Dresden

Dresden Universitätsklinikum Medizinische Klinik und Poliklinik I

Fetscherstr. 74, 1307 Dresden
PD Dr. Chr. Röllig, 0351 458 2321

Studien

GSK2857916 bei R/RMM nach Nichtansprechen auf die Vorbehandlung mit einem Anti-CD38- Antikörper (DREAMM 2)

Offene, randomisierte, zweiarmige Studie der Phase 2 zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von zwei Dosen des Antikörper-Wirkstoff-Konjugats GSK2857916 bei Teilnehmern mit Multiplem Myelom, die bereits drei oder mehr Therapielinien erhalten haben, refraktär gegenüber einem Proteasom-Inhibitor und einer immunmodulatorischen Substanz sind und nicht auf eine Anti-CD38-Antikörper angesprochen haben.

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: DREAMM 2, GSK205678
ISRCTN:  
EudraCT: 2017-004810-25
Clinicaltrials.go NCT03525678
DRKS:  
Sponsor: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG
Studienphase: Phase 2
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 30. Juni 2020

Ziel:

In dieser Studie soll die klinische Wirksamkeit und Sicherheit von zwei Dosen von GSK2857916 bei Teilnehmern mit rezidiviertem/refraktärem Multiplen Myelom (RRMM) bewertet werden.

Hintergrund:

GSK2857916 ist ein in der klinischen Prüfung befindlicher konjugierter Antikörper, der gegen das Oberflächenantigen BCMA (engl. B cell maturation antigen) gerichtet ist. In einer Phase-I-Studie (DREAMM 1-Studie) bei sehr stark vortherapierten Patienten zeigte sich eine vielversprechende Ansprechrate von 60 % (21/35 Patienten) für die Monotherapie. (https://www.myelom-deutschland.de/wp-content/uploads/2018/04/2018-03-15-Studien-beim-Multiplen-Myelom.pdf)

Der Wirkstoff wird im Rahmen des sogenannten PRIME (Priority Medicines)-Schemas entwickelt. (https://adcreview.com/news/gsk2857916-demonstrates-60-response-rate-heavily-pre-treated-relapsed-refractory-multiple-myeloma-patients/)

Mit diesem Programm ermöglicht die Europäische Arzneimittelagentur EMA Herstellern die beschleunigte Zulassung von Arzneimitteln, wenn das betreffende Mittel einen bedeutenden Vorteil gegenüber bereits verfügbaren Therapien verspricht oder Hilfe für Patienten mit einer Erkrankung bietet, für die es bislang keine Behandlungsoption gibt.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • ECOG (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) von 0, 1 oder 2
  • Histologisch oder zytologisch bestätigte Diagnose eines MM gemäß den Kriterien der International Myeloma Working Group (IMWG). Der Patient hat eine vorausgegangene Stammzelltransplantation erhalten oder ist nicht für eine Transplantation geeignet und hat auf mindestens 3 vorangegangene Linien zur Behandlung des Myeloms, einschließlich Monotherapie oder Kombinationstherapie mit einem Anti-CD38-Antikörper (z. B. Daratumumab), nicht angesprochen und ist refraktär gegenüber Immunmodulatoren (IMiD) (d. h. Lenalidomid oder Pomalidomid) und gegenüber einem Proteasom-Inhibitor (d. h. Bortezomib, Ixazomib oder Carfilzomib).
  • Patienten mit einer autologen Stammzelltransplantation in der Vorgeschichte sind für die Teilnahme geeignet, sofern die Transplantation mehr als 100 Tag vor dem Einschluss in die Studie zurückliegt und keine aktive Infektion besteht
  • Erkrankung muss zum Zeitpunkt der Voruntersuchung anhand mindestens eines der folgenden Kriterien messbar sein:
    • M-Protein im Serum ≥ 0,5 g/dl (≥ 5 g/l)
    • Ausscheidung von M-Protein im Urin > 200 mg/24 Stunden
    • Bestimmung freier Leichtketten (FLC) im Serum > 10 mg/dl, (≥ 100 mg/l) und einem auffälligen Serum-FLC-Verhältnis (< 0,26 oder > 1,65)

Ausschlußkriterien

  • Systemische Anti-Myelom-Therapie in den letzten 14 Tagen oder Plasmapherese innerhalb von 7 Tagen vor der ersten Verabreichung der Studienmedikation
  • POEMS-Syndrom, aktive Plasmazellleukämie zum Zeitpunkt der Voruntersuchung
  • Vorausgegangene allogene Stammzelltransplantation
  • Derzeitige Erkrankung des Hornhautepithels ausgenommen leichte Keratitis punctata

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ergänzende Informationen

In der DREAMM 2-Studie erhalten die Teilnehmer gefrorenes GSK2857916 als Monotherapie in einer Dosis von entweder 2,5 mg/kg oder 3,4 mg/kg intravenös einmal alle drei Wochen bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten von inakzeptablen Nebenwirkungen.

Gemeinschaftspraxis Hämatologie - Onkologie

Arnoldstr 18, 1219 Dresden
0351-44 00022

Studien

Bortezomib, Selinexor und Dexamethason bei rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom (BOSTON, KCP-330-023) - neu
Offene Studie der Phase 3 zum Vergleich von Selinexor, Bortezomib und Dexamethason (SVd) gegenüber Bortezomib und Dexamethason (Vd) bei Patienten mit rezidivierendem oder therapierefraktärem multiplem Myelom

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: KCP-330-023
ISRCTN:  
EudraCT: 2016-003957-14
Clinicaltrials.gov: NCT03110562
DRKS:  
Sponsor: Karyopharm Therapeutics inc.
Studienphase: Phase 3
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 06/2020

Ziel:

Diese multizentrische Studie vergleicht die Wirksamkeit, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Sicherheit von Selinexor plus Bortezomib (Velcade®) plus niedrig dosiertem Dexamethason (SVd) gegenüber Bortezomib plus niedrig dosiertem Dexamethason (Vd) bei Patienten mit rezidivierendem oder therapierefraktärem multiplem Myelom (MM), die bereits 1 bis 3 Vortherapien für MM erhalten haben.

Hintergrund:

Selinexor (KPT-330) ist der erste Vertreter der neuen Wirkstoffklasse der sogenannten selektiven Hemmer des Zellkernexports (engl. selective inhibitor of nuclear export, SINE). Die Wirkung von Selinexor beruht auf der Hemmung von XPO1, einem Protein, das in hohen Konzentrationen im Kern von Tumorzellen zu finden ist und dort den Export von Tumorsuppressoren bewirkt. Durch die Hemmung von XPO1 können Tumorsuppressoren im Zellkern verbleiben, dort DNA-Schäden erkennen und den Tod von Krebszellen einleiten. Gesunde Zellen werden von SINE-Substanzen verschont. Selinexor verringert außerdem die Konzentration bestimmter Proteine, die das Tumorzellwachstum fördern. (Quelle: https://www.themmrf.org/multiple-myeloma-knowledge-center/experimental-treatments/selinexor/ und https://www.karyopharm.com/sine-technology/) Selinexor (KPT-330) wird derzeit in mehreren klinischen Studien der Phase 2/3 bei Patienten mit rezidivierendem und/oder therapierefraktärem malignen hämatologischen und soliden Tumorerkrankungen untersucht. (Quelle: https://www.karyopharm.com/pipeline/oral-selinexor-kpt-330/)

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien (3-5)

  • Histologisch bestätigtes multiples Myelom, bei dem die Erkrankung gemäß den Kriterien der International Myeloma Working Group (IMWG) anhand mindestens eines der folgenden Kriterien messbar ist:
    • M-Protein im Serum ≥ 0,5 g/dl (> 5 g/l) bestimmt mittels Serumproteinelektrophorese (SPEP) oder bei Myelom vom Typ Immunglobulin (Ig) A, bestimmt mittels quantitativem IgA-Spiegel im Serum; oder
    • Ausscheidung von M-Protein im Urin ≥ 200 mg/24 Stunden; oder
    • Bestimmung freier Leichtketten (FLC) im Serum ≥ 100 mg/l, sofern das Serum-FLC-Verhältnis auffällig ist.
  • Mindestens 1 und höchstens 3 Vortherapien für multiples Myelom. Eine Induktionstherapie gefolgt von einer Stammzelltransplantation und Konsolidierungs-/ Erhaltungstherapie gilt als 1 Vortherapie für MM.
  • Dokumentierter Nachweis eines fortschreitenden (progredienten) MM (basierend auf der Beurteilung des Prüfarztes gemäß den modifizierten IMWG-Ansprechkriterien) unter oder nach dem letzten Behandlungsschema.

Ausschlusskriterien (3-5)

  • Frühere Verabreichung einer SINE-Substanz (eines XPO-1-Inhibitors), einschließlich Selinexor.
  • Maligne Vorerkrankung in den 5 Jahren vor Randomisierung, die behandlungsbedürftig war oder Zeichen eines erneuten Auftretens (Rezidiv) gezeigt hat (ausgenommen Nicht-Melanom-Hautkrebs oder angemessen behandeltem Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium (sogenanntes Zervixkarzinom in situ)
  • Einhergehende Begleiterkrankung, wie nicht eingestellter aktiver Bluthochdruck (Hypertonie), nicht eingestellter aktiver Diabetes, aktive systemische Infektion, usw., die die Studienabläufe wahrscheinlich beeinträchtigt
  • Aktive Plasmazell-Leukämie

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ergänzende Informationen:

Die Studienteilnehmer werden nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Gruppen zugeteilt und erhalten entweder Selinexor plus Bortezomib (Velcade®) plus niedrig dosiertes Dexamethason (SVd) oder Bortezomib plus niedrig dosiertes Dexamethason (Vd). Patienten in der Vd-Gruppe, bei denen eine objektive Krankheitsprogression gemäß den Kriterien der International Myeloma Working Group [IMWG] bestätigt wird, können in die Gruppe wechseln, die auch mit Selinexor behandelt wird.

Panobinostat/Bortezomib/Dexamethason bei rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom (Panorama 3)

Multizentrische, randomisierte, offene Phase 2 Studie, die die Sicherheit und Wirksamkeit von 3 verschiedenen Behandlungen mit oralem Panobinostat in Kombination mit subkutanem Bortezomib und oralem Dexamethason bei Patienten mit rezidiviertem oder rezidiviertem/refraktärem multiplen Myelom untersucht, die vorher bereits eine immunmodulatorische Substanz hatten.

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: CLBH589D2222
ISRCTN:  
EudraCT:  
Clinicaltrials.gov: NCT02654990
DRKS:  
Sponsor: Novartis
Studienphase: Phase 2
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 17.04.2019

Ziel:

Eine Kombination aus den in der PANORAMA-3 Studie eingesetzten Wirkstoffen ist bereits für bestimmte Patienten mit rezidiviertem Multiplen Myelom zugelassen. In dieser Studie soll jedoch die Therapie aus den Wirkstoffen Panobinostat, Bortezomib und Dexamethason weiter optimiert werden. Es soll herausgefunden werden, ob eine Dreifachkombination der Wirkstoffe Panobinostat, Bortezomib und Dexamethason in verschiedenen Dosierungen sicher und wirksam ist.

Hintergrund:

Diese drei Wirkstoffe greifen die Krebszellen auf verschiedenen Wegen an und haben somit unterschiedliche Auswirkungen auf die Krebszellen. Panobinostat ist ein antiproliferativer und zytotoxischer Wirkstoff aus der Gruppe der Histon-Deacetylase-Inhibitoren, Bortezomib ist ein Proteasomeninhibitor und Dexamethason ist ein Kortikoid. Durch die richtige Kombination der drei Wirkstoffe kann die zugelassene Therapie weiter optimiert werden.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien

  • Multiples Myelom, definiert über die IMWG (International Myeloma Working Group) 2014 Definition
  • Behandlungsbedürftigkeit für rezidiviertes oder refraktäres Myelom
  • Messbare Erkrankung, basierend auf Serumproteinbestimmung
  • 1 bis 4 Vortherapien

Ausschlusskriterien

  • primär refraktäres Myelom
  • refraktär auf Bortezomib
  • begleitende Krebstherapie (außer Bortezomib/Dexamethason und Bisphosphonate)
  • Vorbehandlung mit DAC (Deacylase)-Inhibitoren
  • Klinisch signifikante, unkontrollierte Herzerkrankung und/oder kardiales Ereignis, wie z.B. Herzinfarkt (innerhalb von 6 Monaten vor Randomisierung)

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Gemeinschaftspraxis Mohm/Prange-Krex

Pfotenhauerstraße 55, 1307 Dresden
0351-4416018

Onkozentrum Dresden / Freiberg

Leipziger Str 118-120, 1127 Dresden
0351- 795 255 0