Fachwörter

Quellen:

  • Patientenhandbücher der International Myeloma Foundation (IMF) und des Universitätsklinikums Heidelberg, Sektion Multiples Myelom.
  • Diverse Fachartikel von med. Autoren und/oder Fachgesellschaften wie der DGHO bzw. dem Tumorzentrum München sowie med. Fachwörterbücher +
  • Der Bearbeitungsstand, derzeit Januar 2015

 

  • Leukapherese Verfahren zur Gewinnung von blutbildenden Stammzellen nach geeigneter Stimulation (meist Chemotherapie plus Wachstumsfaktor G-CSF) aus dem Blut. Bei der Leukapherese wird das Blut durch eine Maschine gepumpt, in der sich eine Zentrifuge befindet. Die Stammzellen setzten sich dabei in einer Schicht ab, die abgesaugt wird. Das restliche Blut wird dem Patienten zurückgegeben. Bei sehr guten Venen kann die Leukapherese über die Armvenen erfolgen, in der Regel wird aber ein Halskatheder mit zwei Kanälen gesetzt. Die Prozedur ist schmerzlos. Sie dauert bis zu vier Stunden pro Stammzellsitzung.
  • Leukozyten Zellen, die dem Körper helfen, Infekte und andere Erkrankungen abzuwehren. Werden auch weiße Blutkörperchen genannt.
  • Leukopenie Eine niedrige Anzahl an weißen Blutkörperchen.
  • Lymphozyten Weiße Blutkörperchen, die Infekte und Erkrankungen abwehren.
  • Lytische Läsionen Die geschädigte Region eines Knochens, die auf einem Röntgen als dunkler Fleck erscheint, wenn genug gesundes Knochengewebe abgebaut wurde. Lytische Läsionen sehen wie Löcher im Knochen aus und beweisen, dass der Knochen geschwächt wurde.
  • Maligne-krebsartig Fähig, sich in nahegelegenes Gewebe oder in andere Teile des Körpers auszubreiten.
  • MDR (Multi-Drug-Resistenz) Resistenz gegenüber einer Standardbehandlung, normalerweise verbunden mit einer Resistenz gegenüber Adriamycin und Vincristin, die beide Chemotherapiesubstanzen sind. Die Resistenz wird durch eine Ansammlung von P-Glycoproteinen in der äußeren Zellmembran der Myelomzellen hervorgerufen. Das führt dazu, dass Medikamente aus der Myelomzelle hinausgeschleust werden, anstatt sich in der Zelle anzusammeln und schließlich zum Zelltod zu führen. Medikamente, die P-Glycoproteine blockieren werden, derzeit in klinischen Studien erprobt, z.B. PSC 833, ein neues Cyclosporinanalagon.
  • Medikamentenresistenz Entsteht durch die Fähigkeit einer Zelle, den Effekten einer therapeutischen Substanz zu widerstehen.
  • Melanom Krebs der pigmentproduzierenden Zellen der Haut oder der Netzhaut.
  • Metastasieren Sich von einem Teil des Körpers zu einem anderen auszubreiten. Wenn Krebszellen metastasieren und Absiedelungen bilden, dann sind die Zellen der Metastase ähnlich wie die des Primärtumors.
  • MGUS (Monoklone Gammopathie unbekannter Signifikanz) Beim MGUS besteht eine monoklonale Eiweißfraktion meist im Serum (Blut), keine oder nur geringe Plasmazellvermehrung im Knochenmark, keine Organschäden. Der MGUS wird nicht behandelt. Das Risiko im weiteren Verlauf an einem MM zu erkranken ist gering. Nur 1-1,5% aller mit einem MGUS diagnostizierten Personen erkranken zu einem späteren Zeitpunkt (> 50 Jahre) an einem behandlungsbedürftigen Myelom. Durch Verfeinerung der diagnostischen Möglichkeiten hat man jedoch zwischenzeitlich entdeckt, dass manche Menschen mit einem MGUS ein höheres Risiko haben als andere, an einem Myelom zu erkranken. Dies ist abhängig von der Höhe des Paraproteins wenn es sich beim Paraprotein um den Typ IgA oder IgM (= sehr selten), handelt vom Quotient der freien Kappa- und Lamda-Leichtketten im Serum (= Blut). Diese Patienten sollten regelmäßig untersucht und überwacht werden.
  • Mini-Transplantation Allogene Transplantation, mit weniger intensiver Vorbehandlung, siehe RIC
  • Minimale Resterkrankung (Minimal Residual Disease, MRD) Der Begriff “minimale Resterkrankung” wird gebraucht, um die Anwesenheit kleiner Mengen von Myelomzellen im Körper eines Patienten zu beschreiben, nachdem dieser eine komplette (oder sehr gute teilweise) Remission auf eine Behandlung erreicht hat. Traditionell wird die Untersuchung auf eine Resterkrankung bei Myelompatienten mit Zellen aus Knochenmarkproben durchgeführt. Es ist jedoch auch möglich, eine solche Prüfung mit Zellen aus dem Blut durchzuführen und/oder durch Bildgebungsverfahren zu ergänzen. DErzeit werden diese Tests nur im Rahmen von Studien durchgeführt.
  • Molekül Der kleinste Teil einer Substanz, der alle Eigenschaften der Substanz enthält und aus einem oder mehreren Atomen aufgebaut ist.
  • Monoklonal Ein Myelom entwickelt sich aus einer einzelnen bösartigen Plasmazelle. Die Art des Myelomeiweißes, das produziert wird, ist ebenfalls monoklonal. Eine einzige Art anstatt vieler verschiedener Arten (polyklonal). In der klinischen Praxis ist die Monoklonalität des Myelomeiweißes deshalb wichtig, weil es auf der Serumelektrophorese als scharfe Spitze (M-Gradient) erscheint.
  • Monoklonale Antikörper - Immuntherapeutika (MM-Therapie) Monoklonale Antikörper, seit einigen Jahren bei anderen Tumorerkrankungen wie Lymphome oder Darmtumoren erfolgreich eingesetzt, werden zwischenzeitlich auch zur Therapie des MMs entwickelt und eingesetzt. Das Wirkprinzip basiert auf dem spezifischen Anheften an Strukturen der Krebszelle, was verschiedene Reaktionen auslösen kann. Zum einen kann die körpereigene Abwehr gezielt gegen die bösartigen Zellen gerichtet werden, zum anderen können auch Reaktionen der Krebszelle selbst wie etwa Wachstumshemmung oder Zelltod ausgelöst werden. Dies hängt von der Zielstruktur des jeweiligen Antikörpers ab. Stand 2015: Der Einsatz von monoklonalen Antikörpern findet derzeit ausschließlich in Studien statt. Beispiele monoklonaler Antikörper: Elotuzumab: Zielstruktur: CS1, Oberflächenmolekül auf Myelomzellen. Der Wirkstoff wird bereits in Phase III-Studien eingesetzt.  Daratumumab: Zielstruktur: CD38, ebenfalls Oberflächenmolekül auf Myelomzellen. Einsatz derzeit in Phase II-Studien. Siltuximab: Interleukin-6, Wachstumsfaktor für Myelomzellen Einsatz derzeit in Phase II-Studien.
  • Monozyt Eine Art der weißen Blutzellen.
  • Morbus Waldenström Seltene Form eines indolenten Lymphoms, die Plasmazellen betrifft. Überhöhte Mengen an IgM-Protein werden produziert. Keine Form des Myeloms.
  • M-Protein (M-Zacke, M-Spike) Antikörper oder Teile von Antikörpern, die in ungewöhnlich großen Mengen im Blut oder im Harn von Myelompatienten gefunden werden. Bestehen aus Kappa- oder Lambdaleichtketten. Der Terminus M-Zacke (M-Spike) bezieht sich auf das Aussehen der Eiweißelektrophoresekurve, wenn ein M-Protein vorliegt. Er ist ein Synonym für monoklonales Eiweiß oder Myelomeiweiß.
  • MRT (Magnetresonanztomographie, MRI, Kernspintomographie) Eine diagnostische Untersuchung, die magnetische Felder anstatt von Röntgenstrahlen verwendet, um detaillierte zwei- oder dreidimensionale Bilder von Organen und Strukturen des Körpers zu erstellen. Hat eine hohe Auflösung für Weichteilgewebe, insbesondere das Rückenmark, ist allerdings weniger genau bei Knochenläsionen.