Fachwörter

Quellen:

  • Patientenhandbücher der International Myeloma Foundation (IMF) und des Universitätsklinikums Heidelberg, Sektion Multiples Myelom.
  • Diverse Fachartikel von med. Autoren und/oder Fachgesellschaften wie der DGHO bzw. dem Tumorzentrum München sowie med. Fachwörterbücher +
  • Der Bearbeitungsstand, derzeit Januar 2015

 

  • Pathologische Fraktur Ein Knochenbruch, der normaler Weise durch Krebs oder eine andere Erkrankung hervorgerufen wird. Kommt bei Knochen vor, die durch das Myelom geschwächt wurden und normalen Belastungen nicht gewachsen sind.
  • Pathologie Die Untersuchung von Geweben und Körperflüssigkeiten unter dem Mikroskop. Ein Arzt, der auf Pathologie spezialisiert ist, wird Pathologe genannt.
  • PBSCT (peripheral blood stem cell transplantation) Stammzelltransplantation, bei der die Stammzellen vorher aus dem Blut des Spenders entnommen werden (also kein Knochenmark). Nach einer Mobilisierung der Stammzellen können diese über eine Zentrifuge, die das Blut nach unterschiedlichen Dichten unterteilt, gewonnen werden. Die Dauer der Gewinnung der Stammzellen liegt bei einigen Stunden. Diese Stammzellen, eigene oder fremde, können dann nach der Hochdosistherapie dem Patienten verabreicht werden.
  • PET (Positronenemissions-tomographie) Ein diagnostischer Test, der eine komplizierte Kamera und einen Computer benutzt, um Bilder des Körpers anzufertigen. Eine PET-Untersuchung erlaubt die Differenzierung zwischen gesundem und abnormal funktionierendem Gewebe.
  • PFS (Progression free survival) Progressionsfreies Überleben. Zeitspanne entweder ab dem ersten Tag der Behandlung oder - zumeist - ab dem Tag, an dem ein Patient in einer Studie registriert wurde, bis zur Krankheitsprogression oder Tod des Patienten unabhängig von der Todesursache. Mittlerweile gelten als weitere "Endpunkte" derPFS 1: Zeitraum zwischen Therapiebeginn bis zum 1. Rückfall (Rezidiv) sowiePFS 2: Zeitraum zwischen erstem Therapiebeginn und dem 2. Rückfall (Rezidiv) Neben dem PFS wird in Therapiestudien vor allem auch der OS (Overall Survival = Gesamtüberleben) erfasst. Beide gelten als Beurteilungsfaktoren für den Nutzen einer Therapie
  • Plazebo Eine inaktive Substanz, die bei klinischen Studien oft als Vergleich zur experimentiellen Therapie verwendet wird.
  • Plasma Der flüssige Teil des Blutes, in dem weiße Blutkörperchen, rote Blutkörperchen und Blutplättchen suspendiert sind.
  • Plasmazellen Spezielle weiße Blutkörperchen, die Antikörper produzieren, die bösartige Zelle beim Myelom. Normale Plasmazellen produzieren Antikörper, um Infektionen zu bekämpfen. Beim Myelom produzieren bösartige Plasmazellen große Mengen eines abnormalen Antikörpers, der keine Fähigkeit zur Bekämpfung von Infektionen besitzt. Die abnormalen Antikörper werden auch monoklonales Protein oder M-Protein genannt. Plasmazellen können auch andere chemische Stoffe produzieren, die Organe und Gewebe schädigen können (z.B. Anämie, Nierenschädigung, Nervenschädigung).
  • Plasmozytom Eine Ansammlung von Plasmazellen, die an einem bestimmten Ort des Körpers gefunden wird (intramedullär: im Knochen, extramedullär: im Weichteilgewebe). Beim (Multiplen) Myelom sind die Zellen diffus im gesamten Knochenmark, Weichteilgewebe oder Knochen verteilt.
  • Plasmapherese Der Prozess, bestimmte Proteine aus dem Blut zu entfernen. Eine Plasmapherese kann verwendet werden, um überschüssige Antikörper aus dem Blut von Myelompatienten zu entfernen.
  • Polyneuropathie (PNP) Polyneuropathien sind ein häufiges Symptom bei PatientInnen mit einer Plasmazellerkrankung. Bereits bei Diagnose leiden bis zu 20% der Myelomerkrankten an PNP-Erscheinungen. Allerdings führt auch eine Reihe von Chemotherapien zu PNP-Beschwerden, insbesondere Thalidomid, Bortezomib iv, aber auch klassische Zytostatika können PNP auslösen. Zu den Symptomen gehören: Einschränkungen der Sensibilität insbesondere von Fingern und Zehen (Taubheitsgefühl, Kribbeln u.ä.), Einschränkung der (Fein-) Motorik, Schmerzen; manchmal auch Allgemeinsymptome wie Herzrasen oder Schwindel. Symptome und ihr Ausmaß sind sofort dem behandelnden Onkologen mitzuteilen, um im Zweifelsfall das Therapieschema ändern zu können oder weitere Maßnahmen wie spezielle Physiotherapien einzuleiten.
  • Pomalidomid Markenname Imnovid® siehe Immunmodulatoren
  • Port-A-Cath (PAC) Ein Katheter, der mit einer münzgroßen Kammer verbunden ist, die chirurgisch unter die Haut des Brustkorbs oder des Bauchs implantiert wird. Der Katheter wird in eine große Vene oder Arterie direkt in den Blutstrom eingelegt. Flüssigkeiten, Medikamente oder Blutprodukte können so infundiert werden und Blut kann abgenommen werden, in dem eine Nadel in die Kammer eingeführt wird.
  • Peritonealer Port-A-Cath Ein Katheter, der mit einer münzgroßen Kammer verbunden ist, die chirurgisch unter die Haut des Bauches implantiert wird. Der Katheter führt in die Bauchhöhle und wird verwendet, um Chemotherapie zu applizieren.
  • Prognose Der wahrscheinliche Verlauf einer Erkrankung. Die Wahrscheinlichkeit einer Genesung. Die Lebenserwartung.
  • Proteasomeninhibitoren, Proteasomenhemmer (MM-Therapie) Verhindern die Beseitigung, die Teilung und die Erneuerung unerwünschter Proteine durch das Proteasom, das die Myelomzellen sterben lässt. Beispiele für diese Substanzklasse sind: Bortezomib (Velcade®), Carfilzomib (Kyprolis®) oder Ixazomib (MLN 9708).
  • Protokoll Ein detaillierter Behandlungsplan, in dem auch die Dosierung und der Zeitplan der Verabreichung von Medikamenten angeführt sind.
  • Prämaligne Ein Ausdruck der verwendet wird, um einen Zustand zu beschreiben, der wahrscheinlich in eine Krebserkrankung übergeht.
  • PSCT (peripheral stem cell transplantation) Stammzelltransplantation, bei der die Stammzellen aus dem Blut des Spenders entnommen werden, im Gegensatz zur Knochenmarkstransplantation. Identisch mit PBSCT.
  • Radiologe Ein Arzt, der auf die Herstellung und Beurteilung von Bildern des Körperinneren spezialisiert ist. Die Bilder werden durch Röntgenstrahlen, Ultraschall, magnetische Felder oder andere Arten der Energie produziert.