Baden-Württemberg

Klinikum Mittelbaden Klinik für innere Medizin 2

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Praxis für interdisziplinäre Onkologie und Hämatologie

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Universitätsklinikum Freiburg, Innere Medizin I, Hämatologie/Onkologie

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Studien

Bortezomib, Selinexor und Dexamethason bei rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom (BOSTON, KCP-330-023) - neu
Offene Studie der Phase 3 zum Vergleich von Selinexor, Bortezomib und Dexamethason (SVd) gegenüber Bortezomib und Dexamethason (Vd) bei Patienten mit rezidivierendem oder therapierefraktärem multiplem Myelom

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: KCP-330-023
ISRCTN:  
EudraCT: 2016-003957-14
Clinicaltrials.gov: NCT03110562
DRKS:  
Sponsor: Karyopharm Therapeutics inc.
Studienphase: Phase 3
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 06/2020

Ziel:

Diese multizentrische Studie vergleicht die Wirksamkeit, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Sicherheit von Selinexor plus Bortezomib (Velcade®) plus niedrig dosiertem Dexamethason (SVd) gegenüber Bortezomib plus niedrig dosiertem Dexamethason (Vd) bei Patienten mit rezidivierendem oder therapierefraktärem multiplem Myelom (MM), die bereits 1 bis 3 Vortherapien für MM erhalten haben.

Hintergrund:

Selinexor (KPT-330) ist der erste Vertreter der neuen Wirkstoffklasse der sogenannten selektiven Hemmer des Zellkernexports (engl. selective inhibitor of nuclear export, SINE). Die Wirkung von Selinexor beruht auf der Hemmung von XPO1, einem Protein, das in hohen Konzentrationen im Kern von Tumorzellen zu finden ist und dort den Export von Tumorsuppressoren bewirkt. Durch die Hemmung von XPO1 können Tumorsuppressoren im Zellkern verbleiben, dort DNA-Schäden erkennen und den Tod von Krebszellen einleiten. Gesunde Zellen werden von SINE-Substanzen verschont. Selinexor verringert außerdem die Konzentration bestimmter Proteine, die das Tumorzellwachstum fördern. (Quelle: https://www.themmrf.org/multiple-myeloma-knowledge-center/experimental-treatments/selinexor/ und https://www.karyopharm.com/sine-technology/) Selinexor (KPT-330) wird derzeit in mehreren klinischen Studien der Phase 2/3 bei Patienten mit rezidivierendem und/oder therapierefraktärem malignen hämatologischen und soliden Tumorerkrankungen untersucht. (Quelle: https://www.karyopharm.com/pipeline/oral-selinexor-kpt-330/)

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien (3-5)

  • Histologisch bestätigtes multiples Myelom, bei dem die Erkrankung gemäß den Kriterien der International Myeloma Working Group (IMWG) anhand mindestens eines der folgenden Kriterien messbar ist:
    • M-Protein im Serum ≥ 0,5 g/dl (> 5 g/l) bestimmt mittels Serumproteinelektrophorese (SPEP) oder bei Myelom vom Typ Immunglobulin (Ig) A, bestimmt mittels quantitativem IgA-Spiegel im Serum; oder
    • Ausscheidung von M-Protein im Urin ≥ 200 mg/24 Stunden; oder
    • Bestimmung freier Leichtketten (FLC) im Serum ≥ 100 mg/l, sofern das Serum-FLC-Verhältnis auffällig ist.
  • Mindestens 1 und höchstens 3 Vortherapien für multiples Myelom. Eine Induktionstherapie gefolgt von einer Stammzelltransplantation und Konsolidierungs-/ Erhaltungstherapie gilt als 1 Vortherapie für MM.
  • Dokumentierter Nachweis eines fortschreitenden (progredienten) MM (basierend auf der Beurteilung des Prüfarztes gemäß den modifizierten IMWG-Ansprechkriterien) unter oder nach dem letzten Behandlungsschema.

Ausschlusskriterien (3-5)

  • Frühere Verabreichung einer SINE-Substanz (eines XPO-1-Inhibitors), einschließlich Selinexor.
  • Maligne Vorerkrankung in den 5 Jahren vor Randomisierung, die behandlungsbedürftig war oder Zeichen eines erneuten Auftretens (Rezidiv) gezeigt hat (ausgenommen Nicht-Melanom-Hautkrebs oder angemessen behandeltem Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium (sogenanntes Zervixkarzinom in situ)
  • Einhergehende Begleiterkrankung, wie nicht eingestellter aktiver Bluthochdruck (Hypertonie), nicht eingestellter aktiver Diabetes, aktive systemische Infektion, usw., die die Studienabläufe wahrscheinlich beeinträchtigt
  • Aktive Plasmazell-Leukämie

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ergänzende Informationen:

Die Studienteilnehmer werden nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Gruppen zugeteilt und erhalten entweder Selinexor plus Bortezomib (Velcade®) plus niedrig dosiertes Dexamethason (SVd) oder Bortezomib plus niedrig dosiertes Dexamethason (Vd). Patienten in der Vd-Gruppe, bei denen eine objektive Krankheitsprogression gemäß den Kriterien der International Myeloma Working Group [IMWG] bestätigt wird, können in die Gruppe wechseln, die auch mit Selinexor behandelt wird.

Daratumumab/Pomalidomid/Dexamethason im Vergleich zu Pomalidomid/Dexamethason (EMN14, Apollo)

Eine Phase-3-Studie zum Vergleich von Pomalidomid und Dexamethason mit oder ohne Daratumumab (subkutan) bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplem Myelom, die mindestens eine vorherige Therapielinie mit Lenalidomid in Verbindung mit einem Proteasom-Inhibitor erhalten haben: die APOLLO-Studie

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: EMN14/54767414MMY3013
ISRCTN:  
EudraCT: 2017-001618-27
Clinicaltrials.gov: NCT03180736
DRKS:  
Sponsor: Janssen/EMN
Studienphase: Phase 3
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 7/2023

Ziel:

Ziel der Studie ist die Ermittlung des progressionsfreien Überlebens bei Patienten, deren Erkrankung nach einer vorherigen Antimyelombehandlung fortgeschritten ist.

Hintergrund:

Dies ist eine multizentrische, randomisierte, offene Phase-3-Studie, in der Daratumumab, Pomalidomid und niedrig dosiertes Dexamethason (DaraPomDex) mit Pomalidomid und niedrig dosiertem Dexamethason (PomDex) bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplem Myelom verglichen werden, die mindestens 1 vorheriges Behandlungsschema sowohl mit Lenalidomid als auch mit einem Proteasom-Inhibitor erhalten haben und deren Krankheit fortgeschritten ist. Die Patienten erhalten per Zufallsverteilung entweder DaraPomDex oder PomDex.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Erkrankung muss anhand mindestens eines der folgenden Kriterien messbar sein:
    • IgG Multiples Myelom: M-Protein im Serum ≥ 1,0 g/dl oder M-Protein im Urin ≥ 200 mg/24 Stunden; oder
    • IgA, IgD, IgE, IgM Multiples Myelom: M-Protein im Serum ≥ 0,5 g/dl oder M-Protein im Urin ≥ 200 mg/24 Stunden; oder
    • Leichtkettiges Multiples Myelom, für Patienten ohne messbare Krankheit im Serum oder Urin: freie Leichtketten im Serum (FLC) ≥ 10 mg/dl und auffälliges Serum-FLC-Verhältnis.
  • Die Patienten müssen eine vorherige Antimyelombehandlung mit einem Proteasom-Inhibitor in Verbindung mit Lenalidomid erhalten und darauf angesprochen haben (d.h. mit einer partiellen Remission oder einem besserem Ansprechen, wie vom Prüfers gemäß der Definition der geänderten IMWG-Kriterien festgestellt).
  • Die Krankheitsprogression muss dokumentiert sein und auf dem vom Prüfer gemäß den geänderten IMWG-Kriterien festgestellten Ansprechen auf das oder nach dem letzten Schema beruhen.

Ausschlußkriterien:

  • Frühere Therapie mit einem monoklonalen Anti-CD38-Antikörper.
  • Frühere Gabe von Pomalidomid.
  • Antimyelombehandlung innerhalb von mindestens 2 Wochen vor der Randomisierung. Die einzige Ausnahme ist eine notfallmäßige kurze Kortikosteroiden (entsprechend 40 mg/Tag für maximal 4 Tage) für die palliative Behandlung vor Zyklus 1, Tag 1 (C1D1).
  • Vorherige allogene Stammzelltransplantation oder autologe Stammzelltransplantation (ASCT) innerhalb von 12 Wochen vor C1D1.

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

DSMM XVII

Elotuzumab (E) in Kombination mit Carfilzomib, Lenalidomid und Dexamethason (E-KRd) im Vergleich zu KRd allein vor und nach autologer Stammzelltransplantation bei neu diagnostiziertem Multiplen Myelom sowie nachfolgender Erhaltungstherapie mit Elotuzumab und Lenalidomid im Vergleich zu Lenalidomid-Monotherapie

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: DSMM_XVII
ISRCTN:  
EudraCT: 2017-001616-11
Clinicaltrials.gov:  
DRKS:  
Sponsor: Universitätsklinikum Würzburg
Studienphase: Phase 3
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis ...

Ziel:

Die Studie vergleicht das Ausmaß der MRD-Negativität (MRD = minimale Resterkrankung) bei Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom (gemäß den Kriterien der International Myeloma Working Group [IMWG]) und sehr guter partieller Remission oder besserem Ansprechen nach zwei verschiedenen Induktionsverfahren vor und nach autologer Stammzelltransplantation (ASZT) sowie das progressionsfreie Überleben nach der Erhaltungstherapie.

Der Begriff „MRD-Negativität“ bedeutet, dass bei einem Patienten selbst mit hochempfindlichen Tests nach einer Therapie keinerlei Krebszellen mehr zu finden sind. Der MRD-Status zeigt also die Wirksamkeit der Therapie an. (Quelle: https://www.trillium.de/zeitschriften/trillium-krebsmedizin/archiv-trillium-krebsmedizin/trillium-krebsmedizin-ausgaben-2016/heft-52016/bedeutung-der-minimalen-resterkrankung-beim-multiplen-myelom.html)

Patienten werden einer von zwei Gruppen zugeteilt und erhalten folgende Behandlungen:

  • Vierfachkombination mit Elotuzumab, Carfilzomib, Lenalidomid und Dexamethason (E-KRd, 3 +3 Zyklen vor und 4 Zyklen nach autologer Stammzelltransplantation) und danach Elotuzumab und Lenalidomid in der Erhaltungsphase
    oder
  • Dreifachkombination mit Carfilzomib, Lenalidomid und Dexamethason (KRd, 3 + 3 Zyklen vor und 4 Zyklen nach autologer Stammzelltransplantation) und danach  Lenalidomid allein in der Erhaltungsphase.

 

Quelle: Deutsche Studiengruppe Multiples Myelom, DSMM, am Universitätsklinikum Würzburg, Med. Klinik + Poliklinik II

Hintergrund:

Der Antikörper Elotuzumab (Empliciti®) ist in Kombination mit Revlimid (Lenalidomid®) und Dexamethason als Zweitlinientherapie zugelassen. Die Zulassung stützt sich auf die Ergebnisse der Phase-3-Studie Eloquent-2, die eine positive Wirkung sowohl auf die progressionsfreie Überlebenszeit als auch auf das Gesamtüberleben ergeben haben. Das IQWiG*) bezweifelt einen Zusatznutzen von Elotuzumab (Link), sodass weitere Untersuchungen notwendig sind.

In der DSMM XVII-Studie wird zusätzlich zu Elotuzumab, Lenalidomid und Dexamethason auch Carfilzomib (KyprolisÒ) als Kombinationspartner eingesetzt, das als gut verträglich gilt. So wird zum Beispiel die Rate der Polyneuropathien durch Carfilzomib gegenüber einer Zweifachkombination nicht erhöht. Carfilzomib ist in der Europäischen Union für Erwachsene mit multiplem Myelom, die zuvor mindestens eine Therapie erhalten haben, in Kombination mit Revlimid (LenalidomidÒ und Dexamethason (D) ab dem ersten Rezidiv zugelassen. Jetzt wird es bei neu diagnostizierten Patienten getestet.

 *) IQWiG: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Wird in Deutschland vom gemeinsamen Bundesausschuss (GB-A) beauftragt den (Zusatz-) Nutzen neuer Wirkstoffe sowie die entsprechenden (Zusatz-) Kosten zu prüfen.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Geeignet für die autologe Stammzelltransplantation
  • Der Patient darf zuvor keine systemische Therapie zur Behandlung des Multiplen Myeloms erhalten haben (nur Dexamethason in einer Gesamtdosis von 320 mg, Plasmapherese/Dialyse ohne begleitende Chemotherapie, lokale Bestrahlung von Knochenläsionen und chirurgische Eingriffe als Vorbehandlung zulässig)
  • Neu diagnostiziertes Multiples Myelom gemäß den aktualisierten IMWG Kriterien:
    • Klonale Plasmazellen im Knochenmark ≥ 10% oder durch Biopsie bewiesenes extramedulläres Plasmazytom/ Plasmozytom des Knochens und eines oder mehrere der folgenden Myelom-definierenden Ereignisse:
      • Nachweis einer Endorganschädigung, die auf die zugrunde liegende proliferative Erkrankung der Plasmazellen zurückgeführt werden kann, im Besonderen:
      • Hyperkalzämie: Calcium im Serum > 0,25 mmol/l (> 1 mg/dl) höher als die obere Grenze des Normalwertes oder > 2,75 mmol/l (> 11 mg/dl)
      • Niereninsuffizienz: Kreatinin-Clearance < 40 ml pro Minute oder Kreatinin im Serum > 177 μmol/l (> 2 mg/dl)
      • Anämie: Hämoglobinwert von > 2 g/dl unter der unteren Grenze des Normalwertes, oder ein Hämoglobinwert < 10 g/dl
      • Knochenläsionen: eine oder mehrere osteolytische Läsion auf der Röntgenaufnahme des Skeletts, in der Computertomographie (CT) oder im PET-CT
  • Einer oder mehrere der folgenden Marker für Malignität:
    • Infiltrationsgrad der klonalen Plasmazellen im Knochenmark ≥ 60%
    • Das Verhältnis der betroffenen zu den nicht betroffenen feien Leichtketten ist ≥ 100, vorausgesetzt, dass der absolute Wert der betroffenen Leichtkette wenigstens 100 mg/l beträgt.
    • Eine oder mehrere fokale Läsionen mit einem Durchmesser von wenigstens 5 mm Größe oder größer im MRT

Ausschlußkriterien

  • POEMS-Syndrom (Polyneuropathie, Organomegalie, Endokrinopathie, monoklonales Protein und Hautveränderungen)
  • Waldenströms Makroglobulinämie oder IgM-Myelom
  • Plasmazell-Leukämie (> 2,0 x 109/l zirkulierende Plasmazellen nach Standard-Differenzialblutbild)
  • Schwangere oder stillende Frauen, Frauen, die schwanger werden könnten und Männer, die nicht bereit sind, den Lenalidomid-Schwangerschaftspräventionsplan einzuhalten

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

PDR001(Spartalizumab) und/oder CJM112 oder LCL161

Eine offene, multizentrische Phase-I/Ib-Studie mit CJM112-Monotherapie und PDR001 in Kombination mit CJM112 oder LCL161 bei Patienten mit rezidiviertem und/oder refraktärem Multiplen Myelom.

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: CPDR001X2106
ISRCTN:  
EudraCT:  
Clinicaltrials.gov: NCT03111992
DRKS:  
Sponsor: Novartis
Studienphase: I/Ib
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis Juni 2020

Ziel:

Ziel dieser offenen, multizentrischen Studie ist, die Wirksamkeit, Tolerablität und Sicherheit der drei eingesetzten Wirkstoffe sowie die Dosisintensität für Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom in drei nachfolgenden Armen zu prüfen.

  • Studienarm A: CJM112 als Einzeltherapie
  • Studienarm B: CJM112 in Kombination mit einer festgelegten Dosis PDR001 (Spartalizumab)
  • Studienarm C: LCL161 in Kombination mit einer festgelegten Dosis PDR001 (Spartalizumab)

Hintergrund:

Eine Schlüsselrolle bei der Tumorentstehung und -entwicklung nimmt das den Tumor umgebende Gewebe, das sogenannte Microenvironment, ein. Beim Multiplen Myelom (MM) nimmt man an, dass das Microenvironment aufgrund seines proinflammatorischen Zytokinmilieus und der Infiltration von myeloiden Suppressorzellen und regulatorischen T-Zellen nur über eine geringe immunologische Aktivität verfügt. Allerdings stellen beeindruckende anti-Tumorantworten, die nach allogener Stammzelltransplantation bei Patienten mit MM beobachtet wurden, diese Annahme nicht nur in Frage, sondern unterstützen vielmehr den Ansatz, das Immunsystem zur Bekämpfung dieser Erkrankung zu nutzen. So konnten durch die Kombination von Inhibitoren des Immun-Checkpoints PD-1 (Programmed cell death 1/programmierter Zelltod) mit immunmodulierenden Substanzen bereits vielversprechende Ergebnisse bei Patienten mit r/r MM erzielt werden.
PD-1 ist ein Typ-I-Transmembran-Protein, das auf der T-Zelloberfläche vorkommt und mit den Bindungsproteinen PDL-1 und PDL-2 der Zielzellen wechselwirkt. Viele Malignome, einschließlich MM, weisen eine hochregulierte PDL-1-Expression im Knochenmarkmicroenvironment als Mechanismus auf, um der Anti-Tumor-Immunüberwachung zu entkommen.

Im Rahmen der vorliegenden Studie werden zwei immunmodulierende Substanzen alleine und/oder in Kombination mit dem anti-PD-1-Antikörper PDR001 getestet.

Bei den untersuchten Immunmodulatoren handelt es sich zum einen um den anti-Interleukin (IL)-17A-Antikörper CJM112 und zum anderen um das Apoptose-aktivierende, SMAC-Mimetikum LCL161, ein Vertreter einer neuen Substanzklasse.

Indikation und Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • ECOG (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) von 0, 1 oder 2
  • Patienten mit gesicherter Diagnose eines multiplen Myeloms, die zwei oder mehr Therapielinien hinter sich haben, einschließlich einem IMiD und einem Proteasomeninhibitor und die rezidiviert sind oder refraktär auf die letzte Therapie waren. Patienten, die eine autologe Stammzelltransplantation hinter sich haben und sonst alle Kriterien erfüllen, können an der Studie teilnehmen.
  • Messbare Krankheitsaktivität mit mindestens einem der folgenden Kriterien:
  • Serum M-Protein ≥ 0,5 g/dl oder
  • Urin M-Protein ≥ 200 mg/24 h oder
  • Freie Leichtketten im Serum (FLC) > 100 mg/l
  • Alle Patienten sollten bereit sein, fortlaufenden Knochenmarksaspirationen und/oder -biopsien beim Screening und während der Behandlung zuzustimmen, um die Biomarker, die Pharmakodynamik und den Krankheitsstatus zu bestimmen. Ausnahmen können nach dokumentierter  Absprache mit  Novartis erfolgen.

Ausschlusskriterien:

  • Chronische, systemische Steroidtherapie (≥10mg/d Prednison oder Äquivalent) oder eine andere immunsuppressive Therapie innerhalb der 7 Tage der ersten Dosis der Studienmedikation. Oberflächlich anzuwendende, inhalative, nasale oder ophthalmische Steroide sind erlaubt.
  • Andere Krebserkrankung. Ausnahmen stellen folgende Erkrankungen dar, wenn sie kurativ behandelt worden sind (geheilt sind) und innerhalb der letzten 2 Jahre nicht wieder aufgetreten sind: komplett entferntes Basalzellcarcinom und squamöser Hautkrebs und komplett entferntes Carcinoma in situ jeglichen Typs.
  • Aktive, bekannte oder vermutete Autoimmunerkrankung mit Ausnahme von Vitiligo, hypothyreote Resterkrankung, die nur noch Schilddrüsenmedikation erfordert, Psoriasis, die keine systemische Medikation erfordert oder eine Erkrankung, von der man keinen Rückfall erwartet.

Weitere Ein- Und Ausschlusskriterien sollten Sie mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Deutsches Krebsforschungszentrum

Im Neuenheimer Feld 280
06221-420

Studien

PET-CT-Studie

Quantifizierung von Stoffwechsel (F-18-Deoxyglukose) und Knochenumbau (F-18-Fluorid) mit der Positronenenemissionstomographie-Computertomographie (PET/CT) bei Patienten mit multiplem Myelom und Osteoporose (B9-SFB-TR 79).

Prüfplancode:
ISRCTN:
EudraCT:
Clincaltrials.gov:
DRKS: DRKS00000321

Allgemeine Informationen

Bestimmung von Stoffwechsel und Knochenumbau bei Patienten mit multiplem Myelom oder Osteoporose. Das hierbei angewendete Verfahren wird als dPET-CT bezeichnet. Hierbei handelt es sich um ein nuklearmedizinsiches Verfahren, wobei ein sog. Radiopharmakon appliziert wird und für eine bestimmte Zeit eine Datenaufnahme erfolgt. Hierdurch kann man sehr genau quantitative, biologische Daten bekommen, die vom gewählten Radiopharmakon abhängig sind. Sowohl bei dem multiplen Myelom als auch bei der Osteoporose steht die Belastung des Knochens im Vordergrund für den Patienten. Therapeutische Maßnahmen bestehen bei beiden Erkrankungen u.a. in der sog. Kyphoplastie, der Stabilisierung von Knochenstrukturen durch ein Fremdmaterial, was in die instabile Region eingebracht wird und die Stabilität erhöht. Wesentlich für eine dauerhafte Stabilisierung ist eine gute biologische Interaktion zwischen dem Material und den umgebenden Strukturen. Im Rahmen der Studie werden zunächst Basisdaten über den Stoffwechsel mit FDG, einem Zucker-Analogon, erfasst. Weiterhin wird F-18-Fluorid eingesetzt, das Daten über den Knochenstoffwechsel liefert und so osteoporotische Regionen quantitativ sehr früh erfassen lässt. Bei erfolgter Kyphoplastie zur Stabilisierung des Knochens werden diese Untersuchungen ebenfalls durchgeführt. Wir können so den Ausgangsstoffwechsel und die Veränderungen nach Therapie vergleichen und u.a. Rückschlüsse auf die Wirkung des Materials auf die Umgebung ziehen. Auf diese Weise wird eine zukünftige Optimierung der Therapie angestrebt. Bei Patienten mit multiplen Myelom erfolgen auch Verlaufsuntersuchungen nach Chemotherapie. So lässt sich die Wirkung der Therapie recht genau erfassen und der prognostische Aspekt ermitteln.

Onkologische Schwerpunktpraxis

Kurfüstenanlage 34, 69115 Heidelberg
06221-714990

Universitätsklinikum, Med. Klinik V

Im Neuenheimer Feld 410, 69120 Heidelberg
06221-560

Studien

Birma I

Encorafenib (LGX818) in Kombination mit Binimetinib (MEK162) bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Myelom und BRAFV600E oder BRAFV600K Mutation

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: CLGX818ADE01T
ISRCTN:  
EudraCT 2014-004597-42
Clinicaltrials.gov: NCT02834364
DRKS:  
Sponsor: Uni Klinik Heidelberg / Array Analytik
Studienphase: Phase 2
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 3/2018

Ziel:                                                                                                                        

Dies ist die erste GMMG-Studie (German-Speaking Myeloma Multicenter Group) mit einem personalisierten Therapieansatz. In der BIRMA-I-Studie wird der therapeutische Nutzen einer Behandlung mit RAF-Kinase-Inhibitoren in Kombination mit einer gleichzeitigen Hemmung der MEK-Kinase (Encorafenib und Binimetinib) bei Patienten mit refraktärem oder rezidiviertem Multiplen Myelom ab dem 2. Progress und einer BRAFV600-Mutation untersucht. Insgesamt sind 15 Patienten an 5 Prüfzentren vorgesehen. Die Patienten müssen dazu eine frische oder eingefrorene Tumorprobe haben, um die BRAF V600 Mutation zu bestätigen.

Hintergrund:

Encorafinib hemmt gezielt das überaktive Protein BRAF, das den Krebs besonders aggressiv macht. Veränderungen in der Erbinformation (Gen-Mutationen) des Proteins BRAF treten bei verschiedenen Krebsarten gehäuft auf. In Folge der Mutation ist BRAF überaktiv und gibt dauerhaft Signale zur Zellteilung. Die Krebszellen mit dieser Veränderung vermehren sich schnell und bilden Absiedlungen in anderen Organen. Beim Multiplen Myelom kommt die BRAF-Mutation bei vier Prozent der Patienten vor. Der MEK- Kinase-Inhibitor Binimetinib verstärkt die Wirkung von Encorafinib.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien: 

  • Patienten mit rezidiviertem oder refraktären Multiplen Myelom, die bereits 2 oder mehr Therapieregime erhalten haben 
  • Messbare Krankheitsaktivität, definiert wie folgt: Quantifizierbares monoklonales Protein (M-Protein) bestimmt durch eine der folgenden drei Messungen:
  • Serum M-Protein (≥ 0,5 g/dL)
  • Urin (≥ 0,2 g/24 Stunden)
  • Bestimmung der freien Leichtketten (FLC) im Serum: Konzentration der betroffenen freien Leichtkette > 100 mg/l bei abnormer sFLCRatio
  • WHO Performance Status 0-3 (WHO=3 nur zulässig, wenn durch das Myelom und nicht durch Komorbidität eine Begleiterkrankung bedingt)
  • Adäquate kardiale Funktion:
  • Linksventrikuläre kardiale Auswurffraktion ≥ 50% festgestellt in der Echokardiographie (ECHO)
  • QTc Intervall ≤ 480 ms

Ausschlusskriterien:

  • Vorhergehende Behandlung mit MEK- und/oder RAF-Inhibitoren
  • Systemische AL Amyloidose (ausgenommen AL Amyloidose der Haut und/oder des Knochenmarks)

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Bortezomib-Lenalidomid-Dexamethason (VRd +/- Isatuximab) (IMROZ) - neu

Offene Multizenterstudie der Phase 3 zur Bewertung des klinischen Nutzens der Kombination von Isatuximab (SAR650984), Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason bei Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom, die nicht für eine Transplantation infrage kommen (IMROZ)

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: EFC 12522
ISRCTN:  
EudraCT: 2017-002238-21
Clinicaltrials.gov: NCT03319667
DRKS:  
Sponsor: Sanofi
Studienphase: Phase 3
Status: Rekrutierung voraussichtlich ab 2. Quartal 2018, geplant bis 12/2022 

Ziel:

Nachweis des Nutzens von Isatuximab (I) in Kombination mit Bortezomib (V), Lenalidomid (R) und Dexamethason (d) in Hinblick auf die Verlängerung des progressionsfreien Überlebens im Vergleich zu Bortezomib (Velcade®), Lenalidomid (Revlimid®) und Dexamethason allein bei Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom, die nicht für eine Transplantation infrage kommen oder diese nicht wollen.

Hintergrund:

Isatuximab (SAR650984) ist ein monoklonaler Anti-CD38-Antikörper, der bisher aussichtsreich bei rezidiviertem und refraktärem Multiplen Myelom geprüft wurde, und nun in der Ersttherapie getestet werden soll.

Indikation und Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien (3-5)

  • Symptomatisches multiples Myelom (gemäß den Kriterien der International Myeloma Working Group [IMWG])
  • Patienten mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom, die altersbedingt (≥ 65 Jahres) nicht für eine Transplantation infrage kommen oder Patienten < 65 Jahren mit Begleiterkrankungen, die sich auf die Möglichkeit einer Transplantation auswirken, oder Ablehnung einer Transplantation durch den Patienten
  • Nachweis einer messbaren Erkrankung

 Ausschlusskriterien (3-5)

  • Vorbehandlung wegen multiplem Myelom
  • Asymptomatisches multiples Myelom
  • ECOG (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) > 2

 Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ergänzende Informationen:

Die Studie wird in zwei Armen durchgeführt:

  • Patienten, die Studienarm A zugeteilt werden, erhalten 4 Zyklen à 6 Wochen Induktionstherapie mit Isatuximab i.v. + Bortezomib s.c. + Lenalidomid oral + Dexamethason i.v. oder oral (IVRd), gefolgt von 4-wöchigen Zyklen der Erhaltungstherapie mit Isatuximab i.v. + Lenalidomid oral + Dexamethason i.v. oder oral.
  • Patienten, die Studienarm B zugeteilt werden, erhalten 4 Zyklen à 6 Wochen Induktionstherapie mit Bortezomib s.c. + Lenalidomid oral + Dexamethason i.v. oder oral (VRd), gefolgt von 4-wöchigen Zyklen der Erhaltungstherapie mit Lenalidomid oral + Dexamethason i.v. oder oral.
Cobimetinib +/- Venetoclax +/- Atezolizumab (BO39813)

Cobimetinib als Einzelsubstanz und in Kombination mit Venetoclax, mit oder ohne Atezolizumab, bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom

Organisatorische Daten:  

Prüfplancode:  
ISRCTN:  
EudraCT: 2017-000830-68
Clinicaltrials.gov: NCT03312530
DRKS:  
Sponsor: Hoffman-La Roche
Studienphase: Phase 1b/2
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 10/2020

Ziel:

Diese offene, randomisierte, multizentrische, dreifacharm Phase Ib/II Studie wurde entworfen, um die Wirkung, Sicherheit, Tolerabilität und Pharmakokinetik von Cobimetinib als eine Einzelsubstanz (Arm A), Cobimetinib plus Venetoclax (Arm B) und Cobimetinib plus Venetoclax plus Atezolizumab (Arm C) bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom zu bewerten.

Hintergrund:

Cobimetinib ist ein Kinasehemmer aus der Gruppe der MEK-Inhibitoren, welcher jetzt schon in Kombination mit dem BRAF-Inhibitor Vemurafenib zur Behandlung eines fortgeschrittenen Melanoms mit der BRAF-V600-Mutation eingesetzt wird. Der BCL-2 Inhibitor Venetoclax ist ein oral einzunehmendes sogenanntes „kleines Molekül“, das in präklinischen Studien eine synergetische Wirkung mit Cobimetinib gezeigt hat. Atezolizumab ist ein anti-PD-L1(anti-programmed death-ligand 1) Antikörper, der in Kombination mit Cobimetinib beim Kolonkarzinom getestet worden ist und dort gute Verträglichkeit gezeigt hat. Jetzt soll diese Kombination auch beim multiplen Myelom untersucht werden.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien (3-5)

  • Drei bis fünf Vortherapien, einschließlich eines Proteasomeninhibitors und eines Immunmodulators
  • Erreichen eines Ansprechens (minimales Ansprechen oder besser) auf mindestens eine Vortherapie
  • Dokumentierte Krankheitsprogression (definiert durch die IMWG Kriterien) während oder nach der letzten Vortherapie oder Unverträglichkeit der letzten Vortherapie
  • ECOG Performance Status (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) von 2 oder weniger
  • Nebenwirkungen der letzten Therapien (einschließlich peripherer Neuropathie) müssen sich zurückgebildet oder auf Grad 1 stabil sein

Ausschlusskriterien (3-5)

  • Anti-Myelom Behandlung innerhalb der letzten 14 Tage oder 5 Halbwertszeiten der Behandlung vor dem Tag der Randomisierung
  • Autologe STZ innerhalb von 100 Tagen vor Randomisierung
  • Vorhergegangene allogene STZ oder andere Organtransplantation
  • Vorbehandlung mit MEK Inhibitoren, Bcl-2 Inhibitoren oder Immuncheckpoint Inhibitoren, einschl. anti CTLA-4, anti-PD-1 oder anti-PDL1
  • Behandlung mit systemischen Immunstimmulatoren innerhalb von 28 Tagen oder Immunsuppressoren innerhalb von 14 Tagen vor Randomisierung

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt

Daratumumab bei Niereninsuffizienz (GMMG-DANTE)

Daratumumab in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom und schwerer Nierenfunktionseinschränkung

Organisatorische Daten:

Prüfplancode:  
ISRCTN:  
EudraCT: 2016-000433-51
Clinicaltrials.gov: NCT02977494
DRKS:  
Sponsor: Universitätsklinikum Tübingen
Studienphase: Phase 2
Status: Rekrutierung läuft; bis voraussichtlich Dez. 2020

Ziel:

Patienten mit Niereninsuffizienz benötigen eine rasche und effektive Verminderung ihrer Tumorlast, um eine Erholung der Nieren zu ermöglichen. Monoklonale Antikörper wie Daratumumab werden weder über die Nieren ausgeschieden noch verstoffwechselt, trotzdem waren Patienten mit Niereninsuffienz (GFR ≤ 20 ml/min) bisher von entsprechenden Studien ausgeschlossen. Ziel dieser Studie ist es nun, die Wirksamkeit, Sicherheit und Pharmakokinetik der Kombination von Daratumumab mit Bortezomib (Velcade®) und Dexamethason bei Patienten mit rezidiviertem, refraktärem Multiplen Myelom mit schwerer Niereninsuffizienz zu überprüfen.

Hintergrund:

Daratumumab ist ein monoklonaler Antikörper, der zur Behandlung des Multiplen Myeloms eingesetzt wird. Der Antikörper bindet an das Oberflächenprotein CD38, das von den Tumorzellen in allen Stadien der Erkrankung gebildet wird. Die Bindung des Antikörpers führt zum Absterben der Tumorzelle durch programmierten Zelltod (Apoptose) sowie durch eine verstärkte Immunreaktion. Das Mittel ist seit Juni 2016 (in den USA seit November 2015) zur Monotherapie von Patienten mit Multiplem Myelom zugelassen, das nicht mehr auf eine Behandlung mit einem Proteasomeninhibitor oder einem Immunmodulator anspricht.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Patienten müssen ein dokumentiertes, behandlungsbedürftiges multiples Myelom haben, definiert durch die folgenden Kriterien:
    • Monoklonale Plasmazellen im Knochenmark > 10% und/oder Nachweis eines Plasmozytoms, nachgewiesen durch eine Biopsie zu irgendeinem Zeitpunkt ihrer Krankheitsgeschichte, gemäß den IMWG Diagnosekriterien (IMWG Kriterien von  2014, Rajkumar et al. 2014)
    • Messbare Erkrankung beim Screening (Serum M-Protein > 500 mg/dl oder Urin M-Protein > 200 mg/24h, im Fall eines Leichtkettenmyeloms: freie Leichtketten > 10 mg/dl und abnormer kappa/lambda Leichtkettenquotient)
  • GFR (Glomeruläre Filtrationsrate) < 30 ml/min und /oder Patienten unter Hämodialyse
  • Patient muss mindestens eine Vortherapie erhalten haben
  • Patienten müssen dokumentierten Progress ihrer Erkrankung nach der letzten Therapie haben
  • ECOG Performance Status (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) von 0-3

Ausschlusskriterien

  • Patient hat vorher Daratumumab oder eine andere Anti-CD38-Antikörpertherapie erhalten (eine Vortherapie mit Elotuzumab ist erlaubt)      
  • Nachweis einer Unverträglichkeit von Bortezomib oder bekannte Allergien, Überempfindlichkeit oder Unverträglichkeit gegen monoklonale Antikörper
  • Aktive Graft-versus-Host-Erkrankung unter immunsuppressiver Behandlung
  • Vorhergehende Krebserkrankung innerhalb von 5 Jahren vor Studieneinschluss
  • Aktive, unkontrollierbare Infektion
  • Periphere Neuropathie ≥ 3 oder neuropathische Schmerzen Grad 2 oder höher

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Daratumumab/Pomalidomid/Dexamethason im Vergleich zu Pomalidomid/Dexamethason (EMN14, Apollo)

Eine Phase-3-Studie zum Vergleich von Pomalidomid und Dexamethason mit oder ohne Daratumumab (subkutan) bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplem Myelom, die mindestens eine vorherige Therapielinie mit Lenalidomid in Verbindung mit einem Proteasom-Inhibitor erhalten haben: die APOLLO-Studie

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: EMN14/54767414MMY3013
ISRCTN:  
EudraCT: 2017-001618-27
Clinicaltrials.gov: NCT03180736
DRKS:  
Sponsor: Janssen/EMN
Studienphase: Phase 3
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 7/2023

Ziel:

Ziel der Studie ist die Ermittlung des progressionsfreien Überlebens bei Patienten, deren Erkrankung nach einer vorherigen Antimyelombehandlung fortgeschritten ist.

Hintergrund:

Dies ist eine multizentrische, randomisierte, offene Phase-3-Studie, in der Daratumumab, Pomalidomid und niedrig dosiertes Dexamethason (DaraPomDex) mit Pomalidomid und niedrig dosiertem Dexamethason (PomDex) bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplem Myelom verglichen werden, die mindestens 1 vorheriges Behandlungsschema sowohl mit Lenalidomid als auch mit einem Proteasom-Inhibitor erhalten haben und deren Krankheit fortgeschritten ist. Die Patienten erhalten per Zufallsverteilung entweder DaraPomDex oder PomDex.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Erkrankung muss anhand mindestens eines der folgenden Kriterien messbar sein:
    • IgG Multiples Myelom: M-Protein im Serum ≥ 1,0 g/dl oder M-Protein im Urin ≥ 200 mg/24 Stunden; oder
    • IgA, IgD, IgE, IgM Multiples Myelom: M-Protein im Serum ≥ 0,5 g/dl oder M-Protein im Urin ≥ 200 mg/24 Stunden; oder
    • Leichtkettiges Multiples Myelom, für Patienten ohne messbare Krankheit im Serum oder Urin: freie Leichtketten im Serum (FLC) ≥ 10 mg/dl und auffälliges Serum-FLC-Verhältnis.
  • Die Patienten müssen eine vorherige Antimyelombehandlung mit einem Proteasom-Inhibitor in Verbindung mit Lenalidomid erhalten und darauf angesprochen haben (d.h. mit einer partiellen Remission oder einem besserem Ansprechen, wie vom Prüfers gemäß der Definition der geänderten IMWG-Kriterien festgestellt).
  • Die Krankheitsprogression muss dokumentiert sein und auf dem vom Prüfer gemäß den geänderten IMWG-Kriterien festgestellten Ansprechen auf das oder nach dem letzten Schema beruhen.

Ausschlußkriterien:

  • Frühere Therapie mit einem monoklonalen Anti-CD38-Antikörper.
  • Frühere Gabe von Pomalidomid.
  • Antimyelombehandlung innerhalb von mindestens 2 Wochen vor der Randomisierung. Die einzige Ausnahme ist eine notfallmäßige kurze Kortikosteroiden (entsprechend 40 mg/Tag für maximal 4 Tage) für die palliative Behandlung vor Zyklus 1, Tag 1 (C1D1).
  • Vorherige allogene Stammzelltransplantation oder autologe Stammzelltransplantation (ASCT) innerhalb von 12 Wochen vor C1D1.

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GEP-Studie

Allgemeine Informationen

In der GEP-Studie werden die genexpressionsanalysen bei Plasmazell-Dyskrasien durchgeführt, um biologische und prognostische Subgruppen und neue therapeutische Zielmoleküle zu identifizieren.

Dies ist eine Begleitstudie zu anderen Studien, die in Heidelberg durchgeführt werden, die nicht explizit Patienten aufnimmt.

GMI-1271-230

Offene Studie der Phase 1 mit steigenden Dosen der Studienmedikation GMI-1271 bei Patienten mit Multiplem Myelom.

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: GMI-1271-230
ISRCTN:  
EudraCT:  
Clinicaltrials.gov: NCT02811822
DRKS:  
Sponsor: GlycoMimetics Incorporated
Studienphase: Phase 1
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 08/2019

Ziel:

Die Studie untersucht die Wirksamkeit, Sicherheit und Pharmakokinetik (Einwirkung des Körpers auf die Substanz) der Prüfsubstanz GMI-1271 als Ergänzung zur Standard-Chemotherapie bei Patienten mit Multiplem Myelom.

Hintergrund:

Utroleselan (GMI-1271) ist ein spezifischer E-Selektin-Inhibitor, der in Kombination mit einer Chemotherapie zur Behandlung von Patienten mit AML, MM und möglicherweise anderen hämatologischen Krebsarten eingesetzt wird.

E-Selektin spielt eine entscheidende Rolle bei der Bindung von Krebszellen innerhalb von Gefäßnischen im Knochenmark, was verhindert, dass die Zellen in den Blutkreislauf gelangen, wo sie leichter durch Chemotherapie getötet werden können. In separaten Tierversuchen mobilisierte Uproleselan AML- und MM-Krebszellen aus dem Knochenmark und machten sie empfindlicher auf Chemotherapie. Sowohl in der AML- als auch in der MM-Studie konnte die Tumorbelastung bei den mit einer Kombination aus Chemotherapie und Utroleselan behandelten Tieren im Vergleich zu den mit Chemotherapie behandelten Tieren allein signifikant reduziert werden. Darüber hinaus führte die Kombination von Utroleselan mit Chemotherapie zu einer verbesserten Überlebensrate der behandelten Tiere im Vergleich zur Chemotherapie allein. Die Untersucher glauben, dass die Behandlung mit Utroleselan zu einer geringeren Toxizität des Knochenmarks führen kann, da es E-Selektin hemmt, das die Stammzellen im Knochenmark seltener teilen lässt und sie so vor Chemotherapeutika schützt, die auf schnell teilende Zellen abzielen. (Quelle: http://glycomimetics.com/for-clinicians/gmi-1271/)

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Bestätigte Diagnose eines Multiplen Myeloms
  • Patienten mit progressivem Multiplen Myelom, die mindestens eine Vortherapie erhalten haben und sich bereits einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation unterzogen haben oder bei denen Letztere nicht zu erwarten ist
  • Patienten, die zuvor mit Schema behandelt wurden, das einen immunmodulatorischen Wirkstoff (IMiD) enthält, oder die für ein solches Schema nicht geeignet sind
  • Patienten müssen mit einem Proteasom-Inhibitor-haltigen Schema behandelt werden (das Bortezomib oder Carfilzomib umfasst)

Ausschlußkriterien:

  • Unverträglichkeit gegenüber Bortezomib oder Carfilzomib
  • Fortschreitende Hinweise auf eine Endorganschädigung aufgrund der Grunderkrankung
  • Plasmazell-Leukämie
  • Stauungsherzinsuffizienz

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Isatuximab, Carfilzomib, Lenalidomid und Dexamethason in der Primärtherapie des Hochrisikomyeloms (GMMG-CONCEPT)

Eine offene, multizentrische Phase-2-Studie zur Induktions-, Konsolidierungs- und Erhaltungstherapie mit Isatuximab, Carfilzomib, Lenalidomid und Dexamethason (I-KRd) in der Primärtherapie des Hochrisikomyeloms. Es können Patienten bis 70 Jahre eingeschlossen werden, die für eine Hochdosischemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation geeignet sind (Arm A), Patienten > 70 Jahre oder nicht für eine Stammzelltransplantation geeignete Patienten können in Arm B eingeschlossen werden.

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: GMMG-CONCEPT
ISRCTN:  
EudraCT: 2016-000432-17
Clinicaltrials.gov NCT03104842
DRKS:  
Sponsor: Universitätsklinikum Tübingen
Studienphase: Phase 2
Satus: Rekrutierung läuft, geplant bis Juli 2023

Ziel:

Die Studie untersucht die Wirksamkeit und Toxizität der Kombination von Isatuximab , Carfilzomib, Lenalidomid  und Dexamethason (I-KRd-Regime) als Induktions-, Konsolidierungs- und Erhaltungstherapie bei Hochrisiko-Patienten (siehe Einschlusskriterien). Die Studie wird in zwei Armen durchgeführt:

  • Studienarm A für Patienten ≤ 70 Jahren, die für eine Hochdosistherapie mit Stammzelltransplantation infrage kommen: 6 Zyklen I-KRd Induktionstherapie, gefolgt von 4 Zyklen I-KRd nach Hochdosistherapie sowie einer I-KR Erhaltungstherapie
  • Studienarm B für Patienten >70 Jahren, die nicht für eine Hochdosistherapie geeignet sind: insgesamt 12 Zyklen I-KRd mit anschließender Erhaltungstherapie mit I-KR

Hauptziel der Studie ist die Bestimmung des Anteils von Patienten ohne  minimale Resterkrankung (MRD-negativ) nach Induktion und Konsolidierung = 10 Zyklen I‐KRd (Studienarm A) bzw. nach 12 Zyklen I‐KRd bei Patienten ohne Transplantation (Studienarm B)

Hintergrund:

Isatuximab (SAR650984) ist ein monoklonaler Anti-CD38-Antikörper zur Behandlung von rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom, der bei Verabreichung von Carfilzomib (Kyprolis®), Lenalidomid (Revlimid®) and Dexamethason [I‐KRd-Regime] getestet werden soll.

Indikation und Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Bestätigte Diagnose einen bisher unbehandelten multiplen Myeloms (nach den überarbeiteten Kriterien der IMWG) mit messbarer Krankheitsaktivität. (Serum-M-Protein ≥ 1 g/dl oder Urin‐M‐Protein ≥ 200 mg/24 Stunden). Oligosekretorisches Myelom: Konzentration der betroffenen freien Leichtkette ≥ 10 mg/dl bei abnormem sFLC-Verhältnis. Asekretorisches Myelom: > 1 fokale Läsion, die im MRT messbar ist.
  • Nachweis einer Hochrisikokonstellation durch FISH-Analyse von:
    - del17p oder
    - t(4;14) oder
    - mehr als 3 Kopien von +1q21
    - sowie ein ISS-Stadium 2 oder 3.
    Liegt eine FISH‐Analyse aus einem anderen Labor als aus der Universitätsklinik Heidelberg vor, wird diese nach Rücksprache akzeptiert (Liste der Labors, aus denen eine FISH‐Analyse für die Studie akzeptiert wird, liegt in der Studienzentrale vor).
  • WHO-Leistungsstatus 0‐3 (WHO=3 nur zulässig, wenn durch das multiple Myelom und nicht durch eine Begleiterkrankung verursacht)

 Ausschlusskriterien

  • Kontraindikation gegen eine der benötigten Begleit‐ oder Supportivmedikamente einschließlich einer Kontraindikation gegen antivirale Substanzen. Patienten mit einer Überempfindlichkeit gegenüber Captisol® (zur Lösung von Carfilzomib), Mannitol, Sucrose, Histidin und Polysorbat 80 oder gegen eine der Bestandteile der in der Studienbehandlung verwendeten Medikamente zur Vormedikation (Steroide, H2-Blocker).
  • Systemische AL‐Amyloidose (ausgenommen AL-Amyloidose der Haut und/oder des Knochenmarks)
  • Schwere Herzerkrankung (NYHA Klassifikation III‐IV), symptomatische kardiale Ischämie oder unkontrollierte Herzrhythmusstörungen. Herzinfarkt innerhalb von 4 Monaten vor Studieneinschluss.

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Ixazomib bei primärer Amyloidose

Eine randomisierte, offene, kontrollierte multizentrische Studie der Phase 3 mit oralem Ixazomib (MLN9708) plus Dexamethason oder Therapie ärztlicher Wahl bei Patienten mit rezidivierter oder refraktärer Leichtkettenamyloidose

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: C16011
 ISRCTN:  
 EudraCT: 2011-005468-10
 Clinicaltrials.gov: NCT01659658
 DRKS:  
 Sponsor: Millennium Pharmaceuticals, Inc.
 Studienphase: Phase 3
 Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 09/2018

Ziel:

Amyloidose ist eine Erkrankung, bei der abnormes Eiweiß in Zellen und Organen abgelagert wird. Klumpen dieser abnormen Proteine nennt man Amyloidablagerung. Amyloidose lässt sich mittels Chemotherapie behandeln, rezidiviert aber oft. Das Ziel dieser Studie ist zu prüfen, ob die Behandlung mit Ixazomib wirksamer ist als eine Standardtherapie bei Patienten mit Leichtkettenamyloidose, die weiterhin bestehen bleibt  oder trotz Therapie rezidiviert. Patienten werden nach dem Zufallsprinzip einer der folgenden Behandlungsruppen zugeordnet: Behandlung entweder mit 4 mg Ixazomib und 20 mg Dexamethason oder mit einer Standardtherapie ärztlicher Wahl.

Hintergrund:

Ixazomib (MLN9708, Ninlaro®) ist der erste oral verfügbare Proteasomen-Inhibitor, der Eingang in die klinische Prüfung gefunden hat. In bisherigen Studien konnte die Wirksamkeit in der Monotherapie bei mehrfach vorbehandelten Patienten mit Multiplem Myelom belegt werden. Daten einer Phase-1/2-Studie zeigen vielversprechende Ergebnisse für die Kombination von Ixazomib mit Lenalidomid und Dexamethason. Sie bietet die Vorteile einer oralen Anwendung und ein günstiges Nebenwirkungsprofil, insbesondere hinsichtlich des Auftretens von Neuropathien. http://www.bloodjournal.org/content/early/2017/05/26/blood-2017-03-771220

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien (3-5)

  • Primäre Leichtkettenamyloidose, gesichert durch eine Biopsie und folgende Standardkriterien:
    • Histochemische Diagnosis der Amyloidose,
    • Wenn klinische und Laborparameter nicht ausreichen, kann eine Amyloidtypisierung notwendig sein.
  • Messbare Erkrankung, definiert durch die Differenz der freier Leichtkettenkonzentration im Serum (dFLC, Differenz zwischen involvierten Amyloidformenden und nichtamyloidformenden [uninvolvierten] freien Leichtketten [FLC]) ≥ 50 mg/.
  • Objektive, messbare schwere Amyloid-Organbeteiligung von Herz oder Niere, definiert als (Amyloidbeteiligung von mind. einem Organ gefordert)
    Bemerkung: Amyloidbeteiligung anderer Organsysteme ist erlaubt, aber nicht notwendig.

Ausschlusskriterien (3-5)

  • Amyloidose aufgrund einer Mutation des Transthyretin-Gens oder andere Amyloidose, die keine AL-Amyloidose ist.
  • Dokumentierter Kreislaufkollaps (Synkope), unkompensierte Herzinsuffizienz gemäß der New York Heart Association (NYHA) Klasse 3 oder 4, Herzinfarkt innerhalb der letzten 6 Monate, instabile Angina pektoris, klinisch bedeutsame, wiederholte Herzrhythmusstörung in der Herzkammer trotz Behandlung oder schwere orthostatische Hypotension oder schwere, klinische autonome Herzerkrankung.
  • Klinisch manifestes multiples Myelom, gemäß den Kriterien der Internationalen Myeloma Working Group (IMWG) mit mindestens einem der folgenden Kriterien:
    • Knochenläsionen
    • Hyperkalzämie, definiert als Calciumwert von > 11 mg/dl
  • Unfähigkeit, Medikamente zu schlucken, Unfähigkeit oder fehlende Bereitschaft, die Anforderungen der Arzneimittelverabreichung einzuhalten oder Magen-Darm-Erkrankung, die die Aufnahme des Arzneimittels oder die Verträglichkeit beeinträchtigt.

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt

Lenalidomid, Bortezomib, Dexamethason +/- Isatuximab (GMMG HD7)

Offene Phase-3-Studie zur Wirkung von Isatuximab in der Induktionstherapie mit Lenaliodomid/Bortezomib/Dexamethason (RVd) und in der Erhaltungstherapie mit Lenalidomid bei Patienten mit neu diagnostiziertem Myelom

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: GMMG HD7
ISRCTN:  
EudraCT: 2017-004768-37
Clinicaltrials.gov: NCT03617731
DRKS:  
Sponsor: Universitätsklinikum Heidelberg
Studienphase: Phase 3
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis Mai 2025

Ziel:

Dies ist eine prospektive, multizentrische, randomisierte, offene, klinische Phase-3-Studie im Parallelgruppen-Design für Patienten mit bestätigter Diagnose eines unbehandelten multiplen Myeloms, das eine systemische Therapie erfordert.

Die Studie vergleicht die Wirkung der Induktionstherapie mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (RVd) (Studienarm IA) mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (RVd) plus zusätzlich Isatuximab (Studienarm IB) bei Patienten mit neu diagnostiziertem, unbehandeltem Multiplen Myelom.

Hauptziel der Studie ist der Vergleich des Anteils von Patienten ohne minimale Resterkrankung (MRD-negativ) nach der Induktionstherapie ohne bzw. mit zusätzlicher Gabe von Isatuximab. Die minimale Resterkrankung wird mittels Durchflusszytometrie gemessen.

Als weiteres Hauptziel soll die Studie das progressionsfreie Überleben bei Patienten vergleichen, die eine Erhaltungstherapie mit Lenalidomid ohne (Studienarm IIA) bzw. mit zusätzlich Isatuximab (Studienarm IIB) erhalten.

Hintergrund:

Isatuximab (SAR650984) ist ein monoklonaler Anti-CD38-Antikörper, der bisher bei rezidiviertem und refraktärem Multiplen Myelom geprüft wurde, und nun in der Ersttherapie in Kombination mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason getestet werden soll.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Bestätigte Diagnose eines unbehandelten Multiplen Myeloms, das eine systemische Therapie erfordert (Diagnosekriterien nach den aktualisierten IMWG-Kriterien). Bei einigen Patienten kann eine systemische Therapie erforderlich sein, obwohl diese diagnostischen Kriterien nicht erfüllt sind. In diesem Fall ist vor der Aufnahme das GMMG-Studienbüro zu konsultieren.
  • Der Patient ist für die Hochdosistherapie und die autologe Stammzelltransplantation geeignet.
  • Messbare Krankheit, definiert als jeder quantifizierbare monoklonale Proteinwert, definiert durch mindestens eine der folgenden drei Messungen:
    • Serum M-Protein ≥ 10 g/l (für IgA ≥ 5g/l)
    • Urin-Leichtkette (M-Protein) ≥ 200 mg/24 Stunden
    • Serum-FLC-Assay: beteiligter FLC-Wert ≥ 10 mg/dl bei abnormem sFLC-Verhältnis

Ausschlußkriterien

  • Der Patient hat eine Überempfindlichkeit (oder Kontraindikation) gegenüber Dexamethason, Saccharosehistidin (als Basis- und Hydrochloridsalz), Bor, Mannitol und Polysorbat 80 oder einer der Komponenten der Studientherapie, die nicht für eine Vorbehandlung mit Steroiden oder H2-Blockern geeignet sind, was eine weitere Behandlung mit diesen Mitteln verbieten würde.
  • Systemische AL-Amyloidose (außer AL-Amyloidose der Haut oder des Knochenmarks)
  • Plasmazellleukämie
  • Frühere Chemotherapie oder Strahlentherapie in den letzten 5 Jahren mit Ausnahme der lokalen Strahlentherapie bei lokalem Myelomverlauf. (Hinweis: Die Patienten können eine Gesamtdosis von bis zu 160 mg Dexamethason oder ein gleichwertiges Mittel als Notfalltherapie erhalten haben.) Eine frühere Therapie aufgrund eines schwelenden Myeloms kann akzeptabel sein. In diesem Fall ist vor der Aufnahme das GMMG-Studienbüro zu konsultieren.
  • Schwere Herzinsuffizienz (NYHA-Klassifikation III-IV), Auswurffraktion < 40%.

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ergänzende Informationen:

Die Studie wird in zwei Armen durchgeführt. Vor der Induktionstherapie werden die Patienten per Zufallsverfahren Studienarm IA oder IB zugeordnet (randomisiert):

  • IA: Patienten in Arm IA erhalten 3 Zyklen RVd (Bortezomib [Velcade®], Lenalidomid [Revlimid®, jeder Zyklus dauert 42 Tage] und Dexamethason).
  • IB: Patienten im Arm IB erhalten den monoklonalen Antikörper Isatuximab zusätzlich zu den 3 Zyklen RVd.

Nach der Induktionstherapie werden die Patienten einer Intensivierungstherapie nach GMMG-Standard unterzogen (in der Regel Mobilisierungstherapie gefolgt von Stammzellgewinnung und autologer Stammzelltransplantation.
Vor der Erhaltungsbehandlung werden die Patienten per Zufallsverfahren Studienarm IIA oder IIB zugeordnet:

  • IIA: Patienten im Arm IIA erhalten drei Jahre lang eine Erhaltungstherapie mit Lenalidomid.
  • IIB: Patienten im Arm IIB erhalten zusätzlich Isatuximab

Die Studienteilnahme dauert für jeden Patienten voraussichtlich 45 bis 48 Monate (Induktions- und Intensivierungstherapie: 6 bis 9 Monate, 3 Monate Pause zwischen der Intensivierung und Beginn der Erhaltungsphase: 36 Monates).

 

GMMG HD7

Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Universitätsklinikums Heidelberg

MIK-Studie (CMIK665X2101)

Multizentrische, offene Dosisfindungsstudie der Phase 1 mit intravenös verabreichtem MIK665 bei Patienten mit rezidivierendem oder therapierefraktärem Multiplem Myelom oder rezidivierendem oder therapierefraktärem Lymphom. Die experimentelle Substanz MIK665, ein Mcl-1-Inhibitor, wird im Rahmen dieser Studie erstmals am Menschen geprüft.

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: CMIK665X2101
ISRCTN:  
EudraCT: 2016-003624-22
Clinicaltrials.gov: NCT02992483
DRKS:  
Sponsor: Novartis
Studienphase: Phase 1
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 04.04.2019

Ziel:

Die Studie untersucht die Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik (Einwirkung des Körpers auf die Substanz) und vorläufige klinische Wirkung von MIK665 nach intravenöser Gabe bei Patienten mit rezidivierendem oder therapierefraktärem Multiplem Myelom oder rezidivierendem oder therapierefraktärem Lymphom. Ziel ist es, die maximal verträgliche Dosis und die empfohlene Dosis von MIK665 bei Verabreichung als intravenöse Monotherapie zu ermitteln. 

Hintergrund:

MIK665 (auch S64315 genannt) ist ein Mcl-1-Inhibitor (von engl. Myeloid cell leukemia 1), der derzeit unter anderem für die Behandlung des multiplen Myeloms erforscht wird. Viele Tumorzellen produzieren Mcl-1 in großen Mengen, um sich vor Zelltod zu schützen. Erhöhte Mengen an Mcl-1 führen außerdem dazu, dass Tumorzellen nicht mehr auf Chemotherapeutika ansprechen. In einer Reihe von Studien wurde nachgewiesen, dass maligne hämatologische Erkrankungen wie multiples Myelom, akute myeloische Leukämie und Non-Hodgkin-Lymphom, gegenüber einer Mcl-1-Hemmung besonders empfindlich sind. Daher bietet sich Mcl-1 als Ziel eines neuen Therapieansatzes an.

Indikation und Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Histologisch bestätigtes Lymphom (gemäß WHO-Klassifikation) oder bestätigtes Multiples Myelom (gemäß IMWG-Kriterien) mit rezidivierter und/oder refraktärer Erkrankung

Ausschlusskriterien:

  • Bekannte chronische Lebererkrankung in der Vorgeschichte
  • Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) in der Vorgeschichte
  • Vorbehandlung mit einem Mcl-1-Inhibitor

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt

MP0250 (MiRRoR)

Eine Phase-2-Studie mit MP0250 plus Bortezomib + Dexamethason bei Patienten mit multiplem Myelom.

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: MP0250-CP201
ISRCTN:  
EudraCT: 2016-002771-10
Clinicaltrials.gov: NCT03136653
DRKS:  
Sponsor: Molecular Partners AG
Studienphase: Phase 2
Status Rekrutierung läuft, geplant bis Okt 2018

Ziel:

Der Zweck dieser Studie ist, die Wirkung, Sicherheit, Tolerabilität, die pharmakokinetische (PK), immungenetische und biologische Aktivität von MP0250 in der Kombination mit Bortezomib + Dexamethason bei Patienten mit Multiplem Myelom zu prüfen, die resistent gegen Bortezomib sind und mindestens zwei vorangegangene Therapien einschl. Bortezomib und einem immunmodulatorischen (IMiD) Wirkstoff erhalten haben.

Hintergrund:

MP0250 ist eine auf DARPin-basierte Substanz mit günstigen pharmakokinetischen Eigenschaften, einer hohen Wirksamkeit und guten Bindungseigenschaften, die auf den endothelialen Gefäßwachstumsfaktor (VEGF) und den Leberzellwachstumsfaktor (HGF) zielt. HGF und VEGF werden in einer Vielfalt von Krebszellen überexprimiert und sind mit einer vermehrten Zellproliferation, Wanderung und Adhäsion verbunden. Der gegen VEGF/HGF-gerichtete DARPin MP0250 neutralisiert die Wirkung von sowohl HGF als auch VEGF, verhindert eine HGF- und VEGF-vermittelte Signalübermittlung und hemmt somit das Wachstum von HGF/VEGF-Tumorzellen. Zudem verhindert die hemmende Wirkung auf die HGF-Signalübermittlung auch die Osteolyse.

Indikation und Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Patienten mit multiplem Myelom, die mindestens 2 Vortherapien gehabt haben (einschließlich Bortezomib und einem IMID), kein Ansprechen gezeigt haben (z.B. stabile Erkrankung), auf ihre letzte Therapie mit einem Progress reagiert haben oder innerhalb von 60 Tagen nach ihrer letzten Therapie einen Progress hatten
  • Messbare Erkrankung
  • ECOG Performance Status von 1 oder 0 ((Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen)
  • Adäquate Leberfunktion
  • Neutrophilenzahl ≥ 1000/mm3 beim Screening
  • Hämoglobin ≥ 8,0 g/dl beim Screening
  • Plättchenzahl ≥ 50 000/mm3 beim Screening
  • Creatiniclearance ≥ 50ml/min, basierend auf der Cockroft und Gault Formel
  • Serumalbumin ≥ 30 g/l

Ausschlusskriterien:

  • Patienten mit folgenden Erkrankungen: Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS), die nicht zu den Immunglobulinsubtypen (Ig)M gehören, Leichtketten MGUS, solitäres Plasmozytom (allein oder mit minimaler Knochenmarksbeteiligung, systemische Leichtkettenamyloidose, Morbus Waldenström.
  • Periphere Neuropathie Grad 2 oder höher beim Screening
  • Aktive kongestive Herzinsuffizienz
  • Unkontrollierter Bluthochdruck
  • Schlaganfall oder Ischämie innerhalb von 6 Monaten vor Screening

 Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

PDR001(Spartalizumab) und/oder CJM112 oder LCL161

Eine offene, multizentrische Phase-I/Ib-Studie mit CJM112-Monotherapie und PDR001 in Kombination mit CJM112 oder LCL161 bei Patienten mit rezidiviertem und/oder refraktärem Multiplen Myelom.

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: CPDR001X2106
ISRCTN:  
EudraCT:  
Clinicaltrials.gov: NCT03111992
DRKS:  
Sponsor: Novartis
Studienphase: I/Ib
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis Juni 2020

Ziel:

Ziel dieser offenen, multizentrischen Studie ist, die Wirksamkeit, Tolerablität und Sicherheit der drei eingesetzten Wirkstoffe sowie die Dosisintensität für Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom in drei nachfolgenden Armen zu prüfen.

  • Studienarm A: CJM112 als Einzeltherapie
  • Studienarm B: CJM112 in Kombination mit einer festgelegten Dosis PDR001 (Spartalizumab)
  • Studienarm C: LCL161 in Kombination mit einer festgelegten Dosis PDR001 (Spartalizumab)

Hintergrund:

Eine Schlüsselrolle bei der Tumorentstehung und -entwicklung nimmt das den Tumor umgebende Gewebe, das sogenannte Microenvironment, ein. Beim Multiplen Myelom (MM) nimmt man an, dass das Microenvironment aufgrund seines proinflammatorischen Zytokinmilieus und der Infiltration von myeloiden Suppressorzellen und regulatorischen T-Zellen nur über eine geringe immunologische Aktivität verfügt. Allerdings stellen beeindruckende anti-Tumorantworten, die nach allogener Stammzelltransplantation bei Patienten mit MM beobachtet wurden, diese Annahme nicht nur in Frage, sondern unterstützen vielmehr den Ansatz, das Immunsystem zur Bekämpfung dieser Erkrankung zu nutzen. So konnten durch die Kombination von Inhibitoren des Immun-Checkpoints PD-1 (Programmed cell death 1/programmierter Zelltod) mit immunmodulierenden Substanzen bereits vielversprechende Ergebnisse bei Patienten mit r/r MM erzielt werden.
PD-1 ist ein Typ-I-Transmembran-Protein, das auf der T-Zelloberfläche vorkommt und mit den Bindungsproteinen PDL-1 und PDL-2 der Zielzellen wechselwirkt. Viele Malignome, einschließlich MM, weisen eine hochregulierte PDL-1-Expression im Knochenmarkmicroenvironment als Mechanismus auf, um der Anti-Tumor-Immunüberwachung zu entkommen.

Im Rahmen der vorliegenden Studie werden zwei immunmodulierende Substanzen alleine und/oder in Kombination mit dem anti-PD-1-Antikörper PDR001 getestet.

Bei den untersuchten Immunmodulatoren handelt es sich zum einen um den anti-Interleukin (IL)-17A-Antikörper CJM112 und zum anderen um das Apoptose-aktivierende, SMAC-Mimetikum LCL161, ein Vertreter einer neuen Substanzklasse.

Indikation und Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • ECOG (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) von 0, 1 oder 2
  • Patienten mit gesicherter Diagnose eines multiplen Myeloms, die zwei oder mehr Therapielinien hinter sich haben, einschließlich einem IMiD und einem Proteasomeninhibitor und die rezidiviert sind oder refraktär auf die letzte Therapie waren. Patienten, die eine autologe Stammzelltransplantation hinter sich haben und sonst alle Kriterien erfüllen, können an der Studie teilnehmen.
  • Messbare Krankheitsaktivität mit mindestens einem der folgenden Kriterien:
  • Serum M-Protein ≥ 0,5 g/dl oder
  • Urin M-Protein ≥ 200 mg/24 h oder
  • Freie Leichtketten im Serum (FLC) > 100 mg/l
  • Alle Patienten sollten bereit sein, fortlaufenden Knochenmarksaspirationen und/oder -biopsien beim Screening und während der Behandlung zuzustimmen, um die Biomarker, die Pharmakodynamik und den Krankheitsstatus zu bestimmen. Ausnahmen können nach dokumentierter  Absprache mit  Novartis erfolgen.

Ausschlusskriterien:

  • Chronische, systemische Steroidtherapie (≥10mg/d Prednison oder Äquivalent) oder eine andere immunsuppressive Therapie innerhalb der 7 Tage der ersten Dosis der Studienmedikation. Oberflächlich anzuwendende, inhalative, nasale oder ophthalmische Steroide sind erlaubt.
  • Andere Krebserkrankung. Ausnahmen stellen folgende Erkrankungen dar, wenn sie kurativ behandelt worden sind (geheilt sind) und innerhalb der letzten 2 Jahre nicht wieder aufgetreten sind: komplett entferntes Basalzellcarcinom und squamöser Hautkrebs und komplett entferntes Carcinoma in situ jeglichen Typs.
  • Aktive, bekannte oder vermutete Autoimmunerkrankung mit Ausnahme von Vitiligo, hypothyreote Resterkrankung, die nur noch Schilddrüsenmedikation erfordert, Psoriasis, die keine systemische Medikation erfordert oder eine Erkrankung, von der man keinen Rückfall erwartet.

Weitere Ein- Und Ausschlusskriterien sollten Sie mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Subkutanes Daratumumab bei Hochrisiko-SMM (Aquila / SMM3001)

Randomisierte, multizentrische  Phase 3  Studie zur Untersuchung von subkutanem Daratumumab gegenüber aktiver Überwachung (Monitoring) bei Patienten mit Hochrisiko-Smoldering Multiplem Myelom (SMM)

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: 54767414SMM3001
CR108172
ISRCTN:  
EudraCT: 2016-001205-16
Clinicaltrials.gov: NCT03301220
DRKS:  
Sponsor: Janssen-Cilag International N.V
Studienphase: Phase 3
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 16.12.2021

Ziel:

Die Studie vergleicht die Sicherheit, Wirksamkeit und Pharmakokinetik (Einwirkung des Körpers auf die Substanz) von Daratumumab nach subkutaner Gabe im Vergleich zu aktiver Überwachung (Monitoring) ohne Gabe von Studienmedikation bei Patienten mit Hochrisiko-Smoldering Multiplem Myelom (SMM). Ziel ist es, herauszufinden, ob die Behandlung das progressionsfreie Überleben verlängert.

Hintergrund:

Daratumumab ist ein gegen CD38 gerichteter monoklonaler Antikörper (mAb). Seine Wirkung beruht auf der Bindung an das Glykoprotein CD38, das häufig auf der Oberfläche von MM-Zellen in allen Stadien der Erkrankung zu finden ist. Dabei regt Daratumumab das körpereigene Immunsystem zur Bekämpfung der Krebszellen an und trägt zum raschen Absterben der Tumorzellen bei. Quelle: http://www.janssen.com/switzerland/de/darzalexr-daratumumab-von-janssen-erhaelt-zulassung-der-swissmedic-zur-behandlung-des-multiplen

Indikation und Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

Patienten mit einer seit ≤ 5 Jahren bestehenden Diagnose eines Hochrisiko-Smoldering Multiplem Myeloms (SMM) (gemäß den Kriterien der International Myeloma Working Group [IMWG]), deren Erkrankung anhand mindestens eines der folgenden Kriterien messbar ist:

  • M-Protein im Serum ≥ 10 g/l
  • Ausscheidung von M-Protein im Urin ≥ 200 mg/24 Stunden
  • Bestimmung freier Leichtketten (FLC) im Serum ≥ 10 mg/l, sofern Serum-FLC-Verhältnis auffällig ist
  • ECOG (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) von 0 oder 1

 Ausschlusskriterien:

  • Behandlungsbedürftiges multiples Myelom, definiert durch eines oder mehrere nachfolgende Kriterien:
  • Knochenläsionen (eine oder mehr osteolytische Läsion(en)
  • Hyperkalziämie
  • Niereninsuffizienz
  • Anämie
  • Anteil an klonalen Plasmazellen im Knochenmark (engl. bone marrow plasma cells, BMPC) ≥ 60 %
  • Verhältnis freier Leichtketten (FLC) im Serum ≥ 100
  • Mehr als 1 Herdläsion mit einem Durchmesser ≥ 5 mm in der Magnetresonanztomografie (MRT)
  • Primäre systemische (Immunoglobulin-Leichtkette) AL‐Amyloidose
  • Exposition (Kontakt) gegenüber einem der folgenden Faktoren
    • Vorangegangene Verabreichung von Daratumumab oder vorangegangene Verabreichung einer anderen Anti-CD38-Therapie
    • Vorangegangene Verabreichung eines zugelassenen oder in der Prüfung befindlichen Therapeutikums für SMM oder MM. Die stabile Gabe von Bisphosphonaten in Standarddosierung, wie beispielsweise bei Osteoporose angezeigt, ist akzeptabel.
    • Verabreichung eines in der Prüfung befindlichen Arzneimittels (einschließlich in der Prüfung befindliche Impfstoffe) oder Anwendung eines invasiven Medizinprodukts wegen irgendeiner Indikation innerhalb von 4 Wochen oder 5 Halbwertzeiten, je nachdem, was länger ist, vor Zyklus 1, Tag 1
    • Laufende Behandlung mit Kortikosteroiden in einer Dosis > 10 mg Prednison oder Äquivalent pro Tag zum Zeitpunkt der Randomisierung oder > 280 mg kumulative Prednison-Dosis oder Äquivalent für einen Zeitraum von 4 Wochen im Jahr vor der Randomisierung.

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt

Ergänzende Informationen: 

Studienteilnehmer werden nach dem Zufallsprinzip einem von zwei Studienarmen zugeteilt:

  • Arm A: Studienteilnehmer erhalten keine Studienmedikation, werden aber aktiv überwacht und genauso häufig denselben Untersuchungen unterzogen wie die Studienteilnehmer, die Arm B zugeteilt werden und Daratumumab erhalten.
  • Arm B: Studienteilnehmer erhalten 1800 mg Daratumumab in einer gemeinsamen Darreichungsform mit 2000 Einheiten/ml rekombinante humane Hyaluronidase (rHuPH20) durch subkutane (s.c.) Injektion über 39 Zyklen oder bis zu 36 Monate lang oder bis zu einer bestätigten Krankheitsprogression, einer nicht akzeptablen Toxizität (Nebenwirkungen) oder dem Absetzen der Studienbehandlung, Ausscheiden aus der Studie oder bis zum Studienabschluss.

Dr.med. Volker Petersen Facharzt für Innere Medizin Hämatolog. u. Intern.Onkologie

Iglauer Str. 2, 89518 Heidenheim
07321-34280

Onkologische Schwerpunktpraxis Heilbronn

Allee 40, 74072 Heilbronn
07131 7977490

SKL-Klinikum Heilbronn, Medizinische Klinik III, Hämatologie/Onkologie

Am Gesundbrunnen 20-26, 74078 Heilbronn
07131-49-0

Gemeinschaftspraxis für Hämatologie, Onkologie Infektiologie

Kriegsstr 268, 76135 Karlsruhe
0721 - 853505

Städtisches Klinikum Karlsruhe, Medizinische Klinik III

Moltkestr. 90, 76133 Karlsruhe
0721-947-0

Ortenau Klinikum Lahr, Sektion Hämatologie/Onkologie

Klosterstr. 19, 77933 Lahr
07821-93-0

Mannheimer Onkologie Praxis

Q5 14-22, 68161 Mannheim
0621-22430

Zusätzliche Information

Studienregister der Praxis

Universitätsmedizin Mannheim. III. Medizinische Klinik Hämatologie und Onkologie

Theodor-Kutzer-Ufer 1-3, 68167 Mannheim
0621–383–4115

Medizinisches Versorgungszentrum am Siloah St.Trudpert Klinikum

Wilferdinger Straße 67, 75179 Pforzheim
Dr. med. Yves Dencausse / Dr. med. Anne Gust, 07231 498-5212

Onkologie Ravensburg PD Dr.med.Thomas Decker Dres. Christoph Nonnenbroich und Prof. Dr. med. Tobias Dechow

Elisabethenstrasse 19, 88212 Ravensburg
0751-3661970

Studien

Pomalidomid, Ixazomib, Dexamethason +/- Cyclophosphamid - Intensivierung (DSMM XV)

Pomalidomid, Ixazomib und Dexamethason (PId) mit und ohne Intensivierung durch Cyclophosphamid (PICd) – Phase-II-Studie bei refraktärem oder rezidiviertem multiplen Myelom

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: DSMM XV
ISRCTN:  
EudraCT: 2014-001757-16
Clinicaltrials.gov:  
DRKS:  
Sponsor: GWT-TUD GmbH
Studienphase: Phase 2
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 2020

Ziel:

Patienten mit Rückfall nach Vorbehandlung mit Lenalidomid (Revlimid) und Bortezomib (Velcade) erhalten eine hocheffiziente und nur als Tabletten einzunehmende Therapie, welche das neueste immunmodulatorisches Medikament (IMiD) Pomalidomid und den neuesten Proteasom-Inhibitor Ixazomib enthält. Es handelt sich also um eine Kombination von Pomalidomid, Ixazomib, niedrig dosiertem Dexamethason und bei suboptimalen Ansprechen zusätzlich Cyclophosphamid.

  • Primäres Ziel:
    Beurteilung der klinischen Aktivität von einmal täglich appliziertem Pomalidomid in Kombination mit oralem Ixazomib und Dexamethason (PId)
  • Sekundäres Ziel:
    Beurteilung der Sicherheit und Machbarkeit von PId sowie der Wirksamkeit, Sicherheit und Machbarkeit von PId intensiviert durch niedrig dosiertes Cyclophosphamid (PICd)

Hintergrund:

Pomalidomid (Imnovid) ist der neueste Vertreter der IMiDs (immunmodulatorische Medikamente), der von der europäischen Arzneimittelagentur (EMA) eine Zulassung in der Tumortherapie erhalten hat (Stand Nov. 2018). Die oral einzunehmende Substanz ist in der Europäischen Union und in den USA für eine Kombinationstherapie mit Dexamethason bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit einem rezidivierten / refraktären Multiplen Myelom zugelassen, die mindestens zwei vorausgegangene Therapien, darunter Lenalidomid und Bortezomib, erhalten haben und bei der letzten Therapie ein Fortschreiten der Erkrankung aufwiesen.

Ixazomib (Ninlaro) ist der erste orale Proteasom-Inhibitor, der seit Januar 2017 in Deutschland verfügbar ist.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Patienten mit rezidiviertem oder refraktären, histologisch bestätigtem Multiplen Myelom
  • Patienten mit mindestens zwei, aber nicht mehr als vier vorausgegangenen Antimyelom-Therapieregimen einschließlich solcher mit Lenalidomid und Bortezomib. Patienten müssen auf die zuletzt verabreichte Therapie eine Krankheitsprogression entwickelt haben.
  • Vortherapien müssen Lenalidomid und Bortezomib beinhaltet haben: Mindestens zwei aufeinanderfolgende Zyklen mit Lenalidomid und Bortezomib (alleine oder in Kombination) und adäquate vorherige Exposition mit Alkylanzien. Dieses entweder als Teil einer Stammzelltransplantation oder in Form von mindestens 6 aufeinanderfolgende Zyklen einer Alkylanzien-basierten Therapie.

Ausschlußkriterien

  • Gleichzeitige andere Chemo-oder Radiotherapie (außer lokale Bestrahlung der vorbestehenden Osteolysen)
  • Behandlung mit einem anderem Prüfpräparat während der letzten 60 Tage vor der ersten Einnahme von Pomalidomid und Ixazomib
  • Vorherige Pomalidomid-basierte Therapie
  • Vorherige Ixazomib-basierte Therapie
  • Bei Baseline periphere Neuropathie > Grad 1 bei klinischer Untersuchung (innerhalb von 14 Tagen vor Studieneinschluss)

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd

Wetzgauer Straße 85, 73557 Mutlangen
Prof. Dr. med. Holger Hebart, 07171-701-1302
holger.hebart@stauferklinikum.de

Studien

Pomalidomid, Ixazomib, Dexamethason +/- Cyclophosphamid - Intensivierung (DSMM XV)

Pomalidomid, Ixazomib und Dexamethason (PId) mit und ohne Intensivierung durch Cyclophosphamid (PICd) – Phase-II-Studie bei refraktärem oder rezidiviertem multiplen Myelom

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: DSMM XV
ISRCTN:  
EudraCT: 2014-001757-16
Clinicaltrials.gov:  
DRKS:  
Sponsor: GWT-TUD GmbH
Studienphase: Phase 2
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 2020

Ziel:

Patienten mit Rückfall nach Vorbehandlung mit Lenalidomid (Revlimid) und Bortezomib (Velcade) erhalten eine hocheffiziente und nur als Tabletten einzunehmende Therapie, welche das neueste immunmodulatorisches Medikament (IMiD) Pomalidomid und den neuesten Proteasom-Inhibitor Ixazomib enthält. Es handelt sich also um eine Kombination von Pomalidomid, Ixazomib, niedrig dosiertem Dexamethason und bei suboptimalen Ansprechen zusätzlich Cyclophosphamid.

  • Primäres Ziel:
    Beurteilung der klinischen Aktivität von einmal täglich appliziertem Pomalidomid in Kombination mit oralem Ixazomib und Dexamethason (PId)
  • Sekundäres Ziel:
    Beurteilung der Sicherheit und Machbarkeit von PId sowie der Wirksamkeit, Sicherheit und Machbarkeit von PId intensiviert durch niedrig dosiertes Cyclophosphamid (PICd)

Hintergrund:

Pomalidomid (Imnovid) ist der neueste Vertreter der IMiDs (immunmodulatorische Medikamente), der von der europäischen Arzneimittelagentur (EMA) eine Zulassung in der Tumortherapie erhalten hat (Stand Nov. 2018). Die oral einzunehmende Substanz ist in der Europäischen Union und in den USA für eine Kombinationstherapie mit Dexamethason bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit einem rezidivierten / refraktären Multiplen Myelom zugelassen, die mindestens zwei vorausgegangene Therapien, darunter Lenalidomid und Bortezomib, erhalten haben und bei der letzten Therapie ein Fortschreiten der Erkrankung aufwiesen.

Ixazomib (Ninlaro) ist der erste orale Proteasom-Inhibitor, der seit Januar 2017 in Deutschland verfügbar ist.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Patienten mit rezidiviertem oder refraktären, histologisch bestätigtem Multiplen Myelom
  • Patienten mit mindestens zwei, aber nicht mehr als vier vorausgegangenen Antimyelom-Therapieregimen einschließlich solcher mit Lenalidomid und Bortezomib. Patienten müssen auf die zuletzt verabreichte Therapie eine Krankheitsprogression entwickelt haben.
  • Vortherapien müssen Lenalidomid und Bortezomib beinhaltet haben: Mindestens zwei aufeinanderfolgende Zyklen mit Lenalidomid und Bortezomib (alleine oder in Kombination) und adäquate vorherige Exposition mit Alkylanzien. Dieses entweder als Teil einer Stammzelltransplantation oder in Form von mindestens 6 aufeinanderfolgende Zyklen einer Alkylanzien-basierten Therapie.

Ausschlußkriterien

  • Gleichzeitige andere Chemo-oder Radiotherapie (außer lokale Bestrahlung der vorbestehenden Osteolysen)
  • Behandlung mit einem anderem Prüfpräparat während der letzten 60 Tage vor der ersten Einnahme von Pomalidomid und Ixazomib
  • Vorherige Pomalidomid-basierte Therapie
  • Vorherige Ixazomib-basierte Therapie
  • Bei Baseline periphere Neuropathie > Grad 1 bei klinischer Untersuchung (innerhalb von 14 Tagen vor Studieneinschluss)

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Evang. Diakoniewerk Schwäbisch Hall e.V., Diakonie-Krankenhaus, Innere Abteilung

Diakoniestr. 10, 74523 Schwäbisch Hall
Studiensekretariat Fr. Kraft, 0791-753-0

Studien

Lenalidomid, Bortezomib, Dexamethason +/- Isatuximab (GMMG HD7)

Offene Phase-3-Studie zur Wirkung von Isatuximab in der Induktionstherapie mit Lenaliodomid/Bortezomib/Dexamethason (RVd) und in der Erhaltungstherapie mit Lenalidomid bei Patienten mit neu diagnostiziertem Myelom

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: GMMG HD7
ISRCTN:  
EudraCT: 2017-004768-37
Clinicaltrials.gov: NCT03617731
DRKS:  
Sponsor: Universitätsklinikum Heidelberg
Studienphase: Phase 3
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis Mai 2025

Ziel:

Dies ist eine prospektive, multizentrische, randomisierte, offene, klinische Phase-3-Studie im Parallelgruppen-Design für Patienten mit bestätigter Diagnose eines unbehandelten multiplen Myeloms, das eine systemische Therapie erfordert.

Die Studie vergleicht die Wirkung der Induktionstherapie mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (RVd) (Studienarm IA) mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (RVd) plus zusätzlich Isatuximab (Studienarm IB) bei Patienten mit neu diagnostiziertem, unbehandeltem Multiplen Myelom.

Hauptziel der Studie ist der Vergleich des Anteils von Patienten ohne minimale Resterkrankung (MRD-negativ) nach der Induktionstherapie ohne bzw. mit zusätzlicher Gabe von Isatuximab. Die minimale Resterkrankung wird mittels Durchflusszytometrie gemessen.

Als weiteres Hauptziel soll die Studie das progressionsfreie Überleben bei Patienten vergleichen, die eine Erhaltungstherapie mit Lenalidomid ohne (Studienarm IIA) bzw. mit zusätzlich Isatuximab (Studienarm IIB) erhalten.

Hintergrund:

Isatuximab (SAR650984) ist ein monoklonaler Anti-CD38-Antikörper, der bisher bei rezidiviertem und refraktärem Multiplen Myelom geprüft wurde, und nun in der Ersttherapie in Kombination mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason getestet werden soll.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Bestätigte Diagnose eines unbehandelten Multiplen Myeloms, das eine systemische Therapie erfordert (Diagnosekriterien nach den aktualisierten IMWG-Kriterien). Bei einigen Patienten kann eine systemische Therapie erforderlich sein, obwohl diese diagnostischen Kriterien nicht erfüllt sind. In diesem Fall ist vor der Aufnahme das GMMG-Studienbüro zu konsultieren.
  • Der Patient ist für die Hochdosistherapie und die autologe Stammzelltransplantation geeignet.
  • Messbare Krankheit, definiert als jeder quantifizierbare monoklonale Proteinwert, definiert durch mindestens eine der folgenden drei Messungen:
    • Serum M-Protein ≥ 10 g/l (für IgA ≥ 5g/l)
    • Urin-Leichtkette (M-Protein) ≥ 200 mg/24 Stunden
    • Serum-FLC-Assay: beteiligter FLC-Wert ≥ 10 mg/dl bei abnormem sFLC-Verhältnis

Ausschlußkriterien

  • Der Patient hat eine Überempfindlichkeit (oder Kontraindikation) gegenüber Dexamethason, Saccharosehistidin (als Basis- und Hydrochloridsalz), Bor, Mannitol und Polysorbat 80 oder einer der Komponenten der Studientherapie, die nicht für eine Vorbehandlung mit Steroiden oder H2-Blockern geeignet sind, was eine weitere Behandlung mit diesen Mitteln verbieten würde.
  • Systemische AL-Amyloidose (außer AL-Amyloidose der Haut oder des Knochenmarks)
  • Plasmazellleukämie
  • Frühere Chemotherapie oder Strahlentherapie in den letzten 5 Jahren mit Ausnahme der lokalen Strahlentherapie bei lokalem Myelomverlauf. (Hinweis: Die Patienten können eine Gesamtdosis von bis zu 160 mg Dexamethason oder ein gleichwertiges Mittel als Notfalltherapie erhalten haben.) Eine frühere Therapie aufgrund eines schwelenden Myeloms kann akzeptabel sein. In diesem Fall ist vor der Aufnahme das GMMG-Studienbüro zu konsultieren.
  • Schwere Herzinsuffizienz (NYHA-Klassifikation III-IV), Auswurffraktion < 40%.

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ergänzende Informationen:

Die Studie wird in zwei Armen durchgeführt. Vor der Induktionstherapie werden die Patienten per Zufallsverfahren Studienarm IA oder IB zugeordnet (randomisiert):

  • IA: Patienten in Arm IA erhalten 3 Zyklen RVd (Bortezomib [Velcade®], Lenalidomid [Revlimid®, jeder Zyklus dauert 42 Tage] und Dexamethason).
  • IB: Patienten im Arm IB erhalten den monoklonalen Antikörper Isatuximab zusätzlich zu den 3 Zyklen RVd.

Nach der Induktionstherapie werden die Patienten einer Intensivierungstherapie nach GMMG-Standard unterzogen (in der Regel Mobilisierungstherapie gefolgt von Stammzellgewinnung und autologer Stammzelltransplantation.
Vor der Erhaltungsbehandlung werden die Patienten per Zufallsverfahren Studienarm IIA oder IIB zugeordnet:

  • IIA: Patienten im Arm IIA erhalten drei Jahre lang eine Erhaltungstherapie mit Lenalidomid.
  • IIB: Patienten im Arm IIB erhalten zusätzlich Isatuximab

Die Studienteilnahme dauert für jeden Patienten voraussichtlich 45 bis 48 Monate (Induktions- und Intensivierungstherapie: 6 bis 9 Monate, 3 Monate Pause zwischen der Intensivierung und Beginn der Erhaltungsphase: 36 Monates).

 

GMMG HD7

Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Universitätsklinikums Heidelberg

Klinikverbund Südwest / Kliniken Sindelfingen

Arthur Gruber Str. 70, 71065 Sindelfingen
07031-98-0

Zusätzliche Information

Studienseite

Diakonie-Klinikum Stuttgart-Diakonissenkrankenhaus und Paulinenhilfe GmbH

Rosenbergstr. 38, 70176 Stuttgart
0711-911-0

Zusätzliche Information

Studienübersicht

Katharinenhospital, Zentrum für Innere Medizin, Onkologie, Hämatologie

Kriegsbergstr. 60, 70174 Stuttgart
0711-278-30411

Marien-Hospital, Zentrum für Innere Medizin III, Onkologie, Hämatologie, Palliativmedizin

Böheimstr. 37, 70199 Stuttgart
0711-6489-8101

Zusätzliche Information

z.Z. keine Studien zum multiplen Myelom

Robert-Bosch-Krankenhaus, Zentrum für Innere Medizin

Auerbachstr. 110, 70376 Stuttgart
0711-8101-3768

Universitätsklinikum, Tübingen, Innere Medizin II

Otfried-Müller Str. 10, 72076 Tübingen
07071-29-87164

Studien

Birma I

Encorafenib (LGX818) in Kombination mit Binimetinib (MEK162) bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Myelom und BRAFV600E oder BRAFV600K Mutation

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: CLGX818ADE01T
ISRCTN:  
EudraCT 2014-004597-42
Clinicaltrials.gov: NCT02834364
DRKS:  
Sponsor: Uni Klinik Heidelberg / Array Analytik
Studienphase: Phase 2
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 3/2018

Ziel:                                                                                                                        

Dies ist die erste GMMG-Studie (German-Speaking Myeloma Multicenter Group) mit einem personalisierten Therapieansatz. In der BIRMA-I-Studie wird der therapeutische Nutzen einer Behandlung mit RAF-Kinase-Inhibitoren in Kombination mit einer gleichzeitigen Hemmung der MEK-Kinase (Encorafenib und Binimetinib) bei Patienten mit refraktärem oder rezidiviertem Multiplen Myelom ab dem 2. Progress und einer BRAFV600-Mutation untersucht. Insgesamt sind 15 Patienten an 5 Prüfzentren vorgesehen. Die Patienten müssen dazu eine frische oder eingefrorene Tumorprobe haben, um die BRAF V600 Mutation zu bestätigen.

Hintergrund:

Encorafinib hemmt gezielt das überaktive Protein BRAF, das den Krebs besonders aggressiv macht. Veränderungen in der Erbinformation (Gen-Mutationen) des Proteins BRAF treten bei verschiedenen Krebsarten gehäuft auf. In Folge der Mutation ist BRAF überaktiv und gibt dauerhaft Signale zur Zellteilung. Die Krebszellen mit dieser Veränderung vermehren sich schnell und bilden Absiedlungen in anderen Organen. Beim Multiplen Myelom kommt die BRAF-Mutation bei vier Prozent der Patienten vor. Der MEK- Kinase-Inhibitor Binimetinib verstärkt die Wirkung von Encorafinib.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien: 

  • Patienten mit rezidiviertem oder refraktären Multiplen Myelom, die bereits 2 oder mehr Therapieregime erhalten haben 
  • Messbare Krankheitsaktivität, definiert wie folgt: Quantifizierbares monoklonales Protein (M-Protein) bestimmt durch eine der folgenden drei Messungen:
  • Serum M-Protein (≥ 0,5 g/dL)
  • Urin (≥ 0,2 g/24 Stunden)
  • Bestimmung der freien Leichtketten (FLC) im Serum: Konzentration der betroffenen freien Leichtkette > 100 mg/l bei abnormer sFLCRatio
  • WHO Performance Status 0-3 (WHO=3 nur zulässig, wenn durch das Myelom und nicht durch Komorbidität eine Begleiterkrankung bedingt)
  • Adäquate kardiale Funktion:
  • Linksventrikuläre kardiale Auswurffraktion ≥ 50% festgestellt in der Echokardiographie (ECHO)
  • QTc Intervall ≤ 480 ms

Ausschlusskriterien:

  • Vorhergehende Behandlung mit MEK- und/oder RAF-Inhibitoren
  • Systemische AL Amyloidose (ausgenommen AL Amyloidose der Haut und/oder des Knochenmarks)

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Bortezomib-Lenalidomid-Dexamethason (VRd +/- Isatuximab) (IMROZ) - neu

Offene Multizenterstudie der Phase 3 zur Bewertung des klinischen Nutzens der Kombination von Isatuximab (SAR650984), Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason bei Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom, die nicht für eine Transplantation infrage kommen (IMROZ)

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: EFC 12522
ISRCTN:  
EudraCT: 2017-002238-21
Clinicaltrials.gov: NCT03319667
DRKS:  
Sponsor: Sanofi
Studienphase: Phase 3
Status: Rekrutierung voraussichtlich ab 2. Quartal 2018, geplant bis 12/2022 

Ziel:

Nachweis des Nutzens von Isatuximab (I) in Kombination mit Bortezomib (V), Lenalidomid (R) und Dexamethason (d) in Hinblick auf die Verlängerung des progressionsfreien Überlebens im Vergleich zu Bortezomib (Velcade®), Lenalidomid (Revlimid®) und Dexamethason allein bei Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom, die nicht für eine Transplantation infrage kommen oder diese nicht wollen.

Hintergrund:

Isatuximab (SAR650984) ist ein monoklonaler Anti-CD38-Antikörper, der bisher aussichtsreich bei rezidiviertem und refraktärem Multiplen Myelom geprüft wurde, und nun in der Ersttherapie getestet werden soll.

Indikation und Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien (3-5)

  • Symptomatisches multiples Myelom (gemäß den Kriterien der International Myeloma Working Group [IMWG])
  • Patienten mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom, die altersbedingt (≥ 65 Jahres) nicht für eine Transplantation infrage kommen oder Patienten < 65 Jahren mit Begleiterkrankungen, die sich auf die Möglichkeit einer Transplantation auswirken, oder Ablehnung einer Transplantation durch den Patienten
  • Nachweis einer messbaren Erkrankung

 Ausschlusskriterien (3-5)

  • Vorbehandlung wegen multiplem Myelom
  • Asymptomatisches multiples Myelom
  • ECOG (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) > 2

 Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ergänzende Informationen:

Die Studie wird in zwei Armen durchgeführt:

  • Patienten, die Studienarm A zugeteilt werden, erhalten 4 Zyklen à 6 Wochen Induktionstherapie mit Isatuximab i.v. + Bortezomib s.c. + Lenalidomid oral + Dexamethason i.v. oder oral (IVRd), gefolgt von 4-wöchigen Zyklen der Erhaltungstherapie mit Isatuximab i.v. + Lenalidomid oral + Dexamethason i.v. oder oral.
  • Patienten, die Studienarm B zugeteilt werden, erhalten 4 Zyklen à 6 Wochen Induktionstherapie mit Bortezomib s.c. + Lenalidomid oral + Dexamethason i.v. oder oral (VRd), gefolgt von 4-wöchigen Zyklen der Erhaltungstherapie mit Lenalidomid oral + Dexamethason i.v. oder oral.
Cobimetinib +/- Venetoclax +/- Atezolizumab (BO39813)

Cobimetinib als Einzelsubstanz und in Kombination mit Venetoclax, mit oder ohne Atezolizumab, bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom

Organisatorische Daten:  

Prüfplancode:  
ISRCTN:  
EudraCT: 2017-000830-68
Clinicaltrials.gov: NCT03312530
DRKS:  
Sponsor: Hoffman-La Roche
Studienphase: Phase 1b/2
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 10/2020

Ziel:

Diese offene, randomisierte, multizentrische, dreifacharm Phase Ib/II Studie wurde entworfen, um die Wirkung, Sicherheit, Tolerabilität und Pharmakokinetik von Cobimetinib als eine Einzelsubstanz (Arm A), Cobimetinib plus Venetoclax (Arm B) und Cobimetinib plus Venetoclax plus Atezolizumab (Arm C) bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom zu bewerten.

Hintergrund:

Cobimetinib ist ein Kinasehemmer aus der Gruppe der MEK-Inhibitoren, welcher jetzt schon in Kombination mit dem BRAF-Inhibitor Vemurafenib zur Behandlung eines fortgeschrittenen Melanoms mit der BRAF-V600-Mutation eingesetzt wird. Der BCL-2 Inhibitor Venetoclax ist ein oral einzunehmendes sogenanntes „kleines Molekül“, das in präklinischen Studien eine synergetische Wirkung mit Cobimetinib gezeigt hat. Atezolizumab ist ein anti-PD-L1(anti-programmed death-ligand 1) Antikörper, der in Kombination mit Cobimetinib beim Kolonkarzinom getestet worden ist und dort gute Verträglichkeit gezeigt hat. Jetzt soll diese Kombination auch beim multiplen Myelom untersucht werden.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien (3-5)

  • Drei bis fünf Vortherapien, einschließlich eines Proteasomeninhibitors und eines Immunmodulators
  • Erreichen eines Ansprechens (minimales Ansprechen oder besser) auf mindestens eine Vortherapie
  • Dokumentierte Krankheitsprogression (definiert durch die IMWG Kriterien) während oder nach der letzten Vortherapie oder Unverträglichkeit der letzten Vortherapie
  • ECOG Performance Status (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) von 2 oder weniger
  • Nebenwirkungen der letzten Therapien (einschließlich peripherer Neuropathie) müssen sich zurückgebildet oder auf Grad 1 stabil sein

Ausschlusskriterien (3-5)

  • Anti-Myelom Behandlung innerhalb der letzten 14 Tage oder 5 Halbwertszeiten der Behandlung vor dem Tag der Randomisierung
  • Autologe STZ innerhalb von 100 Tagen vor Randomisierung
  • Vorhergegangene allogene STZ oder andere Organtransplantation
  • Vorbehandlung mit MEK Inhibitoren, Bcl-2 Inhibitoren oder Immuncheckpoint Inhibitoren, einschl. anti CTLA-4, anti-PD-1 oder anti-PDL1
  • Behandlung mit systemischen Immunstimmulatoren innerhalb von 28 Tagen oder Immunsuppressoren innerhalb von 14 Tagen vor Randomisierung

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt

Daratumumab bei Niereninsuffizienz (GMMG-DANTE)

Daratumumab in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom und schwerer Nierenfunktionseinschränkung

Organisatorische Daten:

Prüfplancode:  
ISRCTN:  
EudraCT: 2016-000433-51
Clinicaltrials.gov: NCT02977494
DRKS:  
Sponsor: Universitätsklinikum Tübingen
Studienphase: Phase 2
Status: Rekrutierung läuft; bis voraussichtlich Dez. 2020

Ziel:

Patienten mit Niereninsuffizienz benötigen eine rasche und effektive Verminderung ihrer Tumorlast, um eine Erholung der Nieren zu ermöglichen. Monoklonale Antikörper wie Daratumumab werden weder über die Nieren ausgeschieden noch verstoffwechselt, trotzdem waren Patienten mit Niereninsuffienz (GFR ≤ 20 ml/min) bisher von entsprechenden Studien ausgeschlossen. Ziel dieser Studie ist es nun, die Wirksamkeit, Sicherheit und Pharmakokinetik der Kombination von Daratumumab mit Bortezomib (Velcade®) und Dexamethason bei Patienten mit rezidiviertem, refraktärem Multiplen Myelom mit schwerer Niereninsuffizienz zu überprüfen.

Hintergrund:

Daratumumab ist ein monoklonaler Antikörper, der zur Behandlung des Multiplen Myeloms eingesetzt wird. Der Antikörper bindet an das Oberflächenprotein CD38, das von den Tumorzellen in allen Stadien der Erkrankung gebildet wird. Die Bindung des Antikörpers führt zum Absterben der Tumorzelle durch programmierten Zelltod (Apoptose) sowie durch eine verstärkte Immunreaktion. Das Mittel ist seit Juni 2016 (in den USA seit November 2015) zur Monotherapie von Patienten mit Multiplem Myelom zugelassen, das nicht mehr auf eine Behandlung mit einem Proteasomeninhibitor oder einem Immunmodulator anspricht.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Patienten müssen ein dokumentiertes, behandlungsbedürftiges multiples Myelom haben, definiert durch die folgenden Kriterien:
    • Monoklonale Plasmazellen im Knochenmark > 10% und/oder Nachweis eines Plasmozytoms, nachgewiesen durch eine Biopsie zu irgendeinem Zeitpunkt ihrer Krankheitsgeschichte, gemäß den IMWG Diagnosekriterien (IMWG Kriterien von  2014, Rajkumar et al. 2014)
    • Messbare Erkrankung beim Screening (Serum M-Protein > 500 mg/dl oder Urin M-Protein > 200 mg/24h, im Fall eines Leichtkettenmyeloms: freie Leichtketten > 10 mg/dl und abnormer kappa/lambda Leichtkettenquotient)
  • GFR (Glomeruläre Filtrationsrate) < 30 ml/min und /oder Patienten unter Hämodialyse
  • Patient muss mindestens eine Vortherapie erhalten haben
  • Patienten müssen dokumentierten Progress ihrer Erkrankung nach der letzten Therapie haben
  • ECOG Performance Status (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) von 0-3

Ausschlusskriterien

  • Patient hat vorher Daratumumab oder eine andere Anti-CD38-Antikörpertherapie erhalten (eine Vortherapie mit Elotuzumab ist erlaubt)      
  • Nachweis einer Unverträglichkeit von Bortezomib oder bekannte Allergien, Überempfindlichkeit oder Unverträglichkeit gegen monoklonale Antikörper
  • Aktive Graft-versus-Host-Erkrankung unter immunsuppressiver Behandlung
  • Vorhergehende Krebserkrankung innerhalb von 5 Jahren vor Studieneinschluss
  • Aktive, unkontrollierbare Infektion
  • Periphere Neuropathie ≥ 3 oder neuropathische Schmerzen Grad 2 oder höher

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Daratumumab/Pomalidomid/Dexamethason im Vergleich zu Pomalidomid/Dexamethason (EMN14, Apollo)

Eine Phase-3-Studie zum Vergleich von Pomalidomid und Dexamethason mit oder ohne Daratumumab (subkutan) bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplem Myelom, die mindestens eine vorherige Therapielinie mit Lenalidomid in Verbindung mit einem Proteasom-Inhibitor erhalten haben: die APOLLO-Studie

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: EMN14/54767414MMY3013
ISRCTN:  
EudraCT: 2017-001618-27
Clinicaltrials.gov: NCT03180736
DRKS:  
Sponsor: Janssen/EMN
Studienphase: Phase 3
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 7/2023

Ziel:

Ziel der Studie ist die Ermittlung des progressionsfreien Überlebens bei Patienten, deren Erkrankung nach einer vorherigen Antimyelombehandlung fortgeschritten ist.

Hintergrund:

Dies ist eine multizentrische, randomisierte, offene Phase-3-Studie, in der Daratumumab, Pomalidomid und niedrig dosiertes Dexamethason (DaraPomDex) mit Pomalidomid und niedrig dosiertem Dexamethason (PomDex) bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplem Myelom verglichen werden, die mindestens 1 vorheriges Behandlungsschema sowohl mit Lenalidomid als auch mit einem Proteasom-Inhibitor erhalten haben und deren Krankheit fortgeschritten ist. Die Patienten erhalten per Zufallsverteilung entweder DaraPomDex oder PomDex.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Erkrankung muss anhand mindestens eines der folgenden Kriterien messbar sein:
    • IgG Multiples Myelom: M-Protein im Serum ≥ 1,0 g/dl oder M-Protein im Urin ≥ 200 mg/24 Stunden; oder
    • IgA, IgD, IgE, IgM Multiples Myelom: M-Protein im Serum ≥ 0,5 g/dl oder M-Protein im Urin ≥ 200 mg/24 Stunden; oder
    • Leichtkettiges Multiples Myelom, für Patienten ohne messbare Krankheit im Serum oder Urin: freie Leichtketten im Serum (FLC) ≥ 10 mg/dl und auffälliges Serum-FLC-Verhältnis.
  • Die Patienten müssen eine vorherige Antimyelombehandlung mit einem Proteasom-Inhibitor in Verbindung mit Lenalidomid erhalten und darauf angesprochen haben (d.h. mit einer partiellen Remission oder einem besserem Ansprechen, wie vom Prüfers gemäß der Definition der geänderten IMWG-Kriterien festgestellt).
  • Die Krankheitsprogression muss dokumentiert sein und auf dem vom Prüfer gemäß den geänderten IMWG-Kriterien festgestellten Ansprechen auf das oder nach dem letzten Schema beruhen.

Ausschlußkriterien:

  • Frühere Therapie mit einem monoklonalen Anti-CD38-Antikörper.
  • Frühere Gabe von Pomalidomid.
  • Antimyelombehandlung innerhalb von mindestens 2 Wochen vor der Randomisierung. Die einzige Ausnahme ist eine notfallmäßige kurze Kortikosteroiden (entsprechend 40 mg/Tag für maximal 4 Tage) für die palliative Behandlung vor Zyklus 1, Tag 1 (C1D1).
  • Vorherige allogene Stammzelltransplantation oder autologe Stammzelltransplantation (ASCT) innerhalb von 12 Wochen vor C1D1.

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

GSK2857916 bei R/RMM nach Nichtansprechen auf die Vorbehandlung mit einem Anti-CD38- Antikörper (DREAMM 2)

Offene, randomisierte, zweiarmige Studie der Phase 2 zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von zwei Dosen des Antikörper-Wirkstoff-Konjugats GSK2857916 bei Teilnehmern mit Multiplem Myelom, die bereits drei oder mehr Therapielinien erhalten haben, refraktär gegenüber einem Proteasom-Inhibitor und einer immunmodulatorischen Substanz sind und nicht auf eine Anti-CD38-Antikörper angesprochen haben.

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: DREAMM 2, GSK205678
ISRCTN:  
EudraCT: 2017-004810-25
Clinicaltrials.go NCT03525678
DRKS:  
Sponsor: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG
Studienphase: Phase 2
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 30. Juni 2020

Ziel:

In dieser Studie soll die klinische Wirksamkeit und Sicherheit von zwei Dosen von GSK2857916 bei Teilnehmern mit rezidiviertem/refraktärem Multiplen Myelom (RRMM) bewertet werden.

Hintergrund:

GSK2857916 ist ein in der klinischen Prüfung befindlicher konjugierter Antikörper, der gegen das Oberflächenantigen BCMA (engl. B cell maturation antigen) gerichtet ist. In einer Phase-I-Studie (DREAMM 1-Studie) bei sehr stark vortherapierten Patienten zeigte sich eine vielversprechende Ansprechrate von 60 % (21/35 Patienten) für die Monotherapie. (https://www.myelom-deutschland.de/wp-content/uploads/2018/04/2018-03-15-Studien-beim-Multiplen-Myelom.pdf)

Der Wirkstoff wird im Rahmen des sogenannten PRIME (Priority Medicines)-Schemas entwickelt. (https://adcreview.com/news/gsk2857916-demonstrates-60-response-rate-heavily-pre-treated-relapsed-refractory-multiple-myeloma-patients/)

Mit diesem Programm ermöglicht die Europäische Arzneimittelagentur EMA Herstellern die beschleunigte Zulassung von Arzneimitteln, wenn das betreffende Mittel einen bedeutenden Vorteil gegenüber bereits verfügbaren Therapien verspricht oder Hilfe für Patienten mit einer Erkrankung bietet, für die es bislang keine Behandlungsoption gibt.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • ECOG (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) von 0, 1 oder 2
  • Histologisch oder zytologisch bestätigte Diagnose eines MM gemäß den Kriterien der International Myeloma Working Group (IMWG). Der Patient hat eine vorausgegangene Stammzelltransplantation erhalten oder ist nicht für eine Transplantation geeignet und hat auf mindestens 3 vorangegangene Linien zur Behandlung des Myeloms, einschließlich Monotherapie oder Kombinationstherapie mit einem Anti-CD38-Antikörper (z. B. Daratumumab), nicht angesprochen und ist refraktär gegenüber Immunmodulatoren (IMiD) (d. h. Lenalidomid oder Pomalidomid) und gegenüber einem Proteasom-Inhibitor (d. h. Bortezomib, Ixazomib oder Carfilzomib).
  • Patienten mit einer autologen Stammzelltransplantation in der Vorgeschichte sind für die Teilnahme geeignet, sofern die Transplantation mehr als 100 Tag vor dem Einschluss in die Studie zurückliegt und keine aktive Infektion besteht
  • Erkrankung muss zum Zeitpunkt der Voruntersuchung anhand mindestens eines der folgenden Kriterien messbar sein:
    • M-Protein im Serum ≥ 0,5 g/dl (≥ 5 g/l)
    • Ausscheidung von M-Protein im Urin > 200 mg/24 Stunden
    • Bestimmung freier Leichtketten (FLC) im Serum > 10 mg/dl, (≥ 100 mg/l) und einem auffälligen Serum-FLC-Verhältnis (< 0,26 oder > 1,65)

Ausschlußkriterien

  • Systemische Anti-Myelom-Therapie in den letzten 14 Tagen oder Plasmapherese innerhalb von 7 Tagen vor der ersten Verabreichung der Studienmedikation
  • POEMS-Syndrom, aktive Plasmazellleukämie zum Zeitpunkt der Voruntersuchung
  • Vorausgegangene allogene Stammzelltransplantation
  • Derzeitige Erkrankung des Hornhautepithels ausgenommen leichte Keratitis punctata

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ergänzende Informationen

In der DREAMM 2-Studie erhalten die Teilnehmer gefrorenes GSK2857916 als Monotherapie in einer Dosis von entweder 2,5 mg/kg oder 3,4 mg/kg intravenös einmal alle drei Wochen bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten von inakzeptablen Nebenwirkungen.

Isatuximab, Carfilzomib, Lenalidomid und Dexamethason in der Primärtherapie des Hochrisikomyeloms (GMMG-CONCEPT)

Eine offene, multizentrische Phase-2-Studie zur Induktions-, Konsolidierungs- und Erhaltungstherapie mit Isatuximab, Carfilzomib, Lenalidomid und Dexamethason (I-KRd) in der Primärtherapie des Hochrisikomyeloms. Es können Patienten bis 70 Jahre eingeschlossen werden, die für eine Hochdosischemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation geeignet sind (Arm A), Patienten > 70 Jahre oder nicht für eine Stammzelltransplantation geeignete Patienten können in Arm B eingeschlossen werden.

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: GMMG-CONCEPT
ISRCTN:  
EudraCT: 2016-000432-17
Clinicaltrials.gov NCT03104842
DRKS:  
Sponsor: Universitätsklinikum Tübingen
Studienphase: Phase 2
Satus: Rekrutierung läuft, geplant bis Juli 2023

Ziel:

Die Studie untersucht die Wirksamkeit und Toxizität der Kombination von Isatuximab , Carfilzomib, Lenalidomid  und Dexamethason (I-KRd-Regime) als Induktions-, Konsolidierungs- und Erhaltungstherapie bei Hochrisiko-Patienten (siehe Einschlusskriterien). Die Studie wird in zwei Armen durchgeführt:

  • Studienarm A für Patienten ≤ 70 Jahren, die für eine Hochdosistherapie mit Stammzelltransplantation infrage kommen: 6 Zyklen I-KRd Induktionstherapie, gefolgt von 4 Zyklen I-KRd nach Hochdosistherapie sowie einer I-KR Erhaltungstherapie
  • Studienarm B für Patienten >70 Jahren, die nicht für eine Hochdosistherapie geeignet sind: insgesamt 12 Zyklen I-KRd mit anschließender Erhaltungstherapie mit I-KR

Hauptziel der Studie ist die Bestimmung des Anteils von Patienten ohne  minimale Resterkrankung (MRD-negativ) nach Induktion und Konsolidierung = 10 Zyklen I‐KRd (Studienarm A) bzw. nach 12 Zyklen I‐KRd bei Patienten ohne Transplantation (Studienarm B)

Hintergrund:

Isatuximab (SAR650984) ist ein monoklonaler Anti-CD38-Antikörper zur Behandlung von rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom, der bei Verabreichung von Carfilzomib (Kyprolis®), Lenalidomid (Revlimid®) and Dexamethason [I‐KRd-Regime] getestet werden soll.

Indikation und Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Bestätigte Diagnose einen bisher unbehandelten multiplen Myeloms (nach den überarbeiteten Kriterien der IMWG) mit messbarer Krankheitsaktivität. (Serum-M-Protein ≥ 1 g/dl oder Urin‐M‐Protein ≥ 200 mg/24 Stunden). Oligosekretorisches Myelom: Konzentration der betroffenen freien Leichtkette ≥ 10 mg/dl bei abnormem sFLC-Verhältnis. Asekretorisches Myelom: > 1 fokale Läsion, die im MRT messbar ist.
  • Nachweis einer Hochrisikokonstellation durch FISH-Analyse von:
    - del17p oder
    - t(4;14) oder
    - mehr als 3 Kopien von +1q21
    - sowie ein ISS-Stadium 2 oder 3.
    Liegt eine FISH‐Analyse aus einem anderen Labor als aus der Universitätsklinik Heidelberg vor, wird diese nach Rücksprache akzeptiert (Liste der Labors, aus denen eine FISH‐Analyse für die Studie akzeptiert wird, liegt in der Studienzentrale vor).
  • WHO-Leistungsstatus 0‐3 (WHO=3 nur zulässig, wenn durch das multiple Myelom und nicht durch eine Begleiterkrankung verursacht)

 Ausschlusskriterien

  • Kontraindikation gegen eine der benötigten Begleit‐ oder Supportivmedikamente einschließlich einer Kontraindikation gegen antivirale Substanzen. Patienten mit einer Überempfindlichkeit gegenüber Captisol® (zur Lösung von Carfilzomib), Mannitol, Sucrose, Histidin und Polysorbat 80 oder gegen eine der Bestandteile der in der Studienbehandlung verwendeten Medikamente zur Vormedikation (Steroide, H2-Blocker).
  • Systemische AL‐Amyloidose (ausgenommen AL-Amyloidose der Haut und/oder des Knochenmarks)
  • Schwere Herzerkrankung (NYHA Klassifikation III‐IV), symptomatische kardiale Ischämie oder unkontrollierte Herzrhythmusstörungen. Herzinfarkt innerhalb von 4 Monaten vor Studieneinschluss.

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ixazomib mit Dexamethason gegenüber Pomalidomid mit Dexamethason (C16029)

Diese multizentrische Studie untersucht die Wirksamkeit von Ixazomib-Kapseln plus Dexamethason-Tabletten im Vergleich zu Pomalidomid-Kapseln plus Dexamethason-Tabletten bei Patienten mit rezidiviertem und/oder refraktärem multiplen Myelom.

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: C16029
ISRCTN:  
EudraCT:  
Clinicaltrials.gov: NCT03170882
DRKS:  
Sponsor: Millenium/Takeda
Studienphase: Phase 2/3
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 11/2021

Ziel:

Der Zweck dieser Studie ist, die Wirkung von Ixazomib und Dexamethason gegenüber Pomalidomid und Dexamethason auf das progressionsfreie Überleben bei Patienten mit rezidiviertem und/oder refraktärem multiplen Myelom zu vergleichen. Die Patienten sollten mindestens zwei Vortherapien einschließlich Lenalidomid (Revlimid®) und einen Proteasomenhemmer erhalten haben, und auf Lenalidomid, nicht aber auf Proteasomenhemmer refraktär sein.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Patienten müssen eine bestätigte Diagnose eines multiplen Myeloms (MM) gemäß der Kriterien der International Myeloma Working Group (IMWG) haben.
  • ECOG (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) von 0 bis 2
  • Patienten müssen einen Rückfall oder eine progressive Krankheit (PD) gehabt und zwei oder mehr Vortherapien erhalten haben. Dabei ist zu beachten, dass eine Vortherapie als ein oder mehrere Zyklen eines Behandlungsprogramms definiert ist; das kann aus ein oder mehr Zyklen einer Einzeltherapie oder einer Kombinationstherapie, sowie einer bestimmten Abfolge von geplanten Behandlungen bestehen. Zum Beispiel wird ein geplanter Behandlungsansatz mit Induktionstherapie, gefolgt von einer autologen  Stammzelltransplantation(SCT) und einer Erhaltungstherapie als solch eine Vortherapie betrachtet Typischerweise wird eine Therapie durch einen Krankheitsprogress beendet..
  • Patienten müssen refraktär auf Lenalidomid sein. Dazu müssen sie mindestens zwei aufeinander folgende Zyklen von Lenalidomid als Einzelsubstanz oder eine Lenalidomid-enthaltende Therapie mit einem anschließenden Progress während der Behandlung oder innerhalb von 60 Tagen nach der letzten Lenalidomidgabe erhalten haben. Die Startdosis von Lenalidomid sollte 25 mg (oder mindestens 10 mg im Fall von Nierenfunktionsstörungen oder anderen Bedenken) und die letzte Dosierung mindestens 10 mg gewesen sein.

Ausschlußkriterien

  • Vorrausgegangene allogene Stammzelltransplantation während irgendeiner Vortherapie oder eine autologe  Stammzelltransplantation während der letzten Vortherapie.
  • Diagnose oder Behandlung irgendeiner anderen Krebserkrankung innerhalb der letzten zwei Jahre vor Randomisierung oder Diagnose einer Krebserkrankung mit dem Nachweis einer Resterkrankung, einer weiter bestehenden oder wieder aufgetretenen Erkrankung. Teilnehmer mit nichtmelanösem Hautkrebs oder Carcinoma in situ sind nicht ausgeschlossen, wenn sie eine komplette Resektion hinter sich haben.
  • Diagnose eines schwelenden Myeloms, M. Waldenström, POEMS (Polyneuropathie, Organomegalie, Endokrinopathie, monoklonale Gammopathie und Hautveränderungen) Syndrom, Plasmazellleukämie, primäre Amyloidose, myelodysplastisches Syndrom oder myeloproliferative Syndrome.
  • Periphere Neuropathie Grad 1 mit Schmerzen oder periphere Neuropathie Grad 2 oder höher, egal welcher Ursache, bei der klinischen Screeninguntersuchung.

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Subkutanes Daratumumab bei Hochrisiko-SMM (Aquila / SMM3001)

Randomisierte, multizentrische  Phase 3  Studie zur Untersuchung von subkutanem Daratumumab gegenüber aktiver Überwachung (Monitoring) bei Patienten mit Hochrisiko-Smoldering Multiplem Myelom (SMM)

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: 54767414SMM3001
CR108172
ISRCTN:  
EudraCT: 2016-001205-16
Clinicaltrials.gov: NCT03301220
DRKS:  
Sponsor: Janssen-Cilag International N.V
Studienphase: Phase 3
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 16.12.2021

Ziel:

Die Studie vergleicht die Sicherheit, Wirksamkeit und Pharmakokinetik (Einwirkung des Körpers auf die Substanz) von Daratumumab nach subkutaner Gabe im Vergleich zu aktiver Überwachung (Monitoring) ohne Gabe von Studienmedikation bei Patienten mit Hochrisiko-Smoldering Multiplem Myelom (SMM). Ziel ist es, herauszufinden, ob die Behandlung das progressionsfreie Überleben verlängert.

Hintergrund:

Daratumumab ist ein gegen CD38 gerichteter monoklonaler Antikörper (mAb). Seine Wirkung beruht auf der Bindung an das Glykoprotein CD38, das häufig auf der Oberfläche von MM-Zellen in allen Stadien der Erkrankung zu finden ist. Dabei regt Daratumumab das körpereigene Immunsystem zur Bekämpfung der Krebszellen an und trägt zum raschen Absterben der Tumorzellen bei. Quelle: http://www.janssen.com/switzerland/de/darzalexr-daratumumab-von-janssen-erhaelt-zulassung-der-swissmedic-zur-behandlung-des-multiplen

Indikation und Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

Patienten mit einer seit ≤ 5 Jahren bestehenden Diagnose eines Hochrisiko-Smoldering Multiplem Myeloms (SMM) (gemäß den Kriterien der International Myeloma Working Group [IMWG]), deren Erkrankung anhand mindestens eines der folgenden Kriterien messbar ist:

  • M-Protein im Serum ≥ 10 g/l
  • Ausscheidung von M-Protein im Urin ≥ 200 mg/24 Stunden
  • Bestimmung freier Leichtketten (FLC) im Serum ≥ 10 mg/l, sofern Serum-FLC-Verhältnis auffällig ist
  • ECOG (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) von 0 oder 1

 Ausschlusskriterien:

  • Behandlungsbedürftiges multiples Myelom, definiert durch eines oder mehrere nachfolgende Kriterien:
  • Knochenläsionen (eine oder mehr osteolytische Läsion(en)
  • Hyperkalziämie
  • Niereninsuffizienz
  • Anämie
  • Anteil an klonalen Plasmazellen im Knochenmark (engl. bone marrow plasma cells, BMPC) ≥ 60 %
  • Verhältnis freier Leichtketten (FLC) im Serum ≥ 100
  • Mehr als 1 Herdläsion mit einem Durchmesser ≥ 5 mm in der Magnetresonanztomografie (MRT)
  • Primäre systemische (Immunoglobulin-Leichtkette) AL‐Amyloidose
  • Exposition (Kontakt) gegenüber einem der folgenden Faktoren
    • Vorangegangene Verabreichung von Daratumumab oder vorangegangene Verabreichung einer anderen Anti-CD38-Therapie
    • Vorangegangene Verabreichung eines zugelassenen oder in der Prüfung befindlichen Therapeutikums für SMM oder MM. Die stabile Gabe von Bisphosphonaten in Standarddosierung, wie beispielsweise bei Osteoporose angezeigt, ist akzeptabel.
    • Verabreichung eines in der Prüfung befindlichen Arzneimittels (einschließlich in der Prüfung befindliche Impfstoffe) oder Anwendung eines invasiven Medizinprodukts wegen irgendeiner Indikation innerhalb von 4 Wochen oder 5 Halbwertzeiten, je nachdem, was länger ist, vor Zyklus 1, Tag 1
    • Laufende Behandlung mit Kortikosteroiden in einer Dosis > 10 mg Prednison oder Äquivalent pro Tag zum Zeitpunkt der Randomisierung oder > 280 mg kumulative Prednison-Dosis oder Äquivalent für einen Zeitraum von 4 Wochen im Jahr vor der Randomisierung.

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt

Ergänzende Informationen: 

Studienteilnehmer werden nach dem Zufallsprinzip einem von zwei Studienarmen zugeteilt:

  • Arm A: Studienteilnehmer erhalten keine Studienmedikation, werden aber aktiv überwacht und genauso häufig denselben Untersuchungen unterzogen wie die Studienteilnehmer, die Arm B zugeteilt werden und Daratumumab erhalten.
  • Arm B: Studienteilnehmer erhalten 1800 mg Daratumumab in einer gemeinsamen Darreichungsform mit 2000 Einheiten/ml rekombinante humane Hyaluronidase (rHuPH20) durch subkutane (s.c.) Injektion über 39 Zyklen oder bis zu 36 Monate lang oder bis zu einer bestätigten Krankheitsprogression, einer nicht akzeptablen Toxizität (Nebenwirkungen) oder dem Absetzen der Studienbehandlung, Ausscheiden aus der Studie oder bis zum Studienabschluss.

Universitätsklinikum Kliniken am Oberen Eselsberg, Klinik für Innere Medizin III

Robert-Koch-Str. 8, 89081 Ulm
0731-500-45950

Studien

BI 836909

Offene Dosissteigerungsstudie der Phase 1 mit intravenös und subkutan verabreichtem BI 836909 bei Patienten mit rezidivierendem oder therapierefraktärem Multiplem Myelom. Die experimentelle Substanz BI 836909 wird in ansteigenden Dosierungen als Monotherapie bei Patienten mit rezidivierendem und/oder refraktärem multiplen Myelom geprüft, die zuvor bereits mit mindestens zwei Therapielinien behandelt wurden.

Organisatorische Daten:

 Prüfplancode: 1351.1
 ISRCTN:  
 EudraCT: 2014-004896-22
 Clinicaltrials.gov: NCT02514239
 DRKS:  
 Sponsor: Boehringer Ingelheim
 Studienphase: Phase 1 
 Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 30.06.2018

Ziel:

Die Studie untersucht die Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik (Einwirkung des Körpers auf die Substanz) und Pharmakodynamik (Einwirkung der Substanz auf den Körper) von BI 836909 nach intravenöser und subkutaner Gabe bei Patienten mit rezidivierendem und/oder refraktärem multiplen Myelom. Ziel ist es, die maximal verträgliche Dosis von BI 836909 zu ermitteln.

Hintergrund:

BI 836909 ist ein bispezifischer BiTE-Antikörper (von engl. Bi-specific T-cell engagers), der derzeit für die Behandlung des multiplen Myeloms erforscht wird. Die Substanz ist gegen das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA, von engl. B cell maturation antigen) gerichtet, das auf der Oberfläche von Multiplen-Myelom-Zellen einheitlich exprimiert wird. Auf der Zelloberfläche in gesundem Gewebe erfolgt die Expression hingegen nur eingeschränkt. Dieses hochselektive Expressionsmuster macht BCMA zum Ziel. des neuen Therapieansatzes, bei dem körpereigene T-Zellen in die Entdeckung und Bekämpfung von malignen Zellen einbezogen werden sollen.
Quellen:
http://www.bloodjournal.org/content/126/23/2999?sso-checked=true
https://www.boehringer-ingelheim.com/press-release/Amgen-obtains-global-rights-from-Boehringer-Ingelheim-for-investigational-drug-for-multiple-myeloma

Indikation und Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Patienten mit dokumentierter Diagnose eines rezidivierenden und/oder refraktären multiplen Myeloms, bei denen die Erkrankung nach mindestens zwei vorangegangenen Therapielinien, einschließlich Proteasomeninhibitoren[v1]  und Immunmodulatoren, zum Zeitpunkt der Voruntersuchung (Screening) fortgeschritten ist
  • Erkrankung muss zum Zeitpunkt der Voruntersuchung anhand mindestens eines der folgenden Kriterien messbar sein:
    • M-Protein im Serum > 0,5 g/dl gemessen mittels Serumproteinelektrophorese
    • Ausscheidung von M-Protein im Urin > 200 mg/24 Stunden
    • Bestimmung freier Leichtketten (FLC) im Serum > 10 mg/dl, sofern Serum-FLC-Verhältnis auffällig ist
  • Krankheitsrezidiv oder –progression, wofür nach Beurteilung des Prüfarztes zum Zeitpunkt der Voruntersuchung eine Behandlung angezeigt ist
  • ECOG (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) von 0, 1 oder 2

Ausschlusskriterien:

  • Plasmazell-Leukämie
  • Rezidiv des multiplen Myeloms außerhalb des Knochenmarks
  • Bekannte Beteiligung des zentralen Nervensystems
  • Vorangegangene allogene Stammzelltransplantation oder Organtransplantation
  • Autologe Knochenmarkstransplantation, die weniger als 90 Tage vor Behandlungsbeginn zurückliegt

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.
 

Cobimetinib +/- Venetoclax +/- Atezolizumab (BO39813)

Cobimetinib als Einzelsubstanz und in Kombination mit Venetoclax, mit oder ohne Atezolizumab, bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom

Organisatorische Daten:  

Prüfplancode:  
ISRCTN:  
EudraCT: 2017-000830-68
Clinicaltrials.gov: NCT03312530
DRKS:  
Sponsor: Hoffman-La Roche
Studienphase: Phase 1b/2
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 10/2020

Ziel:

Diese offene, randomisierte, multizentrische, dreifacharm Phase Ib/II Studie wurde entworfen, um die Wirkung, Sicherheit, Tolerabilität und Pharmakokinetik von Cobimetinib als eine Einzelsubstanz (Arm A), Cobimetinib plus Venetoclax (Arm B) und Cobimetinib plus Venetoclax plus Atezolizumab (Arm C) bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom zu bewerten.

Hintergrund:

Cobimetinib ist ein Kinasehemmer aus der Gruppe der MEK-Inhibitoren, welcher jetzt schon in Kombination mit dem BRAF-Inhibitor Vemurafenib zur Behandlung eines fortgeschrittenen Melanoms mit der BRAF-V600-Mutation eingesetzt wird. Der BCL-2 Inhibitor Venetoclax ist ein oral einzunehmendes sogenanntes „kleines Molekül“, das in präklinischen Studien eine synergetische Wirkung mit Cobimetinib gezeigt hat. Atezolizumab ist ein anti-PD-L1(anti-programmed death-ligand 1) Antikörper, der in Kombination mit Cobimetinib beim Kolonkarzinom getestet worden ist und dort gute Verträglichkeit gezeigt hat. Jetzt soll diese Kombination auch beim multiplen Myelom untersucht werden.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien (3-5)

  • Drei bis fünf Vortherapien, einschließlich eines Proteasomeninhibitors und eines Immunmodulators
  • Erreichen eines Ansprechens (minimales Ansprechen oder besser) auf mindestens eine Vortherapie
  • Dokumentierte Krankheitsprogression (definiert durch die IMWG Kriterien) während oder nach der letzten Vortherapie oder Unverträglichkeit der letzten Vortherapie
  • ECOG Performance Status (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) von 2 oder weniger
  • Nebenwirkungen der letzten Therapien (einschließlich peripherer Neuropathie) müssen sich zurückgebildet oder auf Grad 1 stabil sein

Ausschlusskriterien (3-5)

  • Anti-Myelom Behandlung innerhalb der letzten 14 Tage oder 5 Halbwertszeiten der Behandlung vor dem Tag der Randomisierung
  • Autologe STZ innerhalb von 100 Tagen vor Randomisierung
  • Vorhergegangene allogene STZ oder andere Organtransplantation
  • Vorbehandlung mit MEK Inhibitoren, Bcl-2 Inhibitoren oder Immuncheckpoint Inhibitoren, einschl. anti CTLA-4, anti-PD-1 oder anti-PDL1
  • Behandlung mit systemischen Immunstimmulatoren innerhalb von 28 Tagen oder Immunsuppressoren innerhalb von 14 Tagen vor Randomisierung

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt

Pomalidomid, Ixazomib, Dexamethason +/- Cyclophosphamid - Intensivierung (DSMM XV)

Pomalidomid, Ixazomib und Dexamethason (PId) mit und ohne Intensivierung durch Cyclophosphamid (PICd) – Phase-II-Studie bei refraktärem oder rezidiviertem multiplen Myelom

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: DSMM XV
ISRCTN:  
EudraCT: 2014-001757-16
Clinicaltrials.gov:  
DRKS:  
Sponsor: GWT-TUD GmbH
Studienphase: Phase 2
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 2020

Ziel:

Patienten mit Rückfall nach Vorbehandlung mit Lenalidomid (Revlimid) und Bortezomib (Velcade) erhalten eine hocheffiziente und nur als Tabletten einzunehmende Therapie, welche das neueste immunmodulatorisches Medikament (IMiD) Pomalidomid und den neuesten Proteasom-Inhibitor Ixazomib enthält. Es handelt sich also um eine Kombination von Pomalidomid, Ixazomib, niedrig dosiertem Dexamethason und bei suboptimalen Ansprechen zusätzlich Cyclophosphamid.

  • Primäres Ziel:
    Beurteilung der klinischen Aktivität von einmal täglich appliziertem Pomalidomid in Kombination mit oralem Ixazomib und Dexamethason (PId)
  • Sekundäres Ziel:
    Beurteilung der Sicherheit und Machbarkeit von PId sowie der Wirksamkeit, Sicherheit und Machbarkeit von PId intensiviert durch niedrig dosiertes Cyclophosphamid (PICd)

Hintergrund:

Pomalidomid (Imnovid) ist der neueste Vertreter der IMiDs (immunmodulatorische Medikamente), der von der europäischen Arzneimittelagentur (EMA) eine Zulassung in der Tumortherapie erhalten hat (Stand Nov. 2018). Die oral einzunehmende Substanz ist in der Europäischen Union und in den USA für eine Kombinationstherapie mit Dexamethason bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit einem rezidivierten / refraktären Multiplen Myelom zugelassen, die mindestens zwei vorausgegangene Therapien, darunter Lenalidomid und Bortezomib, erhalten haben und bei der letzten Therapie ein Fortschreiten der Erkrankung aufwiesen.

Ixazomib (Ninlaro) ist der erste orale Proteasom-Inhibitor, der seit Januar 2017 in Deutschland verfügbar ist.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Patienten mit rezidiviertem oder refraktären, histologisch bestätigtem Multiplen Myelom
  • Patienten mit mindestens zwei, aber nicht mehr als vier vorausgegangenen Antimyelom-Therapieregimen einschließlich solcher mit Lenalidomid und Bortezomib. Patienten müssen auf die zuletzt verabreichte Therapie eine Krankheitsprogression entwickelt haben.
  • Vortherapien müssen Lenalidomid und Bortezomib beinhaltet haben: Mindestens zwei aufeinanderfolgende Zyklen mit Lenalidomid und Bortezomib (alleine oder in Kombination) und adäquate vorherige Exposition mit Alkylanzien. Dieses entweder als Teil einer Stammzelltransplantation oder in Form von mindestens 6 aufeinanderfolgende Zyklen einer Alkylanzien-basierten Therapie.

Ausschlußkriterien

  • Gleichzeitige andere Chemo-oder Radiotherapie (außer lokale Bestrahlung der vorbestehenden Osteolysen)
  • Behandlung mit einem anderem Prüfpräparat während der letzten 60 Tage vor der ersten Einnahme von Pomalidomid und Ixazomib
  • Vorherige Pomalidomid-basierte Therapie
  • Vorherige Ixazomib-basierte Therapie
  • Bei Baseline periphere Neuropathie > Grad 1 bei klinischer Untersuchung (innerhalb von 14 Tagen vor Studieneinschluss)

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Zusätzliche Information

Myelomstudien an der Uni Ulm

Weitere Studien: PI-PNP 01-10

 

Kliniken Villingen, Klinik für Innere Medizin II, Onkologie, Hämatologie, Immunologie und Infektiologie

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