Mapatumumab - in Kombi mit Bortezomib


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Abgeschickt von Caro am 02 Mai, 2008 um 16:45:00

Hallo Ihr Lieben,

unten stehenden Text habe ich im Myelom-Merkur vom Dezember 07 gefunden. Für die, die den nicht regelmäßig lesen (z.B. für mich) sicher eine interessante Lektüre:

Mapatumumab: eine neue Krebstherapie in der Entwicklung
Ein Gespräch mit Dr. Asher A. Chanan-Khan

Was machen Sie in Bezug auf das Myelom?

Ich habe die letzten sieben Jahre auf dem Gebiet des Multiplen Myeloms gearbeitet.
Gegenwärtig leite ich die klinischen und translationalen (vom Labor in die Klinik)
Forschungsbemühungen am „Myeloma-Roswell-Park-Krebsinstitut“.

Meine
Forschungsinteressen schließen die Entwicklung von neuen Therapien für die Behandlung
dieser Krankheit ein. Ich war an der Entwicklung von Bortezomib (VELCADE ®) und
Lenalidomid (Revlimid ®) beteiligt und habe an zahlreichen klinischen Studien zum
Myelom mitgearbeitet.

Bitte erzählen Sie uns etwas über Mapatumumab.

Mapatumumab (bekannt auch als HGW-ETR1; TRM -1; und HGS1012) ist eine neue
Krebstherapie, entwickelt vom Human Genome Scienes (HGS). Genomische Techniken
verwendend konnte HGS den TRAIL (tumor necrosis factor apoptosis-inducing ligand)
Rezeptor -1 als Mitglied der Tumor-Nekrosefaktor-Rezeptor-Super Familie von Eiweißen
identifizieren. HGS-Untersuchungen und auch von anderen durchgeführte Studien zeigen,
dass dieser TRAIL-Rezeptor -1 eine Schlüsselrolle im direkten Auslösen der Apoptose in
Krebszellen spielt.

Könnten Sie uns mehr über den TRAIL-Rezeptor und die Apoptose berichten?

Apoptose ist der programmierte Zelltod. Es ist ein komplexer Prozess, in den viele Eiweiße
involviert sind. Alle normalen Zellen und besonders Krebszellen benötigen bestimmte
Proteine, um zu überleben. Caspasen, eine Familie von Cystein Proteasen, sind
Schlüsselenzyme bei der Kontrolle und Vermittlung der apoptotischen Antwort. Es
existieren verschiedene Mechanismen, um Apoptose in Krebszellen zu induzieren. Der
"extrinsische" Pfad zur Apoptose beginnt außerhalb einer Zelle, wenn Caspasen aktiviert
werden, um andere Proteine zu schneiden und wenn ein Signal zur Zelle geschickt wird,
dass es Zeit wird, zu sterben. Der "intrinsische" Pfad beginnt innerhalb der Zelle mit dem
TRAIL-Mechanismus, wenn der Rezeptor, der auf der Oberfläche einer Zelle ist, von einem
Medikament aktiviert wird, und dadurch auslöst, dass ein Signal an die Zelle gesandt wird,
welches den Zelltod auslöst. Betrachten Sie eine Krebszelle als ein Haus mit mehre! ren
Türen. Wenn Sie nicht den Schlüssel zu der Haustür haben, sind Sie immer noch in der
Lage, über die Hinter- oder Terrassentür einzutreten.

Wie funktioniert Mapatumumab?

Die Ergebnisse von vorklinischen und klinischen Studien zeigen, dass Mapatumumab den
Zelltod durch Apoptose direkt auslöst, Tumorwachstum in verschiedenen Tumoren hemmt
und die Größe von Tumoren in bestimmten Krebsarten reduziert. Mapatumumab löst
Apoptose aus, indem es die Aktivität des natürlichen Eiweißes TRAIL nachahmt. Es bindet
an die Oberfläche der Zelle und sendet ein Signal von der Außenseite in die Zelle, und löst
so den Tod der Zelle aus. Dies ist eine potentiell nützliche neue Möglichkeit in der
Krebszelle, die vorher noch nicht erforscht wurde. Es ist eine sehr attraktive Idee in Bezug
auf neue therapeutische Optionen für viele verschiedene Tumoren. Mapatumumab hat als
ein einzelnes Agens oder in Verbindung mit anderen Chemotherapien bedeutsames
Potential in therapeutischen Settings für die Behandlung eines breiten Spektrums von
menschlichen Tumoren.

Was konnten die beendeten Phase-II-Studien zeigen?

Die HGS beendete drei klinische Phase-II-Studien mit Mapatumumab als Monotherapie bei
Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom, Darmkrebs und Nicht-kleinzelligem-Lungenkrebs.
Die Ergebnisse der Phase-II-Studien bei Non-Hodgkin Lymphom zeigten, dass
Mapatumumab gut toleriert wird und sicher verabreicht werden konnte bei einer Dosis bis
zu 10 mg/kg intravenös alle 21 Tage. Es konnte außerdem bei Patienten mit einem
fortgeschrittenem Non-Hodgkin-Lymphom ein klinisches Ansprechen gezeigt werden.

Was ist mit der Studie mit Mapatumumab bei Patienten mit Multiplem Myelom?

Die Ergebnisse von vorklinischen Studien demonstrieren, dass Mapatumumab die
tumortötetende Aktivität von Bortezomib verbessert. Für Bortezomib, welches bereits von
der FDA für die Anwendung beim Myelom zugelassen ist, ist gezeigt worden, dass die
Krebszellen durch das Blockieren des Eiweißstoffwechsels der Zelle getötet werden. Die
Kombination von Mapatumumab und Bortezomib attackiert die Myelom-Zelle von der
Innen- und von der Außenseite. Wissenschaft, Theorie und der Ansatz, diese zwei
Medikamente zu kombinieren, erscheinen sinnvoll. Wir müssen jetzt beurteilen, wie gut
diese Idee zum klinischen Setting passt.
Die HGS hat eine randomisierte, multizentrische Phase-II-Studie initiiert, um zu beurteilen,
wie gut die Wirksamkeit und die Sicherheit von Mapatumumab in Kombination mit
Bortezomib für Patienten mit einem therapierefraktären oder rezidivierten Myelom ist. Etwa
100 Patienten aus den Vereinigten Staaten und Kanada werden in diese Studie
eingeschlossen und in zwei Behandlungsarme randomisiert. Das Hauptziel dieser Studie
ist es, das Ansprechen von Patienten, die die Kombination erhalten, mit dem Ansprechen
derjeniger, die Bortezomib allein erhalten, zu vergleichen. Als sekundäre Ziele sollen
Sicherheit und Verträglichkeit beurteilt werden. Außerdem soll die Plasmakonzentrationen
von Mapatumumab in einer pharmakokinetischen Analyse bestimmt werden. Die
Patienten, die wir an unserem Zentrum behandelt haben, haben das Mapatumumab sehr
gut vertragen. Es scheint auf Grundlage von unserer Erfahr! ung unwahrscheinlich, dass
die Addition von Mapatumamab mehr Nebenwirkungen verursacht als Bortezomib allein.
Die Ein- und Ausschluss-Kriterien für diese Studie sowie eine Liste von Institutionen, die
gegenwärtig Patienten für die USA und Kanada einschließen, können unter www.
clinicaltrials.gov oder über die IMF-Hotline unter 001800-452-CURE (2873) gefunden
werden.

Was ist abschließend Ihre Meinung über Entwicklungen im Bereich der
Myelomforschung in der nahen Zukunft?

Das neue Medikament und die klinische Studie, die wir gerade erörtert haben, sind nur
Beispiele unserer Forschung hinsichtlich des Myeloms. Wir untersuchen, ob wir diese
Krankheit auf neue Weisen von verschiedenen Seiten aus angreifen können. Wir forschen
nach Nicht-Chemotherapie-Medikamenten, alleine oder in Kombination. Wir richten unsere
Bemühungen sowohl auf das „Microenvironment“ als auch auf die Myelom-Zelle selbst und
die verschiedenen Prozesse in und außerhalb der Zelle. Es ist nicht übertrieben zu sagen,
dass wir auf einem guten Weg sind, eine sehr wirksame Strategie zu entwickeln, das
Myelom von verschiedenen Seiten anzugreifen

Klingt jedenfalls interessant.

Ein schönes Wochenende noch mal

Liebe Grüße an alle

Caro




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