Fachwörter

Quellen:

  • Patientenhandbücher der International Myeloma Foundation (IMF) und des Universitätsklinikums Heidelberg, Sektion Multiples Myelom.
  • Diverse Fachartikel von med. Autoren und/oder Fachgesellschaften wie der DGHO bzw. dem Tumorzentrum München sowie med. Fachwörterbücher +
  • Der Bearbeitungsstand, derzeit Januar 2015

 

  • Interleukin 6 (IL-6) Ist ein Zytokin, das Osteoklasten und Plasmazellen stimuliert.
  • Inzidenz Die Anzahl an neuen Fällen einer Behandlung, die jedes Jahr diagnostiziert werden.
  • Ixazomib (MLN 9708) siehe Proteasomeninhibitor
  • Katheter Ein Schlauch, der in ein Blutgefäss plaziert wird, um Medikamente und Nährstoffe zuzuführen. Ein zentralvenöser Katheter (ZVK) ist ein spezieller Schlauch, der chirurgisch in eine große, herznahe Vene eingeführt wird und am Brustkorb oder Bauch austritt. Dieser Katheter kann dafür verwendet werden, Medikamente, Flüssigkeiten und Blutprodukte zu verabreichen, und um Blut abzunehmen.
  • Krebs Eine Bezeichnung für Erkrankungen, bei denen bösartige Zellen sich ohne Kontrolle teilen. Krebszellen können nahe gelegene Gewebe infiltrieren und sich über den Blutstrom und das lymphatische System in andere Teile des Körpers ausbreiten.
  • Klinisch Involviert die direkte Beobachtung eines Patienten.
  • Klinische Studie Eine Forschungsstudie, in die Patienten involviert sind. Jede Studie wird entwickelt, um bessere Wege der Prävention, Diagnose oder Behandlung von Krebs zu finden oder um wissenschaftliche Fragestellungen zu beantworten. Kontrollgruppeder Arm einer randomisierten klinischen Studie, der die Standardbehandlung erhält. Endpunktwas eine klinische Studie messen oder herausfinden will: das Ziel der Studie. Typische Endpunkte sind z. B. die Nebenwirkungen, die Ansprechrate und das Überleben. Experimentelle Gruppeder Arm einer randomisierten Studie, der die neue Behandlung erhält. Randomisierte klinische Studieeine Forschungsstudie, in der die Teilnehmer zufällig einer bestimmten Behandlung zugeordnet werden. Phase 1-Studieeine Studie, bei der die maximal tolerierbare Dosis (MTD) einer neuen Substanz oder einer neuen Substanzkombination, die nie zuvor bei Menschen angewendet wurde, herausgefunden werden soll. Normalerweise ist dies die erste Anwendung einer Behandlung beim Menschen, obwohl in Phase 1-Studien von Kombinationstherapien die individuellen Substanzen schon getestet worden sein können. Patienten, die an einer Phase 1-Studie teilnehmen, müssen eine fortgeschrittene Krebserkrankung haben, die einer Standardbehandlung nicht mehr zugänglich ist. In einer typischen Phase 1-Studie, wird die Behandlung bei aufeinander folgenden Gruppen ("Kohorten") von 36 Patienten angewendet. Alle Patienten in einer Kohorte erhalten die gleiche Dosis. Typischerweise erhält die erste Kohorte eine sehr niedrige Dosis und die Dosis wird mit jeder nachfolgenden Gruppe angehoben, bis eine vorgegebene Anzahl der Patienten an Dosis limitierenden Nebenwirkungen leidet. Die Dosis, die für die vorhergehende Kohorte verwendet wurde, wird dann als maximal tolerierbare Dosis verwendet. Diese Dosis wird dann in einer Phase 2-Studie verwendet. Phase 2-StudieEine Studie, in der die Ansprechrate einer neuen Therapie, die bereits in einer Phase 1-Studie getestet wurde, herausgefunden werden soll. Typischerweise werden 14 bis 50 Patienten mit einer bestimmten Krebsart behandelt, und es wird gezählt, bei wie vielen es zu einem Therapieansprechen kommt. Normalerweise müssen Patienten, die an Phase 2-Studien teilnehmen, eine fortgeschrittene Krebserkrankung haben, die einer Standardbehandlung nicht zugänglich ist. Zusätzlich müssen sie eine messbare Erkrankung vorweisen. Wenn die Ergebnisse einer Phase 2-Studie viel versprechend genug sind, kann die Therapie in einer Phase 3-Studie getestet werden. Wenn die Ergebnisse der Phase 2-Studie offensichtlich viel besser als die Standardbehandlung sind, dann kann es sein, dass eine Phase 3-Studie nicht notwendig ist, sondern dass die Therapie bereits basierend auf den Ergebnissen der Phase 2-Studie zur Standardbehandlung wird. Phase 3-StudieEine Studie, bei der zwei oder mehr Behandlungen für eine bestimmte Art und ein bestimmtes Stadium einer Krebserkrankung verglichen werden. Der Endpunkt einer Phase 3-Studie ist normalerweise das Überleben oder das krankheitsfreie Überleben. Phase 3-Studien sind normalerweise randomisiert, sodass Patienten nicht auswählen können, welche Behandlung sie erhalten. Eine typische Phase-3-Studie hat fünfzig bis zu tausende von Patienten. Manche Phase-3-Studien vergleichen eine neue Therapie, die in Phase 2-Studien zu guten Ergebnissen geführt hat, mit einer älteren, bekannten Standardbehandlung. Andere Phase 3-Studien vergleichen 2 Behandlungen, die beide bereits verwendet werden. Manche Behandlungen, die in Phase 3-Studien getestet werden, sind auch außerhalb von klinischen Studien verfügbar.
  • Knochenmark Das weiche, schwammige Gewebe im Zentrum der Knochen, in dem weiße Blutkörperchen, rote Blutkörperchen und Blutplättchen produziert werden.
  • Knochenmarkpunktion (Knochenmarkaspiration) Die Entnahme von Flüssigkeit und Zellen aus dem Knochenmark mit einer Nadel zur mikroskopischen Untersuchung.
  • Knochenmarkbiopsie Die Entnahme von Gewebe mit einer Nadel aus dem Knochen. Die Zellen werden auf Bösartigkeit untersucht. Wenn bösartige Plasmazellen gefunden werden, schätzt der Pathologe, wie viel Prozent des Knochenmarks betroffen ist. Die Knochenmarkbiopsie wird normalerweise zum gleichen Zeitpunkt wie die Knochenmarkpunktion durchgeführt.
  • Knochenmarkspender Eine Person, die gesundes Knochenmark an einen Patienten spendet, der eine Hochdosischemotherapie erhalten hat. Der Patient erhält während der Knochenmarktransplantation das gesunde Knochenmark des Spenders.
  • Knochenmarktransplantation siehe Transplantation
  • Knochen-Remodeling Die normale, miteinander verbundene Koordination zwischen Osteoklasten (die den Knochen aufnehmen oder zerstören) und Osteoblasten (die neuen Knochen aufbauen), um ein Gleichgewicht zwischen Produktion und Abbau aufrecht zu erhalten.
  • Knochenszintigraphie Eine Technik, um Bilder des Knochens auf einem Computerbildschirm herzustellen, auf denen man Regionen einer Verletzung, einer Krankheit oder einer Heilung sieht. Eine geringe Menge von radioaktivem Material wird in eine Vene injiziert und per Blutstrom transportiert. Diese Substanz sammelt sich im Knochen, insbesondere in abnormalen Knochenarealen, an und wird mit einem Scanner detektiert. Die Technik ist sehr hilfreich, um festzustellen, ob Krebs sich in den Knochen ausgebreitet hat, ob Krebsmedikamente erfolgreich waren und ob betroffene Knochen heilen. Wird auch als "Knochenscan" bezeichnet.
  • Konsolidierungstherapie Eine Phase der Therapie, in der versucht wird, das Ergebnis, das mit der Erstlinientherapie erreicht wurde, zu verbessern. Normalerweise werden entweder höhere Dosen oder Medikamente, die noch nicht verwendet wurden, eingesetzt.
  • Kreatinin Eine kleine chemische Verbindung, die normalerweise von den Nieren ausgeschieden wird. Wenn die Nieren geschädigt sind, sammelt sich Kreatinin im Serum an, sodass der Kreatininspiegel im Serum steigt. Der Serumkreatininspiegel wird verwendet, um die Nierenfunktion zu messen.
  • Krankheitsfreies Überleben Die Zeitspanne, die ein Patient ohne Zeichen der Krebserkrankung überlebt.
  • Krankheitsprogression Das Fortschreiten der Erkrankung, welches anhand von Untersuchungen dokumentiert wird.
  • LDH (Laktatdehydronase) Ein Enzym, das verwendet werden kann, um die Aktivität des Myeloms zu kontrollieren.
  • Läsion Ein Areal mit abnormalem Gewebe, das durch Verletzung oder eine Erkrankung wie z.B. Krebs hervorgerufen wird.