Fachwörter

Quellen:

  • Patientenhandbücher der International Myeloma Foundation (IMF) und des Universitätsklinikums Heidelberg, Sektion Multiples Myelom.
  • Diverse Fachartikel von med. Autoren und/oder Fachgesellschaften wie der DGHO bzw. dem Tumorzentrum München sowie med. Fachwörterbücher +
  • Der Bearbeitungsstand, derzeit Januar 2015

 

  • Refraktär Die Erkrankung ist resistent gegen Wirkstoffe der Behandlung, d.h. sie spricht auf eine bestimmte Behandlung nicht oder nicht mehr an.
  • Regression Die Rückbildung des Krebswachstums.
  • Relaps Das Wiederauftreten von Zeichen und Symptomen einer Erkrankung nach einer Zeitspanne der Verbesserung.
  • Remission oder Ansprechen Komplettes oder teilweises Verschwinden der Zeichen und Symptome von Krebs. Remission und Ansprechen sind Synonyme. Stringente komplette Remission (sCR), alle Kriterien: Vorliegen einer CR (siehe unten). Normale Ratio der freien Leichtketten im Serum. Kein Nachweis klonaler Plasmazellen im Knochenmark durch Immunhistochemie oder Immunzytologie. Komplette Remission (CR), alle Kriterien: kein monoklonales Protein in Serum und Urin (Immunfixationselektrophorese). ≤5% Plasmazellen im Knochenmark. Verschwinden von Weichteilplasmozytomen. Sehr gute partielle Remission (VGPR): positive Immunfixations-Elektrophorese bei unauffälliger Eiweiss-Elektrophorese. Oder ≥90% Reduktion des monoklonalen Proteins und <100 mg monoklonale Leichtketten im 24h-Sammelurin. Partielle Remission (PR), alle Kriterien: ≥50% Reduktion des monoklonalen Proteins im Serum. ≥90% Reduktion des monoklonalen Proteins oder <200 mg im 24h-Sammelurin. ≥50% Grössenabnahme von Plasmozytomen. bei mittels konventioneller Methoden nicht messbarem monoklonalem Protein: ≥50% Reduktion der Differenz zwischen involvierten und nicht-involvierten freien Leichtketten im Serum.  bei vollständig asekretorischem Myelom: ≥50% Reduktion des Plasmazellanteils im Knochenmark (sofern prätherapeutisch ≥30%). Stabile Erkrankung (SD): nicht CR, VGPR, PR, PD. Progress (PD), ein Kriterium ausreichend: ≥25% Anstieg des monoklonalen Proteins im Serum (≥5 g/l absolut). ≥25% Anstieg des monoklonalen Proteins im Urin (≥200 mg/d absolut). ≥25% Anstieg des Plasmazellanteils im Knochenmark: gilt nur, wenn der Plasmazellanteil im Mark ≥10% ist. Fachwörter - IAuftreten einer Hyperkalziämie (Serum-Kalzium myelomassoziiert >2.65 mmol/l). Grössenzunahme bestehender oder Auftreten neuer Osteolysen oder von Weichteilplasmozytomen.
  • Revlimid® Wirkstoff Lenalidomid siehe Immunmodulatoren
  • Rezidiv Das Wiederauftreten einer Erkrankung nach einer Periode der Remission.
  • RIC oder RICT beide Begriffe werden im Zusammenhang mit einer allogenen Stammzelltransplantation bzw. deren Eingangstherapie verwendet. RIC(T) = reduced intensity conditioning oder dosis-reduzierte Konditionierung mit (Fremdspender-) Transplantation. Bis vor einigen Jahren wurde dieser Verfahren auch "Mini-allo" genannt.
  • RNA (Ribonukleinsäure) Eine Art unter mehreren Arten von Nukleinsäuren, die mit der Kontrolle der chemischen Aktivität in der Zelle in Zusammenhang stehen. RNA ist eine der 2 Nukleinsäuren, die in allen Zellen gefunden werden, die andere ist DNA (Desoxyribonukleinsäure). RNA transferiert genetische Information von der DNA zu Eiweißen, die von der Zelle produziert werden.
  • Röntgen Hochenergetische elektromagnetische Strahlung, die in niedrigen Dosen verwendet wird, um Erkrankungen zu diagnostizieren und in hohen Dosen, um Krebs zu bekämpfen.
  • Rotes Blutkörperchen (Erythrozyten) Zellen des Blutes, die Hämoglobin enthalten und Sauerstoff zu allen Körperteilen transportieren sowie Kohlendioxid abtransportieren. Die Bildung von roten Blutkörperchen wird durch ein Hormon (Erythropoietin) stimuliert, welches in den Nieren produziert wird. Myleompatienten mit geschädigten Nieren produzieren nicht genug Erythropoietin und können daher anämisch werden. Hier kann die Injektion von synthetisch hergestelltem Erythropoietin hilfreich sein. Bluttransfusionen sind eine andere Alternative, speziell im Notfall. Synthetisches Erythropoietin wird prophylaktisch vor einer Chemotherapie oder als unterstützende Therapie nach der Chemotherapie verwendet, um eine Anämie zu verhindern.
  • Serumosteocalzien Ein Eiweiß, das von Osteoblasten produziert und sezerniert wird, wenn Osteoid produziert wird. Ein niedriger Spiegel bedeutet oft ein aktives Myelom. Ein höherer als der normale Spiegel bedeutet ein stabiles Myelom.
  • Skelettübersicht Eine Reihe von normalen Röntgenuntersuchungen vom Schädel, der Wirbelsäule, den Rippen, dem Becken und den langen Röhrenknochen, um lytische Knochenläsionen und/oder Osteoporose auszuschließen.
  • Stabile Erkrankung Dieser Terminus beschreibt Patienten, die ein Therapieansprechen haben, wo es allerdings zu einer weniger als 50%igen Reduktion des Myelomeiweißspiegels kommt. Eine stabile Erkrankung bedeutet nicht notwendigerweise ein schlechtes oder suboptimales Therapieansprechen (verglichen mit CR oder PR), wenn sich die Erkrankung stabilisiert hat und nicht fortschreitet. Eine anhaltende Remission (Anzahl von Monaten/Jahren in Remission) steht nicht notwendigerweise mit dem prozentuellen Therapieansprechen in Zusammenhang. Bei einem langsam wachsenden Myelom kann eine Stabilisierung viele Jahre anhalten.
  • Stadium Die Ausdehnung einer Krebserkrankung im Körper.
  • Stadieneinteilung (Staging) Untersuchungen, die durchgeführt werden, um die Ausdehnung einer Krebserkrankung im Körper festzustellen.
  • Stammzellen Unreife Zellen, aus denen sich alle Blutzellen entwickeln. Normale Stammzellen sind der Ursprung von normalen Blutbestandteilen, wie roten Blutkörperchen, weißen Blutkörperchen und Blutplättchen. Stammzellen findet man normalerweise im Knochenmark. Sie können für eine Transplantation geerntet werden.
  • Steroid Ein Hormon. Steroide werden oft zusammen mit anderen Krebsmedikamenten verabreicht, da sie mithelfen, die Auswirkungen der Erkrankung auf den Körper zu kontrollieren.
  • Strahlentherapie Behandlung mit Röntgenstrahlen, Gamma-Strahlen oder Elektronen, um bösartige Zellen zu schädigen oder zu vernichten. Die Strahlung kommt von außerhalb des Körpers (externe Bestrahlung) oder von radioaktivem Material, das direkt in den Tumor appliziert wird (Implantationsbestrahlung).
  • Systemische Therapie Eine Therapie, bei der Substanzen verwendet werden, die durch den Blutstrom im gesamten Körper verteilt werden, sodass alle Krebszellen im Körper erreicht und getroffen werden.
  • Szintigraphie Nuklearmedizinisches Verfahren zur bildmäßigen Aufzeichnung der Verteilung gammastrahlender Radionuklide im Körper. Bei der Szintigraphie werden radioaktive Isotope bestimmter Elemente (z. B. des Jods) in den Körper eingebracht, durch deren radioaktive Strahlung Veränderungen bzw. Abläufe im Körper sichtbar gemacht werden. Krankhaft veränderte Gewebepartien nehmen Radiopharmaka anders an als gesunde. Das resultierende Aktivitätsverteilungsbild heißt Szintigramm.