Düsseldorf

Klinik für Hämatologie und klinische Immunologie, UKD der Heinrich Heine Universität Düsseldor

Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf
0211- 81-17720

Studien

Lenalidomid, Bortezomib, Dexamethason +/- Isatuximab (GMMG HD7)

Offene Phase-3-Studie zur Wirkung von Isatuximab in der Induktionstherapie mit Lenaliodomid/Bortezomib/Dexamethason (RVd) und in der Erhaltungstherapie mit Lenalidomid bei Patienten mit neu diagnostiziertem Myelom

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: GMMG HD7
ISRCTN:  
EudraCT: 2017-004768-37
Clinicaltrials.gov: NCT03617731
DRKS:  
Sponsor: Universitätsklinikum Heidelberg
Studienphase: Phase 3
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis Mai 2025

Ziel:

Dies ist eine prospektive, multizentrische, randomisierte, offene, klinische Phase-3-Studie im Parallelgruppen-Design für Patienten mit bestätigter Diagnose eines unbehandelten multiplen Myeloms, das eine systemische Therapie erfordert.

Die Studie vergleicht die Wirkung der Induktionstherapie mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (RVd) (Studienarm IA) mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (RVd) plus zusätzlich Isatuximab (Studienarm IB) bei Patienten mit neu diagnostiziertem, unbehandeltem Multiplen Myelom.

Hauptziel der Studie ist der Vergleich des Anteils von Patienten ohne minimale Resterkrankung (MRD-negativ) nach der Induktionstherapie ohne bzw. mit zusätzlicher Gabe von Isatuximab. Die minimale Resterkrankung wird mittels Durchflusszytometrie gemessen.

Als weiteres Hauptziel soll die Studie das progressionsfreie Überleben bei Patienten vergleichen, die eine Erhaltungstherapie mit Lenalidomid ohne (Studienarm IIA) bzw. mit zusätzlich Isatuximab (Studienarm IIB) erhalten.

Hintergrund:

Isatuximab (SAR650984) ist ein monoklonaler Anti-CD38-Antikörper, der bisher bei rezidiviertem und refraktärem Multiplen Myelom geprüft wurde, und nun in der Ersttherapie in Kombination mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason getestet werden soll.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Bestätigte Diagnose eines unbehandelten Multiplen Myeloms, das eine systemische Therapie erfordert (Diagnosekriterien nach den aktualisierten IMWG-Kriterien). Bei einigen Patienten kann eine systemische Therapie erforderlich sein, obwohl diese diagnostischen Kriterien nicht erfüllt sind. In diesem Fall ist vor der Aufnahme das GMMG-Studienbüro zu konsultieren.
  • Der Patient ist für die Hochdosistherapie und die autologe Stammzelltransplantation geeignet.
  • Messbare Krankheit, definiert als jeder quantifizierbare monoklonale Proteinwert, definiert durch mindestens eine der folgenden drei Messungen:
    • Serum M-Protein ≥ 10 g/l (für IgA ≥ 5g/l)
    • Urin-Leichtkette (M-Protein) ≥ 200 mg/24 Stunden
    • Serum-FLC-Assay: beteiligter FLC-Wert ≥ 10 mg/dl bei abnormem sFLC-Verhältnis

Ausschlußkriterien

  • Der Patient hat eine Überempfindlichkeit (oder Kontraindikation) gegenüber Dexamethason, Saccharosehistidin (als Basis- und Hydrochloridsalz), Bor, Mannitol und Polysorbat 80 oder einer der Komponenten der Studientherapie, die nicht für eine Vorbehandlung mit Steroiden oder H2-Blockern geeignet sind, was eine weitere Behandlung mit diesen Mitteln verbieten würde.
  • Systemische AL-Amyloidose (außer AL-Amyloidose der Haut oder des Knochenmarks)
  • Plasmazellleukämie
  • Frühere Chemotherapie oder Strahlentherapie in den letzten 5 Jahren mit Ausnahme der lokalen Strahlentherapie bei lokalem Myelomverlauf. (Hinweis: Die Patienten können eine Gesamtdosis von bis zu 160 mg Dexamethason oder ein gleichwertiges Mittel als Notfalltherapie erhalten haben.) Eine frühere Therapie aufgrund eines schwelenden Myeloms kann akzeptabel sein. In diesem Fall ist vor der Aufnahme das GMMG-Studienbüro zu konsultieren.
  • Schwere Herzinsuffizienz (NYHA-Klassifikation III-IV), Auswurffraktion < 40%.

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ergänzende Informationen:

Die Studie wird in zwei Armen durchgeführt. Vor der Induktionstherapie werden die Patienten per Zufallsverfahren Studienarm IA oder IB zugeordnet (randomisiert):

  • IA: Patienten in Arm IA erhalten 3 Zyklen RVd (Bortezomib [Velcade®], Lenalidomid [Revlimid®, jeder Zyklus dauert 42 Tage] und Dexamethason).
  • IB: Patienten im Arm IB erhalten den monoklonalen Antikörper Isatuximab zusätzlich zu den 3 Zyklen RVd.

Nach der Induktionstherapie werden die Patienten einer Intensivierungstherapie nach GMMG-Standard unterzogen (in der Regel Mobilisierungstherapie gefolgt von Stammzellgewinnung und autologer Stammzelltransplantation.
Vor der Erhaltungsbehandlung werden die Patienten per Zufallsverfahren Studienarm IIA oder IIB zugeordnet:

  • IIA: Patienten im Arm IIA erhalten drei Jahre lang eine Erhaltungstherapie mit Lenalidomid.
  • IIB: Patienten im Arm IIB erhalten zusätzlich Isatuximab

Die Studienteilnahme dauert für jeden Patienten voraussichtlich 45 bis 48 Monate (Induktions- und Intensivierungstherapie: 6 bis 9 Monate, 3 Monate Pause zwischen der Intensivierung und Beginn der Erhaltungsphase: 36 Monates).

 

GMMG HD7

Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Universitätsklinikums Heidelberg

Monotherapie mit PEGyliertem liposomalem Dexamethason (Amethyst)

Eine multizentrische, offene Phase 1-2a-Studie zur Dosisfindung und Evaluation der Sicherheit von intravenös applizierten PEGylierten liposomalen Dexamethason ("Oncocort") als Monotherapie bei Patienten mit vorbehandeltem und fortschreitendem Multiplen Myelom

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: 14-097
ISRCTN:  
EudraCT: 2014-005137-32
Clinicaltrials.gov: NCT03033316
DRKS:  
Sponsor: ENCELADUS Pharmaceuticals BV in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum RWTH Aachen und Accelovance
Studienphase: Phase 1/2a
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 12/2018

Ziel:

Ziel der Studie ist die Beurteilung der Sicherheit, Verträglichkeit und vorläufigen Wirksamkeit der kurzzeitig verabreichten Monotherapie mit intravenös appliziertem pegylierten Dexamethason (Oncocort®) bei Patienten mit multiplem Myelom

Hintergrund:

Präklinische Studien haben gezeigt, dass Oncocort die extrem aktiven Prozesse in und um Tumoren mithilfe zielgerichteter liposomaler Kortikosteroide (zu denen u.a. Cortisol, Prednisolon oder Dexamethason gehören) u.a. beim metastasierendem multiplen Myelom "herunterregeln" kann. Dies könnte eine vielversprechende, neue Strategie sein, Tumorwachstum und –verbreitung im Körper zu verlangsamen. (Quelle u.a.: http://enceladus.nl/products/)

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Diagnose eines multiplen Myeloms nach den Kriterien der Internationalen Myeloma Working Group (IMWG)
  • Mindestens zwei Vortherapien, die mindestens einen Proteasomeninhibitor und mindestens eine immunmodulatorische Substanz enthalten haben
  • Rückfall oder Progress unter der letzten Therapie
  • Messbare Erkrankung (M-Protein und/oder freie Leichtketten im Serum und /oder Urin)

Ausschlusskriterien:

  • Multiples Myelom, das auf eine Dexamethason Monotherapie a in den letzten 6 Monaten nicht angesprochen hat
  • Plasmazellleukämie
  • Patient mit positivem Hepatitistest
  • Schwere Einschränkung der Organfunktion zum Screeningzeitpunkt
  • Aktive Infektion, die systemische Therapie erfordert

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.