Sachsen

Klinikum Chemnitz

Bürgerstr. 2, 9116 Chemnitz
0371-333-43073

Studien

Daratumumab bei Niereninsuffizienz (GMMG-DANTE)

Daratumumab in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom und schwerer Nierenfunktionseinschränkung

Organisatorische Daten:

Prüfplancode:  
ISRCTN:  
EudraCT: 2016-000433-51
Clinicaltrials.gov: NCT02977494
DRKS:  
Sponsor: Universitätsklinikum Tübingen
Studienphase: Phase 2
Status: Rekrutierung läuft; bis voraussichtlich Dez. 2020

Ziel:

Patienten mit Niereninsuffizienz benötigen eine rasche und effektive Verminderung ihrer Tumorlast, um eine Erholung der Nieren zu ermöglichen. Monoklonale Antikörper wie Daratumumab werden weder über die Nieren ausgeschieden noch verstoffwechselt, trotzdem waren Patienten mit Niereninsuffienz (GFR ≤ 20 ml/min) bisher von entsprechenden Studien ausgeschlossen. Ziel dieser Studie ist es nun, die Wirksamkeit, Sicherheit und Pharmakokinetik der Kombination von Daratumumab mit Bortezomib (Velcade®) und Dexamethason bei Patienten mit rezidiviertem, refraktärem Multiplen Myelom mit schwerer Niereninsuffizienz zu überprüfen.

Hintergrund:

Daratumumab ist ein monoklonaler Antikörper, der zur Behandlung des Multiplen Myeloms eingesetzt wird. Der Antikörper bindet an das Oberflächenprotein CD38, das von den Tumorzellen in allen Stadien der Erkrankung gebildet wird. Die Bindung des Antikörpers führt zum Absterben der Tumorzelle durch programmierten Zelltod (Apoptose) sowie durch eine verstärkte Immunreaktion. Das Mittel ist seit Juni 2016 (in den USA seit November 2015) zur Monotherapie von Patienten mit Multiplem Myelom zugelassen, das nicht mehr auf eine Behandlung mit einem Proteasomeninhibitor oder einem Immunmodulator anspricht.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Patienten müssen ein dokumentiertes, behandlungsbedürftiges multiples Myelom haben, definiert durch die folgenden Kriterien:
    • Monoklonale Plasmazellen im Knochenmark > 10% und/oder Nachweis eines Plasmozytoms, nachgewiesen durch eine Biopsie zu irgendeinem Zeitpunkt ihrer Krankheitsgeschichte, gemäß den IMWG Diagnosekriterien (IMWG Kriterien von  2014, Rajkumar et al. 2014)
    • Messbare Erkrankung beim Screening (Serum M-Protein > 500 mg/dl oder Urin M-Protein > 200 mg/24h, im Fall eines Leichtkettenmyeloms: freie Leichtketten > 10 mg/dl und abnormer kappa/lambda Leichtkettenquotient)
  • GFR (Glomeruläre Filtrationsrate) < 30 ml/min und /oder Patienten unter Hämodialyse
  • Patient muss mindestens eine Vortherapie erhalten haben
  • Patienten müssen dokumentierten Progress ihrer Erkrankung nach der letzten Therapie haben
  • ECOG Performance Status (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) von 0-3

Ausschlusskriterien

  • Patient hat vorher Daratumumab oder eine andere Anti-CD38-Antikörpertherapie erhalten (eine Vortherapie mit Elotuzumab ist erlaubt)      
  • Nachweis einer Unverträglichkeit von Bortezomib oder bekannte Allergien, Überempfindlichkeit oder Unverträglichkeit gegen monoklonale Antikörper
  • Aktive Graft-versus-Host-Erkrankung unter immunsuppressiver Behandlung
  • Vorhergehende Krebserkrankung innerhalb von 5 Jahren vor Studieneinschluss
  • Aktive, unkontrollierbare Infektion
  • Periphere Neuropathie ≥ 3 oder neuropathische Schmerzen Grad 2 oder höher

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Lenalidomid, Bortezomib, Dexamethason +/- Isatuximab (GMMG HD7)

Offene Phase-3-Studie zur Wirkung von Isatuximab in der Induktionstherapie mit Lenaliodomid/Bortezomib/Dexamethason (RVd) und in der Erhaltungstherapie mit Lenalidomid bei Patienten mit neu diagnostiziertem Myelom

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: GMMG HD7
ISRCTN:  
EudraCT: 2017-004768-37
Clinicaltrials.gov: NCT03617731
DRKS:  
Sponsor: Universitätsklinikum Heidelberg
Studienphase: Phase 3
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis Mai 2025

Ziel:

Dies ist eine prospektive, multizentrische, randomisierte, offene, klinische Phase-3-Studie im Parallelgruppen-Design für Patienten mit bestätigter Diagnose eines unbehandelten multiplen Myeloms, das eine systemische Therapie erfordert.

Die Studie vergleicht die Wirkung der Induktionstherapie mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (RVd) (Studienarm IA) mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (RVd) plus zusätzlich Isatuximab (Studienarm IB) bei Patienten mit neu diagnostiziertem, unbehandeltem Multiplen Myelom.

Hauptziel der Studie ist der Vergleich des Anteils von Patienten ohne minimale Resterkrankung (MRD-negativ) nach der Induktionstherapie ohne bzw. mit zusätzlicher Gabe von Isatuximab. Die minimale Resterkrankung wird mittels Durchflusszytometrie gemessen.

Als weiteres Hauptziel soll die Studie das progressionsfreie Überleben bei Patienten vergleichen, die eine Erhaltungstherapie mit Lenalidomid ohne (Studienarm IIA) bzw. mit zusätzlich Isatuximab (Studienarm IIB) erhalten.

Hintergrund:

Isatuximab (SAR650984) ist ein monoklonaler Anti-CD38-Antikörper, der bisher bei rezidiviertem und refraktärem Multiplen Myelom geprüft wurde, und nun in der Ersttherapie in Kombination mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason getestet werden soll.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Bestätigte Diagnose eines unbehandelten Multiplen Myeloms, das eine systemische Therapie erfordert (Diagnosekriterien nach den aktualisierten IMWG-Kriterien). Bei einigen Patienten kann eine systemische Therapie erforderlich sein, obwohl diese diagnostischen Kriterien nicht erfüllt sind. In diesem Fall ist vor der Aufnahme das GMMG-Studienbüro zu konsultieren.
  • Der Patient ist für die Hochdosistherapie und die autologe Stammzelltransplantation geeignet.
  • Messbare Krankheit, definiert als jeder quantifizierbare monoklonale Proteinwert, definiert durch mindestens eine der folgenden drei Messungen:
    • Serum M-Protein ≥ 10 g/l (für IgA ≥ 5g/l)
    • Urin-Leichtkette (M-Protein) ≥ 200 mg/24 Stunden
    • Serum-FLC-Assay: beteiligter FLC-Wert ≥ 10 mg/dl bei abnormem sFLC-Verhältnis

Ausschlußkriterien

  • Der Patient hat eine Überempfindlichkeit (oder Kontraindikation) gegenüber Dexamethason, Saccharosehistidin (als Basis- und Hydrochloridsalz), Bor, Mannitol und Polysorbat 80 oder einer der Komponenten der Studientherapie, die nicht für eine Vorbehandlung mit Steroiden oder H2-Blockern geeignet sind, was eine weitere Behandlung mit diesen Mitteln verbieten würde.
  • Systemische AL-Amyloidose (außer AL-Amyloidose der Haut oder des Knochenmarks)
  • Plasmazellleukämie
  • Frühere Chemotherapie oder Strahlentherapie in den letzten 5 Jahren mit Ausnahme der lokalen Strahlentherapie bei lokalem Myelomverlauf. (Hinweis: Die Patienten können eine Gesamtdosis von bis zu 160 mg Dexamethason oder ein gleichwertiges Mittel als Notfalltherapie erhalten haben.) Eine frühere Therapie aufgrund eines schwelenden Myeloms kann akzeptabel sein. In diesem Fall ist vor der Aufnahme das GMMG-Studienbüro zu konsultieren.
  • Schwere Herzinsuffizienz (NYHA-Klassifikation III-IV), Auswurffraktion < 40%.

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ergänzende Informationen:

Die Studie wird in zwei Armen durchgeführt. Vor der Induktionstherapie werden die Patienten per Zufallsverfahren Studienarm IA oder IB zugeordnet (randomisiert):

  • IA: Patienten in Arm IA erhalten 3 Zyklen RVd (Bortezomib [Velcade®], Lenalidomid [Revlimid®, jeder Zyklus dauert 42 Tage] und Dexamethason).
  • IB: Patienten im Arm IB erhalten den monoklonalen Antikörper Isatuximab zusätzlich zu den 3 Zyklen RVd.

Nach der Induktionstherapie werden die Patienten einer Intensivierungstherapie nach GMMG-Standard unterzogen (in der Regel Mobilisierungstherapie gefolgt von Stammzellgewinnung und autologer Stammzelltransplantation.
Vor der Erhaltungsbehandlung werden die Patienten per Zufallsverfahren Studienarm IIA oder IIB zugeordnet:

  • IIA: Patienten im Arm IIA erhalten drei Jahre lang eine Erhaltungstherapie mit Lenalidomid.
  • IIB: Patienten im Arm IIB erhalten zusätzlich Isatuximab

Die Studienteilnahme dauert für jeden Patienten voraussichtlich 45 bis 48 Monate (Induktions- und Intensivierungstherapie: 6 bis 9 Monate, 3 Monate Pause zwischen der Intensivierung und Beginn der Erhaltungsphase: 36 Monates).

 

GMMG HD7

Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Universitätsklinikums Heidelberg

Zusätzliche Information

Studienübersicht des Klinikum Chemnitz

Dresden Universitätsklinikum Medizinische Klinik und Poliklinik I

Fetscherstr. 74, 1307 Dresden
PD Dr. Chr. Röllig, 0351 458 2321

Studien

GSK2857916 bei R/RMM nach Nichtansprechen auf die Vorbehandlung mit einem Anti-CD38- Antikörper (DREAMM 2)

Offene, randomisierte, zweiarmige Studie der Phase 2 zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von zwei Dosen des Antikörper-Wirkstoff-Konjugats GSK2857916 bei Teilnehmern mit Multiplem Myelom, die bereits drei oder mehr Therapielinien erhalten haben, refraktär gegenüber einem Proteasom-Inhibitor und einer immunmodulatorischen Substanz sind und nicht auf eine Anti-CD38-Antikörper angesprochen haben.

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: DREAMM 2, GSK205678
ISRCTN:  
EudraCT: 2017-004810-25
Clinicaltrials.go NCT03525678
DRKS:  
Sponsor: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG
Studienphase: Phase 2
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 30. Juni 2020

Ziel:

In dieser Studie soll die klinische Wirksamkeit und Sicherheit von zwei Dosen von GSK2857916 bei Teilnehmern mit rezidiviertem/refraktärem Multiplen Myelom (RRMM) bewertet werden.

Hintergrund:

GSK2857916 ist ein in der klinischen Prüfung befindlicher konjugierter Antikörper, der gegen das Oberflächenantigen BCMA (engl. B cell maturation antigen) gerichtet ist. In einer Phase-I-Studie (DREAMM 1-Studie) bei sehr stark vortherapierten Patienten zeigte sich eine vielversprechende Ansprechrate von 60 % (21/35 Patienten) für die Monotherapie. (https://www.myelom-deutschland.de/wp-content/uploads/2018/04/2018-03-15-Studien-beim-Multiplen-Myelom.pdf)

Der Wirkstoff wird im Rahmen des sogenannten PRIME (Priority Medicines)-Schemas entwickelt. (https://adcreview.com/news/gsk2857916-demonstrates-60-response-rate-heavily-pre-treated-relapsed-refractory-multiple-myeloma-patients/)

Mit diesem Programm ermöglicht die Europäische Arzneimittelagentur EMA Herstellern die beschleunigte Zulassung von Arzneimitteln, wenn das betreffende Mittel einen bedeutenden Vorteil gegenüber bereits verfügbaren Therapien verspricht oder Hilfe für Patienten mit einer Erkrankung bietet, für die es bislang keine Behandlungsoption gibt.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • ECOG (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) von 0, 1 oder 2
  • Histologisch oder zytologisch bestätigte Diagnose eines MM gemäß den Kriterien der International Myeloma Working Group (IMWG). Der Patient hat eine vorausgegangene Stammzelltransplantation erhalten oder ist nicht für eine Transplantation geeignet und hat auf mindestens 3 vorangegangene Linien zur Behandlung des Myeloms, einschließlich Monotherapie oder Kombinationstherapie mit einem Anti-CD38-Antikörper (z. B. Daratumumab), nicht angesprochen und ist refraktär gegenüber Immunmodulatoren (IMiD) (d. h. Lenalidomid oder Pomalidomid) und gegenüber einem Proteasom-Inhibitor (d. h. Bortezomib, Ixazomib oder Carfilzomib).
  • Patienten mit einer autologen Stammzelltransplantation in der Vorgeschichte sind für die Teilnahme geeignet, sofern die Transplantation mehr als 100 Tag vor dem Einschluss in die Studie zurückliegt und keine aktive Infektion besteht
  • Erkrankung muss zum Zeitpunkt der Voruntersuchung anhand mindestens eines der folgenden Kriterien messbar sein:
    • M-Protein im Serum ≥ 0,5 g/dl (≥ 5 g/l)
    • Ausscheidung von M-Protein im Urin > 200 mg/24 Stunden
    • Bestimmung freier Leichtketten (FLC) im Serum > 10 mg/dl, (≥ 100 mg/l) und einem auffälligen Serum-FLC-Verhältnis (< 0,26 oder > 1,65)

Ausschlußkriterien

  • Systemische Anti-Myelom-Therapie in den letzten 14 Tagen oder Plasmapherese innerhalb von 7 Tagen vor der ersten Verabreichung der Studienmedikation
  • POEMS-Syndrom, aktive Plasmazellleukämie zum Zeitpunkt der Voruntersuchung
  • Vorausgegangene allogene Stammzelltransplantation
  • Derzeitige Erkrankung des Hornhautepithels ausgenommen leichte Keratitis punctata

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ergänzende Informationen

In der DREAMM 2-Studie erhalten die Teilnehmer gefrorenes GSK2857916 als Monotherapie in einer Dosis von entweder 2,5 mg/kg oder 3,4 mg/kg intravenös einmal alle drei Wochen bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten von inakzeptablen Nebenwirkungen.

Gemeinschaftspraxis Hämatologie - Onkologie

Arnoldstr 18, 1219 Dresden
0351-44 00022

Studien

Bortezomib, Selinexor und Dexamethason bei rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom (BOSTON, KCP-330-023) - neu
Offene Studie der Phase 3 zum Vergleich von Selinexor, Bortezomib und Dexamethason (SVd) gegenüber Bortezomib und Dexamethason (Vd) bei Patienten mit rezidivierendem oder therapierefraktärem multiplem Myelom

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: KCP-330-023
ISRCTN:  
EudraCT: 2016-003957-14
Clinicaltrials.gov: NCT03110562
DRKS:  
Sponsor: Karyopharm Therapeutics inc.
Studienphase: Phase 3
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 06/2020

Ziel:

Diese multizentrische Studie vergleicht die Wirksamkeit, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Sicherheit von Selinexor plus Bortezomib (Velcade®) plus niedrig dosiertem Dexamethason (SVd) gegenüber Bortezomib plus niedrig dosiertem Dexamethason (Vd) bei Patienten mit rezidivierendem oder therapierefraktärem multiplem Myelom (MM), die bereits 1 bis 3 Vortherapien für MM erhalten haben.

Hintergrund:

Selinexor (KPT-330) ist der erste Vertreter der neuen Wirkstoffklasse der sogenannten selektiven Hemmer des Zellkernexports (engl. selective inhibitor of nuclear export, SINE). Die Wirkung von Selinexor beruht auf der Hemmung von XPO1, einem Protein, das in hohen Konzentrationen im Kern von Tumorzellen zu finden ist und dort den Export von Tumorsuppressoren bewirkt. Durch die Hemmung von XPO1 können Tumorsuppressoren im Zellkern verbleiben, dort DNA-Schäden erkennen und den Tod von Krebszellen einleiten. Gesunde Zellen werden von SINE-Substanzen verschont. Selinexor verringert außerdem die Konzentration bestimmter Proteine, die das Tumorzellwachstum fördern. (Quelle: https://www.themmrf.org/multiple-myeloma-knowledge-center/experimental-treatments/selinexor/ und https://www.karyopharm.com/sine-technology/) Selinexor (KPT-330) wird derzeit in mehreren klinischen Studien der Phase 2/3 bei Patienten mit rezidivierendem und/oder therapierefraktärem malignen hämatologischen und soliden Tumorerkrankungen untersucht. (Quelle: https://www.karyopharm.com/pipeline/oral-selinexor-kpt-330/)

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien (3-5)

  • Histologisch bestätigtes multiples Myelom, bei dem die Erkrankung gemäß den Kriterien der International Myeloma Working Group (IMWG) anhand mindestens eines der folgenden Kriterien messbar ist:
    • M-Protein im Serum ≥ 0,5 g/dl (> 5 g/l) bestimmt mittels Serumproteinelektrophorese (SPEP) oder bei Myelom vom Typ Immunglobulin (Ig) A, bestimmt mittels quantitativem IgA-Spiegel im Serum; oder
    • Ausscheidung von M-Protein im Urin ≥ 200 mg/24 Stunden; oder
    • Bestimmung freier Leichtketten (FLC) im Serum ≥ 100 mg/l, sofern das Serum-FLC-Verhältnis auffällig ist.
  • Mindestens 1 und höchstens 3 Vortherapien für multiples Myelom. Eine Induktionstherapie gefolgt von einer Stammzelltransplantation und Konsolidierungs-/ Erhaltungstherapie gilt als 1 Vortherapie für MM.
  • Dokumentierter Nachweis eines fortschreitenden (progredienten) MM (basierend auf der Beurteilung des Prüfarztes gemäß den modifizierten IMWG-Ansprechkriterien) unter oder nach dem letzten Behandlungsschema.

Ausschlusskriterien (3-5)

  • Frühere Verabreichung einer SINE-Substanz (eines XPO-1-Inhibitors), einschließlich Selinexor.
  • Maligne Vorerkrankung in den 5 Jahren vor Randomisierung, die behandlungsbedürftig war oder Zeichen eines erneuten Auftretens (Rezidiv) gezeigt hat (ausgenommen Nicht-Melanom-Hautkrebs oder angemessen behandeltem Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium (sogenanntes Zervixkarzinom in situ)
  • Einhergehende Begleiterkrankung, wie nicht eingestellter aktiver Bluthochdruck (Hypertonie), nicht eingestellter aktiver Diabetes, aktive systemische Infektion, usw., die die Studienabläufe wahrscheinlich beeinträchtigt
  • Aktive Plasmazell-Leukämie

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ergänzende Informationen:

Die Studienteilnehmer werden nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Gruppen zugeteilt und erhalten entweder Selinexor plus Bortezomib (Velcade®) plus niedrig dosiertes Dexamethason (SVd) oder Bortezomib plus niedrig dosiertes Dexamethason (Vd). Patienten in der Vd-Gruppe, bei denen eine objektive Krankheitsprogression gemäß den Kriterien der International Myeloma Working Group [IMWG] bestätigt wird, können in die Gruppe wechseln, die auch mit Selinexor behandelt wird.

Panobinostat/Bortezomib/Dexamethason bei rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom (Panorama 3)

Multizentrische, randomisierte, offene Phase 2 Studie, die die Sicherheit und Wirksamkeit von 3 verschiedenen Behandlungen mit oralem Panobinostat in Kombination mit subkutanem Bortezomib und oralem Dexamethason bei Patienten mit rezidiviertem oder rezidiviertem/refraktärem multiplen Myelom untersucht, die vorher bereits eine immunmodulatorische Substanz hatten.

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: CLBH589D2222
ISRCTN:  
EudraCT:  
Clinicaltrials.gov: NCT02654990
DRKS:  
Sponsor: Novartis
Studienphase: Phase 2
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 17.04.2019

Ziel:

Eine Kombination aus den in der PANORAMA-3 Studie eingesetzten Wirkstoffen ist bereits für bestimmte Patienten mit rezidiviertem Multiplen Myelom zugelassen. In dieser Studie soll jedoch die Therapie aus den Wirkstoffen Panobinostat, Bortezomib und Dexamethason weiter optimiert werden. Es soll herausgefunden werden, ob eine Dreifachkombination der Wirkstoffe Panobinostat, Bortezomib und Dexamethason in verschiedenen Dosierungen sicher und wirksam ist.

Hintergrund:

Diese drei Wirkstoffe greifen die Krebszellen auf verschiedenen Wegen an und haben somit unterschiedliche Auswirkungen auf die Krebszellen. Panobinostat ist ein antiproliferativer und zytotoxischer Wirkstoff aus der Gruppe der Histon-Deacetylase-Inhibitoren, Bortezomib ist ein Proteasomeninhibitor und Dexamethason ist ein Kortikoid. Durch die richtige Kombination der drei Wirkstoffe kann die zugelassene Therapie weiter optimiert werden.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien

  • Multiples Myelom, definiert über die IMWG (International Myeloma Working Group) 2014 Definition
  • Behandlungsbedürftigkeit für rezidiviertes oder refraktäres Myelom
  • Messbare Erkrankung, basierend auf Serumproteinbestimmung
  • 1 bis 4 Vortherapien

Ausschlusskriterien

  • primär refraktäres Myelom
  • refraktär auf Bortezomib
  • begleitende Krebstherapie (außer Bortezomib/Dexamethason und Bisphosphonate)
  • Vorbehandlung mit DAC (Deacylase)-Inhibitoren
  • Klinisch signifikante, unkontrollierte Herzerkrankung und/oder kardiales Ereignis, wie z.B. Herzinfarkt (innerhalb von 6 Monaten vor Randomisierung)

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Gemeinschaftspraxis Mohm/Prange-Krex

Pfotenhauerstraße 55, 1307 Dresden
0351-4416018

Onkozentrum Dresden / Freiberg

Leipziger Str 118-120, 1127 Dresden
0351- 795 255 0

Gemeinschaftspraxis Hämatologie/ Internistische Onkologie Dr Aldaoud Dr. Schwarzer

Strümpelstr. 41, 4289 Leipzig
0341-9616126

Universitätsklinikum Leipzig

Philipp-Rosenthal-Straße 27, 4103 Leipzig
0341-97-13131

Studien

Carfilzomib / Benda / Dex

Carfilzomib in Kombination mit Bendamustin und Dexamethason bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom,

   EMN09
EudraCT:  2012-003938-17
Clincaltrials.gov: NCT02056756
DRKS: DRKS00006318 

Allgemeine Informationen

Es handelt sich um eine internationale, offene, multizentrische Phase 1b/2- Studie.

Carfilzomib, ein neuer Proteasomen-Inhibitor der 2. Generation, hatte bereits als Einzelsubstanz und in Kombination mit Dexamethason eine bemerkenswerte Wirkung gezeigt. Im Gegensatz zu Bortezomib scheint dieser Proteasomen-Inhibitor keine Nervenschädigungen zu verursachen.

 

Isatuximab in Kombination mit Bortezomib + Cyclophosphamid + Dexamethason (CyBorDSAR)

Offene Dosissteigerungsstudie der Phase 1 mit intravenös verabreichtem Isatuximab (SAR650984) in Kombination mit Bortezomib-basierten Therapieschemen bei Patienten mit neu diagnostiziertem Multiplem Myelom, die nicht für eine Transplantation infrage kommen (CyBorDSAR).
Die Studie untersucht Isatuximab in Kombination mit Bortezomib + Cyclophosphamid + Dexamethason (VCD) und Isatuximab in Kombination Bortezomib + Lenalidomid + Dexamethason (VRDI).

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: TCD13983
ISRCTN:  
EudraCT: 2014-001251-23
Clinicaltrials.gov: NCT02513186
DRKS:  
Sponsor: Sanofi
Studienphase: Phase 1
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 18.12.2024

Ziel:

Die Studie untersucht die Sicherheit, Pharmakokinetik (Einwirkung des Körpers auf die Substanz), Pharmakodynamik (Einwirkung der Substanz auf den Körper) und vorläufige Wirksamkeit von intravenös verabreichtem Isatuximab (SAR650984) in Kombination mit zwei Bortezomib-basierten Therapieschemen bei Patienten mit neu diagnostiziertem Multiplem Myelom, die nicht für eine Transplantation infrage kommen.
Ziel ist es, die maximal verträgliche Dosis und die empfohlene Dosis von Isatuximab bei Kombination mit Bortezomib, Cyclophosphamid und Dexamethason zu ermitteln. Zudem soll die Sicherheit und vorläufige Wirksamkeit (Gesamtansprechrate, komplette Remissionsrate und Dauer des Ansprechens) von Isatuximab in Kombination mit den beiden genannten Bortezomib-basierten Therapieschemen untersucht werden.

Hintergrund:

Isatuximab ist ein Anti-CD38 monoklonaler Antikörper zur Behandlung von rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom, der jetzt in der Erstlinientherapie getestet werden soll.

Indikation und Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Patienten mit neu diagnostiziertem Multiplen Myelom, deren Erkrankung anhand mindestens eines der folgenden Kriterien messbar ist:
    • M-Protein im Serum ≥ 1 g/dl (≥ 10 g/l)
    • Ausscheidung von M-Protein im Urin > 200 mg/24 Stunden
    • Bestimmung freier Leichtketten im Serum (sFLC): Bestimmung der beteiligten freien Leichtketten ≥ 10 mg/dl (≥ 100 mg/l) und auffälliges Serum-FLC-Verhältnis (<0,26 oder >1,65)
  • Patienten mit schwelendem Multiplen Myelom mit Ultrahochrisiko-Erkrankung, wenn die Kriterien der International Myeloma Working Group erfüllt werden
  • Patienten, die für eine Transplantation nicht infrage kommen (Alter und Begleiterkrankungen im Ermessen des Prüfers)

Ausschlusskriterien:

  • ECOG (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) >2
  • Geringe Knochenmarkreserve.
  • Schlechte Organfunktion

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt

Isatuximab mit Pomalidomid und Dexamethason (ICARIA-MM)

Multinationale klinische Studie zur Untersuchung von Isatuximab, Pomalidomid und Dexamethason im Vergleich zu Pomalidomid und Dexamethason allein bei Patienten mit refraktärem oder rezidiviertem Multiplen Myelom (ICARIA-MM)

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: EFC14335
ISRCTN:  
EudraCT: 2016-003097-41
Clinicaltrials.gov: NCT02990338
DRKS:  
Sponsor: Sanofi
Studienphase: Phase 3
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 11/2020

Ziel:

Es soll die Wirksamkeit von Isatuximab in Kombination mit Pomalidomid und niedrig dosiertem Dexamethason bei der Verlängerung des progressionsfreien Überlebens im Vergleich zu  Pomalidomid und niedrig dosiertem Dexamethason allein bei Patienten mit refraktärem oder rezidiviertem multiplen Myelom untersucht werden.

Hintergrund:

Isatuximab (ISA) ist ein anti-CD38 monoklonaler Antikörper mit verschiedenen Wirkmechanismen zur Abtötung von Tumorzellen durch Aktivierung von Immunzellen und direktem Tumorangriff. In präklinischen Studien hat Pomalidomid sowohl die direkte, wie die indirekte Antitumoraktivität von Isatuximab im Vergleich zu Lenalidomid deutlich erhöht. (Jiang et al. Leukemia 2016). 

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • dokumentierte Diagnose eines multiplen Myeloms mit dem Nachweis einer messbaren Krankheitsaktivität, z.B. Serum M Protein ≥ 0,5 g/dl , gemessen mit der Serumimmunoelektrophorese und/oder ein M-Protein im Urin ≥ 200 mg/24 h, gemessen mit der Urinimmunoelektrophorese
  • Patienten müssen mindesten 2 Vortherapien gegen das MM erhalten haben, welche mindestens 2 aufeinanderfolgende Zyklen mit Lenalidomid und einem Proteasomeninhibitor (Bortezomib, Carfilzomib oder Ixazomib) alleine oder in Kombination enthalten haben.

Ausschlusskriterien:

  • Primär refraktäres multiples Myelom, definiert als Erkrankung, die bisher unter allen eingesetzten Therapien kein (auch kein minimales) Ansprechen gezeigt hat
  • Nur Leichtkettenmyelom
  • Vortherapie mit Pomalidomid
  • ECOG (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) > 2

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

MedResearch-Medizinisches Studien- und Dokumentationszentrum Leipziger Land

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