Aachen

Universitätsklinikum Aachen, Medizinische Klinik IV, Hämatologie und Onkologie

Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen
02788-47851

Studien

AMG 176

Multizentrische, nicht-randomisierte, offene Dosisfindungsstudie der Phase 1 mit intravenös verabreichtem AMG 176 bei Patienten mit rezidivierendem oder therapierefraktärem Multiplem Myelom oder rezidivierender oder therapierefraktärer myeloischer Leukämie.
Im Rahmen dieser Erstanwendung am Menschen wird die experimentelle Substanz AMG 176 bei Patienten mit rezidivierendem oder therapierefraktärem Multiplem Myelom oder rezidivierender oder therapierefraktärer myeloischer Leukämie geprüft, die zuvor bereits mit mindestens zwei Therapielinien behandelt wurden. Die Studie wird in 4 Teilen durchgeführt.

Organisatorische Daten:  

Prüfplancode: 02675452
ISRCTN:  
EudraCT: 2015-004777-32
Clinicaltrials.gov: NCT02675452
DRKS:  
Sponsor: Amgen Inc.
Studienphase: Phase 1, Erstanwendung am Menschen
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 30.10.2018

Ziel:

Die Studie untersucht die Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik (Einwirkung des Körpers auf die Substanz) und vorläufige Wirksamkeit von AMG 176 nach intravenöser Gabe bei Patienten mit rezidivierendem oder therapierefraktärem multiplem Myelom oder rezidivierender oder therapierefraktärer myeloischer Leukämie. Ziel ist es, die maximal verträgliche Dosis von AMG 176 zu ermitteln. 

Hintergrund:

AMG 176 ist ein wirksamer und hochselektiver Inhibitor von Mcl-1 (von engl. Myeloid cell leukemia 1), der derzeit unter anderem für die Behandlung des multiplen Myeloms erforscht wird. In einer Reihe von Studien wurde nachgewiesen, dass maligne hämatologische Erkrankungen wie multiples Myelom, akute myeloische Leukämie und Non-Hodgkin-Lymphom, gegenüber einer Mcl-1-Hemmung besonders empfindlich sind. Daher bietet sich Mcl-1 als Ziel eines neuen Therapieansatzes an.
Quelle: https://www.prnewswire.com/news-releases/amgen-to-highlight-new-preclinical-data-at-the-american-association-for-cancer-research-aacr-annual-meeting-300432440.html

Indikation und Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Patienten mit dokumentierter Diagnose eines pathologischen rezidivierten oder refraktären multiplen Myeloms nach mindestens zwei vorangegangenen Therapielinien
  • Bereitschaft und Fähigkeit zur Knochenmarkbiopsie beim Screening
  • Erkrankung muss anhand der IMWG-Kriterien messbar sein
  • ECOG (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) von 0, 1 oder 2
  • Zufriedenstellende hämatologische Funktion ohne Unterstützung durch Transfusion oder Wachstumsfaktor

Ausschlusskriterien:

  • Vorausgegangene allogene Stammzelltransplantation innerhalb von 6 Monaten ODER Immunsuppressivtherapie innerhalb der letzten drei Monate ODER Anzeichen einer akuten oder chronischen Graft-versus-Host-Krankheit
  • Autologe Stammzelltransplantation, die weniger als 90 Tage vor Studientag 1 zurückliegt
  • multiples Myelom mit IgM-Subtyp
  • POEMS-Syndrom
  • Bestehende Plasmazellleukämie

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt

DSMM XVII

Elotuzumab (E) in Kombination mit Carfilzomib, Lenalidomid und Dexamethason (E-KRd) im Vergleich zu KRd allein vor und nach autologer Stammzelltransplantation bei neu diagnostiziertem Multiplen Myelom sowie nachfolgender Erhaltungstherapie mit Elotuzumab und Lenalidomid im Vergleich zu Lenalidomid-Monotherapie

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: DSMM_XVII
ISRCTN:  
EudraCT: 2017-001616-11
Clinicaltrials.gov:  
DRKS:  
Sponsor: Universitätsklinikum Würzburg
Studienphase: Phase 3
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis ...

Ziel:

Die Studie vergleicht das Ausmaß der MRD-Negativität (MRD = minimale Resterkrankung) bei Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom (gemäß den Kriterien der International Myeloma Working Group [IMWG]) und sehr guter partieller Remission oder besserem Ansprechen nach zwei verschiedenen Induktionsverfahren vor und nach autologer Stammzelltransplantation (ASZT) sowie das progressionsfreie Überleben nach der Erhaltungstherapie.

Der Begriff „MRD-Negativität“ bedeutet, dass bei einem Patienten selbst mit hochempfindlichen Tests nach einer Therapie keinerlei Krebszellen mehr zu finden sind. Der MRD-Status zeigt also die Wirksamkeit der Therapie an. (Quelle: https://www.trillium.de/zeitschriften/trillium-krebsmedizin/archiv-trillium-krebsmedizin/trillium-krebsmedizin-ausgaben-2016/heft-52016/bedeutung-der-minimalen-resterkrankung-beim-multiplen-myelom.html)

Patienten werden einer von zwei Gruppen zugeteilt und erhalten folgende Behandlungen:

  • Vierfachkombination mit Elotuzumab, Carfilzomib, Lenalidomid und Dexamethason (E-KRd, 3 +3 Zyklen vor und 4 Zyklen nach autologer Stammzelltransplantation) und danach Elotuzumab und Lenalidomid in der Erhaltungsphase
    oder
  • Dreifachkombination mit Carfilzomib, Lenalidomid und Dexamethason (KRd, 3 + 3 Zyklen vor und 4 Zyklen nach autologer Stammzelltransplantation) und danach  Lenalidomid allein in der Erhaltungsphase.

 

Quelle: Deutsche Studiengruppe Multiples Myelom, DSMM, am Universitätsklinikum Würzburg, Med. Klinik + Poliklinik II

Hintergrund:

Der Antikörper Elotuzumab (Empliciti®) ist in Kombination mit Revlimid (Lenalidomid®) und Dexamethason als Zweitlinientherapie zugelassen. Die Zulassung stützt sich auf die Ergebnisse der Phase-3-Studie Eloquent-2, die eine positive Wirkung sowohl auf die progressionsfreie Überlebenszeit als auch auf das Gesamtüberleben ergeben haben. Das IQWiG*) bezweifelt einen Zusatznutzen von Elotuzumab (Link), sodass weitere Untersuchungen notwendig sind.

In der DSMM XVII-Studie wird zusätzlich zu Elotuzumab, Lenalidomid und Dexamethason auch Carfilzomib (KyprolisÒ) als Kombinationspartner eingesetzt, das als gut verträglich gilt. So wird zum Beispiel die Rate der Polyneuropathien durch Carfilzomib gegenüber einer Zweifachkombination nicht erhöht. Carfilzomib ist in der Europäischen Union für Erwachsene mit multiplem Myelom, die zuvor mindestens eine Therapie erhalten haben, in Kombination mit Revlimid (LenalidomidÒ und Dexamethason (D) ab dem ersten Rezidiv zugelassen. Jetzt wird es bei neu diagnostizierten Patienten getestet.

 *) IQWiG: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Wird in Deutschland vom gemeinsamen Bundesausschuss (GB-A) beauftragt den (Zusatz-) Nutzen neuer Wirkstoffe sowie die entsprechenden (Zusatz-) Kosten zu prüfen.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Geeignet für die autologe Stammzelltransplantation
  • Der Patient darf zuvor keine systemische Therapie zur Behandlung des Multiplen Myeloms erhalten haben (nur Dexamethason in einer Gesamtdosis von 320 mg, Plasmapherese/Dialyse ohne begleitende Chemotherapie, lokale Bestrahlung von Knochenläsionen und chirurgische Eingriffe als Vorbehandlung zulässig)
  • Neu diagnostiziertes Multiples Myelom gemäß den aktualisierten IMWG Kriterien:
    • Klonale Plasmazellen im Knochenmark ≥ 10% oder durch Biopsie bewiesenes extramedulläres Plasmazytom/ Plasmozytom des Knochens und eines oder mehrere der folgenden Myelom-definierenden Ereignisse:
      • Nachweis einer Endorganschädigung, die auf die zugrunde liegende proliferative Erkrankung der Plasmazellen zurückgeführt werden kann, im Besonderen:
      • Hyperkalzämie: Calcium im Serum > 0,25 mmol/l (> 1 mg/dl) höher als die obere Grenze des Normalwertes oder > 2,75 mmol/l (> 11 mg/dl)
      • Niereninsuffizienz: Kreatinin-Clearance < 40 ml pro Minute oder Kreatinin im Serum > 177 μmol/l (> 2 mg/dl)
      • Anämie: Hämoglobinwert von > 2 g/dl unter der unteren Grenze des Normalwertes, oder ein Hämoglobinwert < 10 g/dl
      • Knochenläsionen: eine oder mehrere osteolytische Läsion auf der Röntgenaufnahme des Skeletts, in der Computertomographie (CT) oder im PET-CT
  • Einer oder mehrere der folgenden Marker für Malignität:
    • Infiltrationsgrad der klonalen Plasmazellen im Knochenmark ≥ 60%
    • Das Verhältnis der betroffenen zu den nicht betroffenen feien Leichtketten ist ≥ 100, vorausgesetzt, dass der absolute Wert der betroffenen Leichtkette wenigstens 100 mg/l beträgt.
    • Eine oder mehrere fokale Läsionen mit einem Durchmesser von wenigstens 5 mm Größe oder größer im MRT

Ausschlußkriterien

  • POEMS-Syndrom (Polyneuropathie, Organomegalie, Endokrinopathie, monoklonales Protein und Hautveränderungen)
  • Waldenströms Makroglobulinämie oder IgM-Myelom
  • Plasmazell-Leukämie (> 2,0 x 109/l zirkulierende Plasmazellen nach Standard-Differenzialblutbild)
  • Schwangere oder stillende Frauen, Frauen, die schwanger werden könnten und Männer, die nicht bereit sind, den Lenalidomid-Schwangerschaftspräventionsplan einzuhalten

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Monotherapie mit PEGyliertem liposomalem Dexamethason (Amethyst)

Eine multizentrische, offene Phase 1-2a-Studie zur Dosisfindung und Evaluation der Sicherheit von intravenös applizierten PEGylierten liposomalen Dexamethason ("Oncocort") als Monotherapie bei Patienten mit vorbehandeltem und fortschreitendem Multiplen Myelom

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: 14-097
ISRCTN:  
EudraCT: 2014-005137-32
Clinicaltrials.gov: NCT03033316
DRKS:  
Sponsor: ENCELADUS Pharmaceuticals BV in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum RWTH Aachen und Accelovance
Studienphase: Phase 1/2a
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 12/2018

Ziel:

Ziel der Studie ist die Beurteilung der Sicherheit, Verträglichkeit und vorläufigen Wirksamkeit der kurzzeitig verabreichten Monotherapie mit intravenös appliziertem pegylierten Dexamethason (Oncocort®) bei Patienten mit multiplem Myelom

Hintergrund:

Präklinische Studien haben gezeigt, dass Oncocort die extrem aktiven Prozesse in und um Tumoren mithilfe zielgerichteter liposomaler Kortikosteroide (zu denen u.a. Cortisol, Prednisolon oder Dexamethason gehören) u.a. beim metastasierendem multiplen Myelom "herunterregeln" kann. Dies könnte eine vielversprechende, neue Strategie sein, Tumorwachstum und –verbreitung im Körper zu verlangsamen. (Quelle u.a.: http://enceladus.nl/products/)

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Diagnose eines multiplen Myeloms nach den Kriterien der Internationalen Myeloma Working Group (IMWG)
  • Mindestens zwei Vortherapien, die mindestens einen Proteasomeninhibitor und mindestens eine immunmodulatorische Substanz enthalten haben
  • Rückfall oder Progress unter der letzten Therapie
  • Messbare Erkrankung (M-Protein und/oder freie Leichtketten im Serum und /oder Urin)

Ausschlusskriterien:

  • Multiples Myelom, das auf eine Dexamethason Monotherapie a in den letzten 6 Monaten nicht angesprochen hat
  • Plasmazellleukämie
  • Patient mit positivem Hepatitistest
  • Schwere Einschränkung der Organfunktion zum Screeningzeitpunkt
  • Aktive Infektion, die systemische Therapie erfordert

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.