diagnostiziertem Myelompatienten verwendet wird, um eine Remission zu erzielen.
  • Infusion Die Verabreichung von Flüssigkeit oder Medikamenten über den Blutstrom für eine bestimmte Zeit.
  • Infusionspumpe Eine Vorrichtung, mit der genaue Mengen einer Flüssigkeit oder eines Medikamentes in den Blutstrom verabreicht werden.
  • Inhibieren Aufhalten etwas zu tun, etwas unter Kontrolle halten.
  • Injektion Ein Medikament mit Hilfe einer Nadel oder Spritze zu verabreichen.
  • Interferon Ein natürlich produziertes Hormon (Zytokin), das vom Körper als Antwort auf eine Infektion oder eine Erkrankung produziert wird und das Wachstum bestimmter erkrankungshemmender Zellen des Immunsystems stimuliert. Interferon kann künstlich durch gentechnologische Methoden hergestellt werden und wird als Immuntherapie, vor allem in der Erhaltungsphase verwendet, um das neuerliche Wachstum des Myeloms zu verhindern und dadurch ein Rezidiv zu verzögern oder zu verhindern.
  • Interleukin Ein natürlich produzierter chemischer Stoff, der in den Körper freigesetzt wird, oder eine Substanz, die in der biologischen Therapie verwendet wird. Interleukine regen das Wachstum und die Aktivität von bestimmten weißen Blutkörperchen an.
  • Interleukin 2 (IL-2) Ist eine Art biologischer Responsemodifier, der das Wachstum bestimmter Blutzellen des Immunsystems, die Krebs bekämpfen, stimuliert.