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Wann behandeln


Welche Patienten sollen behandelt werden?

Die Entscheidung über den Zeitpunkt der Einleitung und die Art einer Behandlung bedarf immer einer sehr ausführlichen Besprechung zwischen behandelndem Arzt und dem betroffenen Patienten. Idealerweise ist zu solch einem Aufklärungsgespräch auch eine vertraute Person des Patienten mit anwesend.

Vereinfachend kann gesagt werden, dass eine Behandlung immer dann notwendig ist, wenn durch die Erkrankung einem oder mehreren Organsystemen (möglicherweise irreversibler) Schaden droht. Die häufigsten Umstände, die einen Arzt dazu veranlassen, dem Patienten eine medikamentöse Therapie anzubieten sind:

  • Nachweis von Knochenschäden im Sinne von Osteolysen, selbst wenn diese keine Schmerzen verursachen und keine Bruchgefährdung gegeben ist. Auch das Bild einer Osteoporose, sofern es mutmaßlich durch das multiple Myelom bedingt ist, kann eine Behandlungsindikation darstellen.

  • Bereits eingetretene oder durch eine hohe Konzentration von Myelomeiweiß im But und oder Urin drohende Nierenfunktionsbeeinträchtigung.

  • Bereits eingetretene oder fortschreitende Blutarmut (Anämie), selbst wenn diese auf Grund einer langsam fortschreitenden Entwicklung der Anämie von Patienten noch kompensiert wird, d.h. der Patient keine oder nur wenige Anämiesymptome wie z.B. Luftnot hat.

  • Eine durch die Erkrankung bedingte Hyperkalzämie (Erhöhung der Kalziumkonzentration im Blut).

  • Eine rasche Zunahme der Konzentration von monoklonalen Eiweißen in Blut und/oder Urin, die absehen lässt, dass Komplikationen wie die oben genannte durch die Zunahme der Krankheitsaktivität unmittelbar bevorstehen.

  • Seltener geben Symptome wie Abgeschlagenheit (ohne Anämie), Nachtschweiß oder Gewichtsverlust dem behandelnden Arzt Anlass dazu, dem Patienten die Einleitung einer medikamentösen Therapie anzuraten.

Autor: PD. Dr. Peter Liebisch (siehe Einführung)

14.5.2012

Der erste APMM Patienten- und Angehörigentag in Hannover am 12.5.2012 ist erfolgreich verlaufen. Es war der erste Patiententag an der MHH. 112 PatientInnen und Angehörige nahmen teil.

Wir danken allen, die zum Erfolg dieser Veranstaltung beigetragen haben.

Ihre APMM