Fachwörter

Quellen:

  • Patientenhandbücher der International Myeloma Foundation (IMF) und des Universitätsklinikums Heidelberg, Sektion Multiples Myelom.
  • Diverse Fachartikel von med. Autoren und/oder Fachgesellschaften wie der DGHO bzw. dem Tumorzentrum München sowie med. Fachwörterbücher +
  • Der Bearbeitungsstand, derzeit Januar 2015

 

  • Thrombose Durch Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) bedingter teilweiser oder vollständiger Verschluss eines Blutgefäßes (»Blutgefäßverstopfung«) mit Behinderung des Blutstroms. Erhöhte Thrombosegefahr besteht u.a. nach Operationen und Geburten; besonders Krampfadern neigen zu Entzündungen und Thrombosebildung (Thrombophlebitis). Thrombosen entstehen am häufigsten in den Venen (v.a. der Beine und des Beckens), seltener in der Herzhöhle und den Arterien. Bei jeder Thrombose besteht die Gefahr der Embolie. Die Behandlung umfasst Kompressionsverbände und möglichst frühzeitige Bewegung (Embolieprophylaxe), Wiederherstellung der Gefäßfunktion durch medikamentöse Thrombolyse oder chirurgische Beseitigung des Verschlusses (Thrombektomie).
  • Thrombozyten Siehe Blutplättchen
  • Thrombozytopenie Eine niedrige Anzahl von Blutblättchen im Blut. Die normale Anzahl ist 150.000 bis 250.000/µl. Wenn die Anzahl an Blutplättchen weniger als 50.000 ist, kann es zu Blutungskomplikationen kommen. Zu gefährlichen Blutungen kommt es normalerweise nur bei einer Reduktion unter 10.000.
  • TNF (Tumornekrosefaktor) Ein biologischer Responsemodifier , der die natürliche Antwort des Körpers auf eine Erkrankung verbessern kann.
  • Toxine Giftstoffe, die von bestimmten Tieren, Pflanzen oder Bakterien produziert werden.
  • Transfusion Die Verabreichung von Blut oder Blutprodukten.
  • Transplantation Stammzellen oder Knochenmark werden verwendet, um bei einem Patienten nach einer Hochdosis-Chemotherapie und/oder Bestrahlung die Möglichkeit der Blutproduktion zu erhalten. Die Transplantation ist keine Therapie sondern eine unterstützende Methode, um die Hochdosis-Therapie möglich zu machen. Knochenmarktransplantation (KMT) eine Behandlung bei der ein Patient, der mit Hochdosischemotherapie oder Bestrahlung behandelt wurde, mit Knochenmark infundiert wird. Das infundierte Knochenmark kann vom Patienten selbst vor der Therapie oder von einem Spender entnommen werden. Dieses Verfahren wurde bzw. wird überwiegend in den USA angewendet. Periphere Blutstammzelltransplantation (SZT oder ASZT) eine Behandlung, die ähnlich der Knochenmarktransplantation ist. Es werden gesunde Stammzellen vom zirkulierenden Blutsystem des Patienten (nicht vom Knochenmark) entnommen und aufbewahrt, bevor der Patient mit Hochdosischemotherapie oder Bestrahlung behandelt wird. Die Stammzellen werden dem Patienten dann zurückgegeben. Sie führen zur Bildung von neuen Blutzellen und ersetzen die Zellen, die durch die Therapie zerstört wurden. Dieses Verfahren ist Standard in Europa. Allogen die Infusion von Knochenmark von einer Person (Spender) zu einer anderen (Empfänger). Ein Patient erhält Knochenmark von einem passenden, jedoch genetisch nicht identischen Spender. Zur Konditionierungstherapie siehe auch RIC Autolog Knochenmark wird von einem Patienten entnommen und dann dem gleichen Patienten nach einer intensiven Therapie zurückgegeben. Passende Fremdspende bezieht sich auf eine Knochenmarktransplantation bei der der Patient Knochenmark von einer genetisch passenden Person bekommt, die allerdings kein Familienangehöriger ist. Syngen die Infusion von Knochenmark oder Stammzellen von einem identischen Zwilling zu einem anderen.
  • Tumor Eine abnormale Menge an Gewebe, die durch übermäßige Zellteilung entsteht. Tumore üben keine verwertbaren Körperfunktionen aus. Sie können entweder benigne oder maligne sein.
  • Tumormarker Ein Stoff im Blut oder einer anderen Körperflüssigkeit, der anzeigen kann, dass eine Person Krebs hat.
  • Unterstützende Therapie Eine Therapie, die gegeben wird, um Komplikationen und Nebenwirkungen zu verhindern, zu verbessern oder zu kontrollieren, und um das Wohlbefinden des Patienten und die Lebensqualität zu heben.
  • Vakzin Eine Zubereitung von getöteten Mikroorganismen, lebenden abgeschwächten Organismen oder lebenden voll funktionsfähigen Organismen die verabreicht wird, um eine künstliche Immunantwort gegen eine bestimmte Erkrankung hervorzurufen.
  • Velcade® Wirkstoff Bortezomib, siehe Proteasomeninhibitoren
  • Virus Ein kleines Lebewesen, das Zellen infizieren kann und dazu führen kann, dass die Zellfunktion sich verändert. Eine Virusinfektion kann dazu führen, dass eine Person Symptome entwickelt. Die Erkrankung und die Symptome sind abhängig von der Art des Virus und der Art der befallenden Zellen.
  • Weiße Blutkörperchen Allgemeine Bezeichnung für verschiedene Zellen, die dafür verantwortlich sind, Keime, Infektionen oder Allergie verursachende Substanzen zu bekämpfen. Diese Zellen werden im Knochenmark gebildet und verteilen sich dann in anderen Körperteilen. Bestimmte Untergruppen von weißen Blutkörperchen sind z.B. die Neutrophilen, Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten.
  • Zelle Die kleinste Einheit eines lebenden Organismus.
  • Zelldifferenzierung Der Prozess, in dem junge, unreife (unspezialisierte) Zellen individuelle Charakteristika annehmen und schließlich ihre Reife (spezialisierte) Form und Funktion annehmen.
  • Zellproliferation Eine Steigerung in der Anzahl von Zellen, die aus einer gesteigerten Wachstums- und Zellteilungsrate resultiert.
  • Zyste Eine Ansammlung von Flüssigkeit oder halbfestem Material in einem Beutel.
  • Zytokine Substanzen, die von Zellen des Immunsystems freigesetzt werden, um das Wachstum und die Aktivität einer bestimmten Zellart zu stimulieren. Zytokine werden lokal produziert (z.B. im Knochenmark) und sie zirkulieren auch im Blutstrom.
  • Zytostatika Substanzen, die wegen ihrer hemmenden Wirkung auf das Wachstum und die Vermehrung besonders von rasch wachsenden Zellen zur Chemotherapie von Tumoren verwendet werden. Die zytostatische Therapie geht dabei von der Vorstellung aus, dass sich Tumorzellen von normalen Zellen durch eine der Wachstumsregulation entzogene, erhöhte Zellteilungsrate unterscheiden. Bekannte Zytostatika, die zur Behandlung des MMs eingesetzt werden, sind Melphalan (Alkeran®), Cyclophosphamid (Endoxan®), Bendamustin (Levact®) oder Doxorubicin (Adriamycin®). Sie werden vielfach auch in Kombination mit den neuen Substanzklassen eingesetzt